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:: lebensmut.de ::
Autor Nachricht
Mut
12.02.2013
22:28 Uhr
     
@ Orbat
Solche Worte tun gut!!! - Wenn es doch in unserer Gesellschaft mehr solcher einsichtigen Menschen gäbe...
 
Orbart
12.02.2013
17:53 Uhr
     
Liebe Indrasun!
Da sind Sie als Pädagogin natürlich viel näher dran am Geschehen und können ein weit genaueres Bild zeichnen.
Vor Ihrem Beruf habe ich übrigens jede Art von Respekt.
Ich war neulich in einer Alberto Giacometti-Ausstellung.Auch anwesend:eine Lehrerin/Pädagogin die eine Klasse pubertierender Jugendlicher an die Moderne Kunst heranführen wollte.Angesichts der Lustlosigkeit der Schüler wirklich eine Heldentat!Und gar nicht hoch genug einzuschätzen.Nochmal:Respekt!
Viele Grüße!
 
Menke
12.02.2013
17:44 Uhr
E-Mail    
Ich gehe hin und wieder zurück!

In meiner Pflicht bin ich unersätzlich und kann mich jetzt und auch später rechtfertigen.
Vor wem und wann,ich weiß es nicht.
So sind Ereignisse die Aktuell und doch Morgen wieder vergessen sind.
Ob Bruder genannt,oder Schwester,ich komme nicht drumherum in meine Gedanken und Gefühlswelt beide mit einfliesen zu lassen.
Ich stelle wieder fest,wenn Alter,Gefühlswelt und Selbsterkenntnis im immerwährenden zunehmen,mein himmlischer Richter manchmal schemenhaft in mir auftaucht,ist immer Frieden im Nachdenken auch der Anderen angesagt.
Ob nun Papst,Pastor,Nonne,oder einfache Glaubensmenschen,die Letzteren nicht immer genannten,sie bleiben allesamt suchende in der eigenen gelebten Erkenntnis.
 
Kathrin
12.02.2013
16:14 Uhr
     
Gerade vorhin am Elbekino vorbeigekommen - dort läuft Lincoln.
Werden reingehen. Danke für den Tipp.
Habe kürzlich "Die Libelle und das Nashorn" gesehen. Mit Fritzi Haberlandt und Mario Adorf.
Ich mag Fritzi gern und den Film mochte ich auch. Aber das ging wohl nicht vielen so, denn schon nach einer Woche wurde er abgesetzt. Das ist oft so.
Habe an einer wunderschön illustrierten Kinderbibel nicht vorbei gehen können und überlege nun, wer der Kinder aus meinen Kreisen der richtige Empfänger wäre...
Bis dahin blättere ich selbst in ihr.
Viele Grüße
 
indrasun
12.02.2013
13:47 Uhr
     
Lieber Orbart,

ich finde es schön, wie Sie Ihre Wahrnehmung in den Straßen von Berlin schildern. Ich arbeite beruflich mit Schülern von der 4. Klasse bis zur Berufsschule und ich beobachte etwas, was ich noch viel bedrohlicher finde. Nämlich, dass die Jugendlichen immer weniger ÜBERHAUPT eine Meinung haben. Sie sind benebelt von den Informationen, die sie 24 Stunden am Tag abrufen. Ob wichtig oder unwichtig spielt keine Rolle. Das eigene Denken, das sich auseinandersetzen wird als fremd wahrgenommen und vermieden. Es wird Zeit, dass die erwachsene Generation sich den Köpfen ihrer Nachkommen zuwendet, damit sie ein Ich entwickeln können. 4

Indrasun
 
why not
12.02.2013
08:31 Uhr
     
noch mal kurz ein bisschen Lyrikgetue...
tut ja nicht weh...
man kann gut drüber weg lesen..


Wie es anfängt

Ich nehme bei jedem Klingeln den Hörer ab
Wenn er sich meldet sag ich Hallo und Gehts gut
Frage ihn ob er gerne Kartoffeln isst
und wie ers hält mit der Emanzipation

Er geht gern durchs Gebirge sagt er ich sage ich auch
Er empfiehlt mir einen Aufsatz zu lesen ich lese
Ich beschimpfe das Wetter. Er sagt schön Sie zu hören
Ich putze den Telefonapparat er funkelt durch Tag und Nacht.

Ulla Hahn
 
MG
11.02.2013
22:57 Uhr
     
Neuer Papst, neue Chancen......  
Orbart
11.02.2013
22:38 Uhr
     
Zunächst möchte ich darauf hinweisen,daß Rechtsextremismus kein ostdeutsches Phänomen ist.
Auch bei längerem Nachdenken fällt mir nur einen Antwort ein:Die Demokratie hat offensichtlich standgehalten.Erstaunlicherweise.Bei all ihren Schwächen.Vielleicht geht ein dankeschön auch noch in Richtung der kritischen Presse.Mag sein.Ich wollte nur meinen subjektiven Eindruck schildern.Ob der repräsentativ ist,weiß ich nicht.
 
jo
11.02.2013
21:52 Uhr
     
Worauf führen Sie die Veränderungen zurück? Ist denn der Lebensstandard in Ostberlin gestiegen, ist viel investiert worden, gibt es weniger Armut?
Armut war ja auch der Grund, weshalb in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts der braune Spuk entstehen konnte. Die Menschen waren froh, Arbeit zu bekommen und sind bereitwillig auf den braunen Zug aufgesprungen. Als er dann richtig in Fahrt war, konnten sie nicht mehr abspringen. Dafür hatten die Zugführer schon gesorgt.
 
Orbart
11.02.2013
21:16 Uhr
     
In den letzten 15 Jahren ist etwas besser geworden in den Straßen Berlins(und anderer Städte).
Manchmal taucht die Zeit vor meinem geistigen Auge wieder auf.Ach,solange scheint sie gar nicht her zu sein,die Zeit:Damals bestand die Gefahr,daß einen rechtsextreme Gesinnung drauf und dran war,gesellschaftsfähig zu werden.Das äußerte sich u.a. als modisches,optisches Phänomen:die Haare wurden rasiert,man trug Bomberjacken und Springerstiefel mit weißen(!) Schnürsenkeln.
Immer mehr junge Menschen aus meinem Kiez erlagen der Versuchung,sich optisch solidarisch zu erklären mit rechtsextremem Gedankengut.Sie äußerten das durch die Art und Weise,wie sie sich kleideten.
Mich hat das damals sehr beunruhigt,denn niemand wußte,wie weit das noch gehen würde.Könnte das Klima irgendwann komplett kippen?
Ich weiß recht gut,wovon ich rede."Mein Stadtteil"im Berliner Osten galt damals,inoffiziell,als"no go area"für ausländisch aussehende Menschen.Man mußte das allerschlimmste für die Zukunft befürcheten.
Das es letztlich nicht soweit gekommen ist empfinde ich noch heute als großes Glück.
Um nicht mißverstanden zu werden:Ich rede hier nicht der Sorglosigkeit das Wort.Die Gefahr ist nicht gebannt.Und ich weiß auch,daß es zwischenzeitlich die NSU gab.Schlimm genug,schrecklich genug.Die Zivilgesellschaft muß aufmerksam und wehrhaft bleiben.
Aber ich lasse mir auch nicht ausreden,daß sich etwas zum Guten verändert hat.
Es ist bei den jungen Leuten nicht mehr so schick,rechtsextrem zu sein.Nicht mehr "irgendwie cool" ein Fascho zu sein.
Merkwürdigerweise glaube ich,daß auch die vielgescholtene Spaßgesellschaft hier irgendwie segensreich gewirkt hat.Ich lasse mich gerne widerlegen für meine steile These,aber ich glaube:Wer Spaß haben will,will nicht hassen(mein Bezug zu Karneval jetzt).
Wie auch immer:zumindest modisch gesehen scheint der braune Spuk vorbei zu sein.
Das ist doch schon mal ein ein Anfang.
Und ein Grund zur Dankbarkeit.
Viele Grüße!
 
doc
11.02.2013
17:32 Uhr
     
Ihre Vorstellung bereitet mir schon Schwierigkeiten,lieber TG!

Jedes Schiff hat seinen Kapitän und seinen Leichtmatrosen,
jeder Film seinen Superstar und seine Komparsen,
jedes Fußball-Team sein Genie und seine Wasserträger usw,usf.

Nein TG!Das scheint mir etwas sehr utopisch;denkbar evtl. als
"Magna Carta" für die Ewigkeit.
Möge da jeder gleich wert,gleich wichtig und gleich nötig sein.
Aber hier auf Erden?Schwer vorstellbar.

Ganz schön,Sie wieder an Bord zu wissen,liebe Kathrin.
Und keinen Angst vor zuviel Präsenz.Ich glaube auch TG´Vision einer
Gesprächsrunde braucht feste Größen.

Sehr angetan war ich vom Webmaster-Beitrag vor einigen Tagen.
Schöne,nachdenkliche Gedanken.
Deshalb ein Jammer,daß sie wieder verschwanden.

Allen das Beste:doc
 
tg
11.02.2013
11:14 Uhr
     
rate zum Film "Lincoln"-Bewegend, Zeuge zu werden dieses unerschrockenen Kämpfers für die Gleichwertigkeit aller Menschen. Er zitiert den alten Mathematik-Philosophen Thales v. Milet: Wenn zwei mit einem dritten gleich sind, sind die zwei auch untereinander gleich. Also wenn wir vor Gott gleich sind, haben wir uns auch untereinander als gleich zu halten, gleich wert u wichtig u nötig. Das leben, wie sähe das aus?  
scherzo
11.02.2013
11:09 Uhr
     
Ich möcht' ein Clown sein und immer lachen,
Ich möcht' ein Clown sein und die anderen lachen machen.
Ich möchte ein stillvergnügter Clown sein und kein grosser Held,
ein klitzekleiner Spaßmacher in unserer bitteren Welt.

Ich möchte Purzelbaum auf allen Straßen schlagen
Und nicht zu allem ja und amen sagen -
Ich möchte eine lange Nase machen, wenn es regnet
Und mir ein bitterböser Mensch begegnet.
Ich möcht' Grimassen schneiden, wenn die Sonne scheint,
und einen Hampelmann verschenken, wenn ein Kind am Abend weint.

Ich möchte, daß die Welt mal lächelt, Eh's zu spät ist.
Ich möcht' ein Clown sein, dessen Kopf schon leicht verdreht ist.
Ich möcht' ein Clown sein, dessen Herz ein lustiger Planet ist.

Ich möcht' auf allen vieren über Dächer schleichen
und mir die armen und die reichen Reichen
Von oben ansehn, wie sie ihre Brötchen essen
Und danach ihre Aussichten bemessen.

Ich möchte, daß sie alle lachen
Und ihrem Nachbarn keine Schande machen.
Ich möchte an den Ecken stehn,
ein Scherzo auf die Straßen streun
Zu ihren Gunsten und auf meine Kosten
Ich möchte für ein Lachen Posten stehn, auf verlorenem Posten.

Ich möchte, daß die Welt mal lächelt, eh's zu spät ist.


Hanns Dieter Hüsch
 
Kathrin
11.02.2013
08:45 Uhr
     
TG, sorry, es tut mir wirklich leid, dass ich hier in letzter Zeit so viel Raum eingenommen habe. Wer mich kennt, also im richtigen Leben, weiß, dass ich selbst viel lieber der Typ Mitleser und Ab-und-zu-Schreiber bin. Und bestimmt kein Streitsucher, schon gar nicht hier. Und außerdem habe ich tatsächlich Schwierigkeiten damit, mich mit Nicks zu unterhalten, ohne ein wirkliches Gespür für den Menschen dahinter zu haben. Ein Freund hat mir mal das Lied von Truck Stop "Du bist ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt" geschenkt, und irgendwie ist da was dran.

Während ich so als seufz schrieb, fragte ich mich , ob ich irgendwie verrückt geworden bin, denn mir war schon klar, wo ich mich befinde, auch wenn es so aussah, als wähnte ich mich in einer Art Psychochat....

Ich kam mir aber irgendwie total missverstanden vor und wollt so gern aus der Nummer wieder raus, aber dann ging stattdessen alles immer mehr schief.
Ich habe auch aufgeatmet, als ich do's als freundlich empfundenen Faschingseintrag las.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin lernfähig und es tut mir leid, und ich hoffe, dass nach und nach wieder all die lieb und vertraut gewordenen Nicks der Vergangenheit hier eintrudeln.
PS natürlich liebe Grüße an jo. Witzig, ich habe Sie neulich ganz am Anfang des Gästebuchs entdeckt, aus einer Zeit vor über zehn Jahren oder so ;-)
 
Kathrin
10.02.2013
19:55 Uhr
     
Wollt kurz sagen, dass ich Kemitters Weiberfastnachtseintrag sehr fröhlich fand.
Ich hatte an dem Tag gerade so vor mich hin gedacht, wie komisch sich doch manches entwickelt,
und wie irre es irgendwie ist, sich in einen Dialog mit völlig Unbekannten reinzusteigern und habe über mich und die ganze für mich seltsam fremde Situation den Kopf geschüttelt usw... und dann tauchte Kemitter auf und nahm mit seinen leichten Worten für mich die Luft aus dem ganzen Übertriebenen und ich musste lachen und hatte sogar einen Hauch von Faschingsgefühlen.
Schon verrückt alles. Liebe Grüße, und natürlich hege ich keinen Groll gegen Sie, Doc.
 
tg
10.02.2013
16:48 Uhr
     
Schon spannend, diese Seite. Ich möchte als "Veranstalter" eine Gesprächsrunde am Leben halten. Zu ihr kann Jeder, Jede, hizukommen, zuhörem, mitreden, verweilen wieder seiner Wege gehen und mal wiederkommen, vorbeihören, hängenbleiben oder auch nicht. Jeder gibt Seins in die Runde. Manchmal ist verwirrend, wenn der sich auf einen Text vorher oder weiter vorher bezieht. Oder man wird reingezogen in einen kleinen Streit- den die Herrschaftten lieber unter sich ausmachen sollten-(dazu müßten sie sich Ihre privatadressen austauschen). Andrereseits kann es auch Spass machen, Streitenden zu lauschen. Und manch einer platzt dann einfach und mischt sich ein- dann wird es ein Hack-Trio; geht alles.
Ich hab gelernt, mich dann einfach mal still zu verhalten- bis die Karawane weiterzieht. Manchmal schlag ich dann ein neues Thema an. Aber da geht nicht mit, wer noch was nachtragen muss. Oder hat gerade eine schöne Idee, dire raus muss.
Jedenfalls ist diese Seite auch eine Runde, die zur Geduld erzieht. Bleibt alle behütet.
 
jo
09.02.2013
20:45 Uhr
     
@ Kemitter
Nein, ich arbeite nicht für die Kirche. Ich bin allerdings mit dem Pastor, der diese Seite ins Leben gerufen hat, bekannt. Durch ihn bin ich auf diese Seite aufmerksam geworden und finde sie gut. Ich habe hier Menschen getroffen, die mir gefallen und mit denen ich mich mehr oder weniger gut verstehe.
Wenn Du hier mitmachen willst, dann bist Du willkommen. Du solltest Dich allerdings etwas verständlicher ausdrücken, gib Dir mal Mühe. Von den sechs Zeilen, die Du geschrieben hast, verstehe ich nur die Vierte.
Ich bin der Meinung, daß wir alle Menschen mit Fehlern sind und werde das auch bei jedem Berücksichtigen.
Viele Grüße, jo
 
Kemitter
09.02.2013
17:56 Uhr
     
Ach so,o.k,o.k.,jo!Ja gut,hat zwar hier nix mit zu tun.....aber ich stimme dir zu.
Als was würdest du das bezeichnen?....Widerstand bei Menschen?::::::
Ampere//Ohm ja wohl nicht....Echte Frage...Kein Scheiß...
Arbeitest du für die Kirche jo?!?!
Internet als Schihütte.....Ist das noch Karneval?
HELAUA!!
 
jo
09.02.2013
15:20 Uhr
     
@ Kemitter
Vor einigen Tagen hat doch da ein Neugieriger, der sich Kemitter nennt, wissen wollen, wie es weitergeht.
Ja kennen Sie denn nicht die Heisenberg´sche Unschärferelation. Die besagt, daß das Beobachtete durch die Existenz des Beobachters beeinflusst wird, so dass es also nichts gibt, das wir als unbeobachtet also als ursprünglich wahrnehmen können.

Ein Beispiel aus der Technik (in der ich mich zu Hause fühle): In einem Stromkreis hängt die Stromstärke ab von der Spannung der Stromquelle und den Widerständen im Stromkreis. Je mehr Widerstand, desto geringer die Stromstärke. Will man nun die Stromstärke messen (beobachten), so schaltet man ein Amperemeter (Strommesser) in den Stromkreis ein. Das Amperemeter hat aber auch einen Widerstand. Durch das Einschalten des Amperemeters wird nun die Stromstärke veringert. Das Amperemeter zeigt eine geringere Stromstärke an, als ohne Amperemeter. Die wahre Stromstärke kann man zwar berechnen aber nicht messen.

Ein zweites Beispiel für Nicht-Techniker: Ein Mann fährt mit seiner Freundin Schi. Das Wetter wird schlechter und er bietet seiner Freundin an, in seiner in der Nähe befindlichen Schihütte zu übernachten. Sie machen sich dort ein Feuer an und mit der Zeit wird es recht gemütlich. Draußen stürmt es fürchterlich. Da geht plötzlich die Tür auf und herein kommt der Freund des Mannes (der Beobachter) und bittet dableiben zu dürfen. Die Beobachteten verhalten sich nun anders, als es ohne die Existenz des Beobachters der Fall wäre. Wetten dass....

Im Übrigen ist das hier ein Seite, die geschaffen wurde für Leute, die Lebensmut suchen und brauchen. Für Scherze und seien sie auch noch so gut gemeint, ist hier wenig Platz, auch nicht zur Faschingszeit
 
brücke
09.02.2013
14:54 Uhr
     
Er bringt 130 Kilo auf die Waage - das schwere Akkordeon, das er vor dem Bauch trägt, nicht mitgezählt. Die wenigen Haare, die er noch auf dem Kopf trägt, hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Wo auch immer Jossif Gofenberg auftaucht, drehen sich die Köpfe um. Doch Gofenberg - "Jossif", "Jossl" oder "Goscha", wie ihn seine Freunde nennen - imponiert nicht nur durch seine physische Präsenz. Jossif ist Vollblutmusiker, Komiker, Botschafter der jiddischen Kultur, der ungekrönte Klezmerkönig von Berlin.
Wenn er bei der Probe zu seinem 20-köpfigen Chor spricht - ausnahmslos Nichtjuden - kleben ihm alle an den Lippen: "Jiddische Lieder sind jüdische Seelenmusik", sagt er. "Eure Noten sind nur eine Brücke. Die Lieder müssen kommen aus eurer Seele!" Auch was immer Jossif sagt und spielt, kommt aus der Seele, aus dem Herzen.
"Er hat uns an die Hand genommen und uns in das Land seiner Musik mitgenommen", sagt die Berlinerin Maria Ulrich, die seit vielen Jahren bei ihm im Chor singt, "und das lieb ich an ihm."
1949 geboren in Tschernowitz, einst eine pulsierende Metropole jüdischer Kultur, lebt Jossif seit über 20 Jahren in Berlin. Dort lehrt er Nichtjuden jiddische Musik und mit ihr das Judentum - nicht durch Religion oder Philosophie, und sicher nicht durch die Lehren des Holocausts. Für Jossif liegt das Herz des Judentums in den Melodien, den Geschichten der Lieder, in Anekdoten und Witzen, die er erzählt wie kein Zweiter.
Doch richtig in Fahrt kommt Jossif mit seiner Klezmerband "Klezmer Chidesh" einer vierköpfigen Band, Vollprofis, die garantiert jeden Saal zum Kochen bringen, selbst eine Rentnerveranstaltung im Französischen Dom, in dem sie neulich spielten, ausgerechnet am Shabbat, an dem kein Jude arbeiten soll. Auf die Frage, ob das koscher sei, ging sein schwarzer Humor mit ihm durch: "Koscher ist das nicht, aber ich freu mich immer, wenn Nichtjuden hören die jüdische Musik. Das heißt, dass sie uns morgen nicht umbringen."
Auch das ist Jossif Gofenberg, denn auch das Lachen angesichts von 2000 Jahren Pogromen und Verfolgung ist Teil der jüdischen Kultur.
Jossif Gofenberg ist Lehrer, Akkordeonspieler, Chorleiter, Sänger, Alleinunterhalter und nebenbei auch noch musikalischer Begleiter einer jiddischen Puppenshow. Die erzählt zwischen Lachen und Weinen Geschichten aus dem alten Tschernowitz, als jiddische Kultur noch eine ganze Welt für sich war.

nach KNA

"Gott und die Welt - Der Kletzmerkönig von Berlin", Sonntag, 10. Februar, 17.30Uhr, ARD
 
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