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Peter
04.07.2013
11:43 Uhr
     
@molitor nein, ich war noch nicht in der Schweiz. Aber Sie haben sicher Recht, daß ein Ortswechsel Abstand und neue Eindrücke bringen könnte. Hier zuhause lasten die Erinnerungen und dunklen Gedanken so auf mir und ich drehe mich im Kreis. Das Schlimme ist nur, daß ich mit meinem Depressionen keine Kraft, keinen Antrieb habe, sondern mutlos das Leben verrinnen lasse.  
molitor
03.07.2013
18:34 Uhr
     
Lieber Peter,
das kann ich gut verstehen, dass Sie den Strich nicht ziehen können. Ihre Tochter verbindet sie zu altem Glück, zugleich zeigt sie, das es vergangenen ist. Das ist wirklich vertrackt und schwer hinzukriegen (Sie müssten in die Entfernung, dort erstarken, von dort dann gestärkrt zur Nähe finden, die auszuhhalten ist...).

Ich erzähle mal:
Im Studium fragte mich ein Freund, ob ich nicht mit ihm eine dreiwöchige Fahrradtour durch die Schweiz machen wollte. Es waren Semesterferien und wir fuhren los (da wir Eingang bzw. Dreigangräder hatten, fuhren wir die Pässe mit dem Bus oder Bahn hoch). Es war (trotzdem) sehr anstrengend und ging an Körper und Seele (und Nerven), und es wurde eine ganz tolle Reise.
Viele Jahre später erzählte er mir, dass er damals im Studium eine schlimme Identitätskrise durchmachte mit üblen Gedanken und davon meinte keinem erzählen zu können. Auch auf der ganzen Fahrt hat er mir nichts erzählt. Er hat nur über die Anstiege geflucht und Wasser ersehnt und stolz die Arme hochgeworfen, als das Tagespensum geschafft war. Zuhause hatte er nach den 3 Wochen nicht nur stärkere Waden, sondern auch eine stärkere Seele. Er war voll mit komplett neuen Erfahrungen und hat erzählt und erzählt und weiterstudiert und später ein ordentliches Examen hingelegt und war und ist ein identitätssicherer Mensch mit all den "Neuröschen", die so jedes normale Menschenkind hat.

Lieber Peter, waren Sie schon mal in der Schweiz?
 
Menke
02.07.2013
18:41 Uhr
E-Mail    
Trauer braucht seine Zeit!

Trauen sich in eigene Trauer reinzuversetzen,gibt Kraft für späteren Neuanfang,auch jenseits alter Gefühle.
Letztendlich kann man sich auch alleine im unbewussten seiner angefangenen Kindheit,wieder Glaube an Zukunft zurückholen.
Wenn dein Glaube dich jetzt auch noch nicht trägt,sagt man,gottes Mühlen mahlen langsam,aber sie mahlen auch für dich unentwegt
für gutes Gelingen.
In der Erkenntnis der Eigenen Verlassenheit,auch vermeintlicher Freunde,ist es wichtig,wieder Bodenhaftigkeit zu spüren.
 
Peter
02.07.2013
10:00 Uhr
     
Meine Tochter ist trotz Trennung ein fröhliches Kind geblieben. Sie ist überdies sehr mitfühlend und einfühlsam. Zu meinem Geburtstag bekam ich von Ihr eine Karte mit den Worten: Papa Du mu&t das beste aus Deinem Leben machen. Mach doch einfach einen Neuanfang. Du hasst nur dieses eine Leben. Ich war zu Tränen gerührt. Auf der andern Seite machte es mir aber so deutlic, da& meine Ehe unwiederbringlich ist, obwohl ich noch soviel Gefühl für meine Exfrau habe. ich bekomme den Schlu&strich einfach nicht hin.  
molitor
01.07.2013
21:19 Uhr
     
Lieber Peter,
ich lese, dass Sie ganz viel verloren haben.
Die Ehe, das Haus, die Arbeit, den Freund, das alte Leben,
für andere reicht nur eines davon, dass sie daran zerbrechen.

Das ist unheimlich viel, um das Sie Trauer tragen.

Dass ihre Tochter sie hält, ist stark. Sie muss einer toller Mensch sein. Wollen Sie vielleicht von ihr erzählen?
 
Ohli
01.07.2013
19:02 Uhr
E-Mail    
Ein Abstellgleis ist keine Endstation - es ist dafür da, die Weichen neu zu stellen.
Der Gedanke an Deine Tochter ist dabei ganz wichtig; denn ihr Leben möchtest du auf keinen Fall belasten. Das vergiß nie!!!
Sicher hilft die Therapeutin dabei, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Fahrt geht nicht rückwärts - der Blick muß nach vorne gerichtet sein.
 
Peter
01.07.2013
18:45 Uhr
     
ja, was ist aus den Fugen geraten? Ich bin seit 2,5 Jahren getrennt und seit letztem Jahr geschieden. Aus der Ehe gibt es eine 12jährige Tochter. Das gemeinsame Haus wurde verkauft. Seit über zwei Jahren bin ich wegen Depressionen auch in Behandlung und bin deswegen seit letztem Jahr frühberentet. Überdies starb letztes Jahr noch meine Mutter. Ich habe das Gefühl, das alles gegen mich läuft.
Meine Exfrau hat ein neues Haus gebaut. Dort darf ich meinen Fuß nicht über die Schwelle setzen. Sie hat auch einen neuen Partner, den Sie solange kennt wie mich also über 25 Jahre. Er wohnt allerdings noch nicht in dem Haus. Das alles tut so weh und ich bin abgrundtief verzweifelt. Aus dieser Verzweiflung heraus kommen auch meine Suizidgedanken. Nur dem Vorhandensein meiner Tochter verdanke ich bis jetzt mein Leben, denn ich möchte sie nicht zurücklassen. Aber trotz Antidepressiva und Therapeutin wird der Druck immer größer. Ich bin auch so viel alleine und einsam, fühle mich aufs Abstellgleis geschoben.
Im internet habe ich gelesen, dass es einen Bilanzselbstmord gibt, d.h. die bewußte Entscheidung nicht mehr zu wollen. Ich habe das Gefühl, dass dies bei mir zutrifft und dafür gibt es kein Gegenmittel.
 
SB
01.07.2013
12:00 Uhr
     
@Peter
schön, von Dir zu hören, habe immner geschaut, ob es eine Meldung gab.
Wenn Du jetzt in fachärztliche Behandlung bist, ist das schon mal ein wichtiger Schritt.
Verlier nicht den Mut und versuche die vielen Dinge, die für Dich nocht gut sind besonders zu sehen.
Sicher alles leichter gesagt, als getan, ich weiß, aber Du siehst wie viele Menschen an Dich denken und Anteil nehmen.
Mit allen guten Wünschen !
 
DS
01.07.2013
07:39 Uhr
     
@ Peter... und, wie der gute alte Seelenschmied Uwe Böschemeyer immer sagt : "Mensch, du bist immer viel mehr als die Summe deiner Probleme/Fragen..." Das hier suchen, entdecken!! Du mit uns, wir mit Dir! Bitte!
TG hat es auch gerade gesagt , wir haben unsere Ohren hier für Dich offen! Bitte !! Delf
 
tg
30.06.2013
21:42 Uhr
     
Peter. Erzähl , wenn Du magst. Was aus den Fugen ist , kann wieder heil werden -dazu ist Reden nötig.. erzähl Dich, schütt es aus. Das kann helfen beim Sortieren. Was gehört zu Dir, wovon kannst Du Dich verabschieden... Der eine nächste Schritt kann Dir beim Erzählen kommen. Es ist das Rettende schon in Dir, Du mußt nur (aber das ist viel) das Lastvolle beiseite tun. Das kann beim Erzählen geschehen. Wenn Du willst hier.  
Ohli
30.06.2013
20:49 Uhr
E-Mail    
Danke für Dein Lebenszeichen!
Auch wenn Du im Augenblick kein Weiterkommen siehst und selbst das Beten nichts nützt - Du wirst getragen von den Gebeten anderer. Vertraue darauf!
 
Peter
30.06.2013
17:16 Uhr
     
Entschuldigung, dass meine Antwort auf sich warten ließ. Danke für die Anteilnahme und die guten Ratschläge. Ich bin in fachärztlicher Behandlung und führe auch Gespräche mit einer Therapeutin, aber mein Leben ist derart aus den Fugen geraten, dass ich total neben der Spur laufe. Ich weiß mittlerweile auch, dass die Selbstmordgedanken ein Hilfeschrei sind, so wie es jetzt ist nicht mehr leben zu wollen. Dennoch sind die Gedanken immer da und machen einen auf die Dauer mürbe. Selbst das Gebet zu Jesus Christus hat bislang nicht geholfen. Ich bin so verzweifelt.  
dipinto
30.06.2013
14:22 Uhr
     
... azzuro - fondale marino - luce del sole - monumenti ... mille grazie  
tg
30.06.2013
09:33 Uhr
     
durfte ,durch glückliche Umstände gefügt, vier Tage mit nach Venedig. Dieser Traum einer Stadt: Himmel-Wasser-Sonne-Menschenwerke gehen da eine hinreißende Melange ein- jeden Augenblick in neuer Form und Farbe.. Vom Balkon des Marcus -Domes hört man das tausendfache Gemurmel der Menschheit- alle Menschen werden Geschwister- hier ist es zu greifen. Etwas von diesem friedlichen Gemurmel auch hier auf diesen Seiten , leichtes Anraunzen inklusive.  
wiki...
29.06.2013
20:58 Uhr
     
...zumülle - aha!  
Winfried Schley
29.06.2013
20:36 Uhr
E-Mail Homepage  
@molitor: Vgl. Kommentar 2. Kürzer kann ich es leider nicht und die Webmasterin dieses Gästebuches kriegt die Krise, wenn ich hier die Seiten zumülle.  
Menke
29.06.2013
11:48 Uhr
E-Mail    
Mut den Mutlosen!

Daran haben wir bis hier nur gedacht und doch konnten wir dem nicht entlaufen.
Mitlesende fühlten auch sich schon angesprochen und hatten sich in den worten der Zwischenmaschigkeit hier, mit sich und anderen genug zu tun.
In der Hoffnung,dann können wir den angelegten Mut vom anderen auch noch ertragen.
Sich mal nach Verliebten Menschen die mal so,oder anders ihren Gefallen in einer bestimmten Zeit ihres lebens Aufmerksamkeit für sich testen wollen,können die Grundfeste der Menscheit nur Zeitgleich in der Diskussion erschüttern.
Schenken wollen,um sich in seine eigene Verliebtheit festszusetzen,sollte mann ihre gegenseitigen Besitzstände erst einmal glauben.
Seine eigene Meinung in innere Gefühlswelten,Bitte nicht aussen vorlassen.
 
molitor
28.06.2013
21:33 Uhr
     
Lieber Herr Schley,

natürlich weiß ich auch, dass der Link zu Ihrer eigenen Homepage führt und ich habe dort Ihren Artikel gelesen , - ich fände es aber schöner, wenn Sie hier auf dieser Seite schreiben und wir nicht lesend "fremd gehen" müssten ;-)

Eine konkrete und für mich durchaus offene Frage:

Warum darf ein gleichgeschlechtliche Paar, das sich mit großem Ernst Liebe und Treue verspricht, bis dass der Tod sie scheide, nicht unter Gottes Segen gestellt werden?
 
wiki...
27.06.2013
16:05 Uhr
     
Hic Rhodus, hic salta! (lateinisch Hier ist Rhodos, hier springe!) bedeutet: Zeig hier, was du kannst.  
molitor
27.06.2013
10:45 Uhr
     
Lieber Winfried Schley:

hic Rhodus, hic salta!
 
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