Gästebuch


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:: lebensmut.de ::
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do
16.03.2004
12:12 Uhr
     
Kirchen wegrationalisieren wie Briefkästen oder Postämter - eine erschreckende, traurige Perspektive - und wer entscheidet dann darüber, ob die eine odere andere Kirche schön oder häßlich ist? Nach dem Krieg gab es sicherlich eine Menge Bausünden - an vielen anderen Gebäuden auch, aber sie entsprachen doch dem Willen, etwas wieder aufzubauen, was zerstört worden war. Irgendwann waren auch diese Kirchen unserer Zeit sicher einmal "warm gebetet" (Zitat TG), nicht über Jahrhunderte hinweg wie St. Severin, doch immer als Gotteshaus. Was genau zu tun ist, um die Gotteshäuser, Pastoren- und Kantorenstellen zu erhalten, weiß ich auch nicht ... aber wenn wir, die wir hingehen am Sonntag, jede/r wenigstens eine Person mitbrächten, würde vielleicht doch mancher erwachen ... ? Der Brunch kann ja gut anschließend stattfinden :-) ! Vielleicht war mit dem Spruch "Kirche zu Menschen kommen" gemeint, den Menschen den Weg zur Kirche zu verkürzen, was mit einer Zusammenlegung der Gemeinden nicht der Fall wäre ... da müssen Pastoren und Kantoren halt flitzen, wie es in vielen Gemeinden bereits geschieht.
Wo ist die Lösung? Auf diese Frage kann ich weniger rational antworten als emotional - Und doch ist auch Freud'sches Realitätsprinzip gefordert.
Beten wir zu allererst um Erleuchtung und Kreativität! ... do
 
Bärbel H.
15.03.2004
12:56 Uhr
     
Dank an den Moderator!...zu D.S.:
,,...muss die Kirche zu den Menschen kommen." Was heißt das?
Muss sie sich anbiedern mit trendigen ,,actionevents" oder sind eher harmlose Besuchswochen damit gemeint? Mit beidem habe ich ein Problem.-
Vor kurzem beklagte ein bekannter ostdeutscher Pfarrer die religiös ,,resistenten Ossis". Ein Leserbrief in der Kirchenzeitung M-V reagierte mit folgenden Worten:,,Ich erlebe sehr oft, dass ausgegrenzte Menschen auch Suchende sind- und da reicht es nicht, irgendwann, irgendwo eine Glocke einzuweihen und sich selbst zu feiern. Denn das ist genau das, was die resistenten Ossis wach sein lässt. Das kommt uns nämlich bekannt vor."
Vielleicht gibt es zu wenig charismatische Menschen beim Verein Kirche?
 
webmaster
15.03.2004
12:39 Uhr
E-Mail    
Die Predigt vom 14.3. gibt es diesmal ausnahmsweise erst am Ende der Woche, - habe vorher keine Zeit..  
Elena
15.03.2004
11:34 Uhr
     
Es wird eine Gratwanderung werden zwischen der Akzeptanz von Muslimen und der Verteidigung unserer eigenen demokratischen und kulturellen Werte. ich glaube nicht, daß man auf christlicher Stätte eine Moschee bauen sollte. Man sieht doch, wie in Jerusalem um gemeinsame Stätten gestritten wird. Überhaupt finde ich, daß die Städte über den Ort von Moscheen selbst entscheiden müssen, da ganze Viertel sich hierdurch verändern können. Mir erscheint es besser, die Kirchen würden wirklich häßliche, nicht mehr besuchte Gebäude profanisieren und verkaufen und schöne vermieten an Konzert- oder Seminarveranstalter.
Gibt es keine Predigt diese Woche?
 
DS
15.03.2004
08:24 Uhr
E-Mail    
Freunde/Schwestern und Brüder - zur Kolumne :
findet die Entwicklung nicht nur statt, weil sich die Menschen von Kirche abwenden ? Verständlich - haben ja nicht alleTG ! Sagte mal einer : wenn die Menschen nicht in die Kirche kommen, muss Kirche zu den Menschen kommen ! Nur eine Spruch oder was dran ?? Wenn ja, was denn dran ?
Wenn ich in meiner Heimatgemeinde sehe, wie schwer sich Pastoren tun, ein Nachgespräch anzubieten, wo doch erkennbar Wunsch und Bedarf danach besteht ! Das registrieren die Menschen !Aber : in Hamburg gibt´s viele eher unschöne Kirchengebäude aus den 50er und 60er Jahren. Ist es nicht schöner, davon eine zu schliessen und zwei Kleingemeinden zusammenzufassen- quasi eine Fusion von 2 mal 30 Kirchgängern mit dem Bild dann größer werdenden Gemeinden ?
Großes Thema hier in den Stadtgemeinden !
Gruss aus HH Delf Schmidt
 
Traugott Giesen
14.03.2004
19:13 Uhr
     
Vielleicht zeugt es nicht für eine große Seele, wenn Christen eher ihre überflüssig gewordene Kirche abreißen, als dass sie Moschee wird. Eigentlich ist der Islam kein missionarischer Konkurrent bei uns - es ist im Sinne der Nächstenliebe und Gottesdemut, andern Gläubigen bei der Suche nach Quartier behilflich zu sein. Aber gäben wir eine traditionsreiche Kirche ab, kann es wie eine Niederlage aussehen. Manche Kirche, die zum Verkauf steht, findet eine Bürgerinitiative, die das Stück Heimat retten will, jetzt wo es so bedroht ist. Was fehlt, merkt man erst, wenn es weg ist. Geht's nicht auch anders? Geh Sonntag zur Kirche; mach, dass sie bleibt. - Das war der letzte Abschnitt der Kolumne: "Auch Kirchen sterben"- Was denkt Ihr? Tg

 
Moderator
14.03.2004
18:24 Uhr
E-Mail    
Wie wär's, wenn Sie Ihren zunehmend persönlichen Briefwechsel ab jetzt per E-mail fortführen würden? War interessant, aber nun reicht es auch erstmal. Es ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache, sich in Ihren Dialog (etwa über Schweizer und Bayern) einzuschalten und zu beteiligen. -
Dank an Bärbel H. für den Hinweis auf die Predigt von Bischof Abromeit. Wie war "Kirche" an diesem Sonntag?
 
S.D-
14.03.2004
17:23 Uhr
     
Lieber Thomas! Nett. Ihr Schweizer seid evtl. demokratischer als wir, Ihr habt Volksabstimmungen. Die Vorsicht kommt aus meiner Geschichte hier.
Sölle: "Die Religion des dritten Jahrtausends wird mystisch sein oder absterben." Ich nahm gestern aus meinem Buch bewußt einen muslimischen Mystiker als Antwort einerseits auf die Kolumne, andererseits auf das beängstigende Attentat in Spanien. Terrorismus ist schlecht, Muslime im Allgemeinen nicht, so sie nicht daran beteiligt sind.
Scherz: Nach dem hier angefangenen Gespräch mit Dir, zu dem ich ebenfalls Andere einlade, fragte ich meinen Mann, wie der andere Schweizer Gründungstheologe heißt, dessen Nammen mir gerade entfallen war, der nicht Calvin heißt. Mein Mann sagte "Sprüngli". Wir haben gut gelacht. Nun weißt Du's: Zwingli ist feinste Schokolade.
Liebe Grüße, auch ggfs. an Deine liebe Familie, Sophie
 
Thomas
14.03.2004
10:48 Uhr
E-Mail    
>>13.03.2004, 11:25:24

>>Falls Du zurück schreibst, bitte ich Dich um ein paar Tage Pause, damit zwischendurch wieder andere zu Wort und Ausdruck finden. Sophie Heidilein. Jaja, die Morgenröte über den Alpen.>>

Liebe Sophie

Ja, das mutet mich doch etwas seltsam an. Gerade mich, als Schweizer, der die direkte Demokratie kennt, die so direkt gar nicht ist und doch. -(;-)-

Ich sehe da eine Szene von zwei Menschen, die sich, z.B. auf der Strasse, aus irgend einem Grund treffen und einige Sätze zu- und miteinander reden.
Kommt jemand dazu, so sprechen halt drei miteinander. Alle werden und können ja kaum gleichzeitig miteinander sprechen können. Dann wären es ja tatsächlich zu viele, besonders, wenn noch mehr dazu kommen, da gebe ich Dir Recht.

Ich denke, in einem virtuellen Forum, wie diesem hat es und sollte es Raum und PLATZ haben für Dialoge. Jede/r kann ja da hinein schreiben. Jederzeit. Ohne "warten" zu müssen. Normalerweise. Ich hab's wenigstens noch nirgends anders erlebt.

>

Saint Exupéry, Gibran, Bosman, Sölle, Grün, Kästner, Ringelnatz, usf. - was mir jetzt gerade wild durcheinander in den Sinn kam - und natürich die "ganz Alten" Weisen - es gibt für ein ganzes Leben vieles zu lesen, zu erfahren, zum Nach-Über-Denken. Gut, dass es diese Denker gibt und gab, die auch, nicht selten, "unser" wichtigstes Buch, ich denke mir das so, in die Sprache bringen, die WIR (die "gewöhnlichen" Menschen) sprechen und verstehen können. Jeder Mensch hat natürlich das unbedingte Recht, auch hier Ja dazu zu sagen oder Nein oder ODER.
Ich finde das gut so und spannend! Gegenseitige Toleranz und Respekt kann man dem ja auch sagen und versuchen zu leben.

>

Wie schön zu hören, dass "wir" SchweizerInnen nicht nur Witzfiguren abgeben für z.B. die Bayern - vielleicht sind wir uns doch zu ähnlich .... Aber doch nicht immer gegen die armen Österreicher .... die können ja nichts dafür, dass sie südlich von Euch wohnen und östlich von uns ....
Und doch können nicht alle SchweizerInnen, Deutsche, ÖsterreicherInnen, usf. Witze über sich von Ausländern gleich gut vertragen und mit Humor ansehen. Warum wohl?

Ich dachte mir: Nur schnell kurz - jetzt wurde es "lang". So ist das beim Reden.

Tschüss Dir und allen hier ("Tschüss" lernten wir von "unseren" Hamburgern) und einen schönen Sonntag wünsche ich Euch noch!
thomas
 
Bärbel H.
13.03.2004
18:19 Uhr
     
,,Geh Sonntag zur Kirche, mach, dass sie bleibt." Drei Ausrufezeichen dahinter in einem Landstrich, wo besonders viele alte Kirchen stehen und sonntags leer bleiben. Warum?-
Eine Antwort glaube ich in der Predigt des pommerschen Bischofs Abromeit an die neu gewählten Synodalen formuliert zu finden. Sie ist unter kirche-mv.de im Download nachzulesen. In der Hoffnung, morgen ein paar Gottesdienstbesucher zu erleben, die auch meinen Dienst nötig haben, Grüße aus Kreutzmannshagen!
 
S.D.
13.03.2004
10:25 Uhr
     
Lieber Thomas! Wenn Du ein paar Monate zurückblätterst, ca. Dezember, kannst Du den Satz von St.Exupéry auch von mir hier sehen. Du hast unrecht, wir witzeln nicht über die Schweizer, sondern über die Österreicher, aber beim Skifahren oder Wandern vertragen wir uns bestens. Ein Tip für Dich und für alle, die das interessiert: ich habe mir gestern ein wunderschönes Buch gekauft. Es strahlte mich an in blau mit goldenen Sternen. Es heißt "Ein Himmel voller Sterne" und ist vom Kreuz-Verlag, darin enthalten Gebete, Gedichte und Weisheiten aus allen Kulturkreisen und Zeitaltern, ein Buch, um sich hinzusetzten mit einer Kerze und darüber nachzudenken, besinnlich. Ein Beispiel:

O mein Gott, trenn mich nicht von dir.
Trenn mich nicht von deinem Anblick.
Dich zu lieben, ist mein Glaube und meine Religion.
Trenne nicht meinen Glauben von meiner Religion.
Ich bin verwelkt, wurde wie Herbst.
Trenne nicht die Blätter vom Zweig.
Mein Herr ist eine Rose, ich bin sein Blatt.
Trenne nicht das Blatt von der Rose.
Ich bin eine Nachtigall im Garten des Geliebten.
Trenne nicht diesen Schnabel von seinem Lied.
Alle Fische atmen im Wasser.
Trenne nicht die Fische vom See.
Esrefoglu (gest. 1469), Türkei

Falls Du zurück schreibst, bitte ich Dich um ein paar Tage Pause, damit zwischendurch wieder andere zu Wort und Ausdruck finden. Sophie Heidilein. Jaja, die Morgenröte über den Alpen.
 
Thomas Müller
13.03.2004
09:56 Uhr
E-Mail    
Liebe Sophie

Ich freue mich, dass ich Deine "Wellenlänge" getroffen habe. Allerdings unabsichtlich. Aber so ist es gut. Nicht (über-)angepasst, wie "man", "frau", "kind" sich im kirchlich-religiösen Raum oft ganz automatisch "bewegt".

Woran mir liegt, ich drücke es oft mit Saint-Exupéry aus:
Man sieht nur mit dem Herzen gut! Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.

Wenn nur die "Herzen" und "Köpfe" der Menschen nicht so oft total vergeistigt, kopfgesteuert zu gedeckt, verschüttet wären. Zuversicht, um dagegen zu wirken, ist, denke ich, ein wirksames Mittel - auch, wenn ich selbst keine direkte Wirkung deswegen erkennen kann - selbst bin ich ja auch kein Engel .... was erwarte ich denn eigentlich?

Ich sah den/die "S.D." im "hohen" Norden im Sand buddeln und sich an der Wildheit des nördlichen Meers, mit seinen kraftvollen, für uns, hohen Wellen begeistert die Natur geniessen ....

Es ist ganz anders: Du hast auch einen weiten Weg, bis Du das Meer sehen und riechen kannst. Die Berge rund um Dich herum, sie werden Dich vermutlich auch fast täglich mit ihrer Schönheit beeindrucken. Haben wir Glück!

Die Bayern witzeln über die Schweizer. Die Schweizer (die deutsch sprechenden) machen das Gleiche über die Bayern. Durch das TV kennen wir ja alle einander, auch wenn wir noch nie dort waren ....

E schöne Tag wünsche ich Dir und allen, die hier mitlesen und
-reden.

Mit herzlichen Grüssen
thomas

PS: Ja, stimmt .... Bilder von unseren wunderschönen Bergen muss ich wirklich keine mehr herum senden. Per Internet "bereise" ich ja schon seit einiger Zeit die ganze Welt. Besonders dorthin, wo ich war oder wo ich hin zu gehen beabsichtige. Dies wird bei Dir sicher auch so sein.
Nur, die Zeit wird immer knapp, denn schliesslich habe ich noch einen Beruf und eine geliebte Familie ....





Lieber Thomas! ich sage gerne Du zu Dir. ich kann das nicht mit jedem, aber mit jemandem, der etwas von Phil Bosmans schreibt, der die für mich richtigen Gefühls- und Seelenbilder verwendet, kann ich das. Ich lebe in Bayern und grüße Bern von München und Dich von Zugspitze und Karwendel, Kampenwand und Wendelstein. Wir hatten und haben jede Menge Schnee dieses Jahr, Ihr wahrscheinlich auch. Ein schönes Wochenende! Grüße, Sophie.

13.03.2004, 08:56:08
 
S.D.
13.03.2004
07:56 Uhr
     
Lieber Thomas! ich sage gerne Du zu Dir. ich kann das nicht mit jedem, aber mit jemandem, der etwas von Phil Bosmans schreibt, der die für mich richtigen Gefühls- und Seelenbilder verwendet, kann ich das. Ich lebe in Bayern und grüße Bern von München und Dich von Zugspitze und Karwendel, Kampenwand und Wendelstein. Wir hatten und haben jede Menge Schnee dieses Jahr, Ihr wahrscheinlich auch. Ein schönes Wochenende! Grüße, Sophie.  
Thomas Müller
12.03.2004
11:18 Uhr
E-Mail    
Liebe/r S.D.

Ich danke Ihnen. Eigentlich würde mir das Du besser liegen.
Ich denke, dass wir alles Menschen sind, mit dem gleichen "Bauplan" erstellt und einzig Animus und Anima und einige andere "Details", je nach Verteilungsgrad, uns unterscheidet.

"Grüßen Sie Eiger, Mönch und Jungfrau!" Ja, gerne. Von hier zuhause sehe ich sie nicht. Aber schnell einige hundert Meter zu Fuss von hier können wir sie sehen.

Es ist immer wieder ein atemberaubender Anblick, diese trutzige, beinahe feierliche Reihe der fast oder ganz 4'000-er Bergriesen zu bewundern! Auch von der Ferne!

Ein ähnliches Gefühl erlebe ich immer auch am Meer, das bei uns etwas weiter enfernt liegt ...., das Sie/Du aber ev. mehr geniessen können, als wir hier.

Vom "hohen" Norden (von uns aus gesehen) kenne ich nur Hamburg, wo wir sehr gute Freunde haben, mit denen wir uns im Juni in Dänemark treffen werden und Norderney, wo ich als ca. 14 jähriger Junge in einem Ferienlager mit deutschen Kindern zusammen war und (altersgemäss) mich in hübsche Mädchen verlugte (leider etwas ältere als ich ....) und es beim "verlugen" blieb.

Aber toll war dieses Erlebnis! Heute noch, in der Erinnerung. Besonders bezüglich der Landschaft, der Wildheit und gleichzeitigen Sanftheit der Insel, des Meeres, der Wellen, überhaupt der Natur dort!

Übrigens: Wenn ich Ihre/Deine E-Mail-Adresse kennen würde, so könnte ich Eiger-Mönch-Jungfrau in den Norden senden, so wie wir sie hier sehen, wenn es interessiert.
Einzige technische Voraussetzung: Der PC muss .jpg-Dateien lesen können.

Mit herzlichen Grüssen
thomas

PS: Und grüssen Sie/grüsse Du mir dafür den "Norden", wo der auch immer liegen mag. Jede Gegend hat ja ihre (fast immer) berauschenden Reize, sogar in Ballungszentren ....





Lieber Thomas Müller! Und wieder macht mich ein Eintrag von Ihnen lächeln. Grüßen Sie Eiger, Mönch und Jungfrau!
Nachdem ich mich an den Gingko-Gedanken erfreut habe, las ich noch einmal die Baum-Predigt. Ich liebe Bäume, vor allem den blühenden Apfelbaum, die Birke und die Magnolie, vielleicht, weil sie weiß sind, denn ich liebe weiße Blumen und Schnee. Ich selbst habe zwei im Garten, die eins sind, ein Liebespaar, Esche und Linde, Philemon und Baucis. Hier ihre Geschichte:
Zu Jupiter:
Nehme dieselbe Stunde uns fort, und möchte ich niemals
Schauen der Gattin Grab noch sie mich müssen bestatten.
Was ihr Begehr, traf ein. Sie hatten, solange sie lebten,
Über den Tempel die Wacht. Wie sie einst vor den heiligen Stufen
Standen, von Jahren gebeugt und von Alter, und eben erzählten,
Was mit der Stätte geschehn, sah Baucis, wie plötzlich Philemon,
Sah Philemon, der Greis, wie Baucis mit Laub sich bedeckte.
Während um beider Gesicht schon wuchs in die Höhe der Wipfel,
Wechselten Worte sie noch, solange sie konnten, und sprachen
Beide zugleich:"Leb wohl, o Gemahl!" und verdeckt vom Gezweige
Ward gleichzeitig ihr Mund.
Ovid

12.03.2004, 08:59:21
 
Rebekka
12.03.2004
08:54 Uhr
     
Liebe Do, ich will Dir doch noch mal schreiben, da ich gestern so kurz angebunden war. Durch Deinen lieben Text fühlte ich mich verstanden, angenommen und auf wunderbare Weise beruhigt. Mir wurde echt ganz warm ums Herz, während mein Text nur symbolisch wünschend gemeint war. Für Dich möchte ich mir wünschen, dass Du bald an einem Dir ersehnten Ort sein kannst, der Deine Wärme ausstrahlt.
Meine Zeilen an Elena nahmen gestern ein plötzliches Ende, da sich das Schreibfeld nicht weiter nach oben bewegen ließ. Ich nahm dies als Zeichen, das Thema zu verlassen und still abzuwarten, bis der Grauschleier den Himmel wieder freigibt und das Gedicht von Thomas Müller "Bald ist es Frühling" endlich Realität wird.
Kraft unseres Geistes soll es ja möglich sein, manch quälenden psychischen Zustand zu überwinden.
Mit einem friedvollem Frühlingsgruß verbleibe ich bis der erste warme Sonnenstrahl mein Herz wieder erreicht Deine/Eure Re
 
S.D.
12.03.2004
07:59 Uhr
     
Lieber Thomas Müller! Und wieder macht mich ein Eintrag von Ihnen lächeln. Grüßen Sie Eiger, Mönch und Jungfrau!
Nachdem ich mich an den Gingko-Gedanken erfreut habe, las ich noch einmal die Baum-Predigt. Ich liebe Bäume, vor allem den blühenden Apfelbaum, die Birke und die Magnolie, vielleicht, weil sie weiß sind, denn ich liebe weiße Blumen und Schnee. Ich selbst habe zwei im Garten, die eins sind, ein Liebespaar, Esche und Linde, Philemon und Baucis. Hier ihre Geschichte:
Zu Jupiter:
Nehme dieselbe Stunde uns fort, und möchte ich niemals
Schauen der Gattin Grab noch sie mich müssen bestatten.
Was ihr Begehr, traf ein. Sie hatten, solange sie lebten,
Über den Tempel die Wacht. Wie sie einst vor den heiligen Stufen
Standen, von Jahren gebeugt und von Alter, und eben erzählten,
Was mit der Stätte geschehn, sah Baucis, wie plötzlich Philemon,
Sah Philemon, der Greis, wie Baucis mit Laub sich bedeckte.
Während um beider Gesicht schon wuchs in die Höhe der Wipfel,
Wechselten Worte sie noch, solange sie konnten, und sprachen
Beide zugleich:"Leb wohl, o Gemahl!" und verdeckt vom Gezweige
Ward gleichzeitig ihr Mund.
Ovid
 
Rebekka
11.03.2004
21:18 Uhr
     
Liebe Do, hab Dank für Deine Ginkgogeschichte, ja ich liebe diese Blätter auch, gepresst und golden angemalt sind sie zusammen mit dem Gedicht von Goethe, das Du uns so schön geschrieben hast, ein schönes Geschenk. Im Frühling will ich auch nach Weimar, dann denke ich an Dich Re  
Rebekka
11.03.2004
21:06 Uhr
     
Liebe Elena, Du hast Recht, vielleicht habe ich etwas gespürt, was mehr mit mir selbst zu tun hat als mit Dir. Sicher soll das Hohelied von Salomo die Hochzeit zwischen Jerusalem und Gott darstellen. Ob das so haltbar ist bei diesem( unbekannter Herkunft) alten Lied? Für die feministische Theologie ist der Ursprung mehr im Mateachat zu finden und bedeutet dort die Vereinigung zwischen der Göttin und dem Heros. Für mich ist es darüber hinaus einfach auch das schönste Liebeslied. Immer habe ich es geliebt, die Bibel durch das Bibliodrama kennen zulernen, mehr die Geschichten zu erleben und zu spüren, als sie kognitiv zu entdecken. Andererseits bewundere ich Menschen, die die Bibel kognitiv gut auslegen können. Das Hohelied der Liebe von Paulus an die Korinther habe ich bei der Trauerfeier meiner Mutter vorgelesen, höre es aber auch oft bei Hochzeiten - ist das ein Widerspruch? Mit dem Wort "erkannt" verbinde ich viel mehr als es herkömmlicherweise gebraucht wird. "Erkannt" erfahren sich Mann und Frau in einer ganz anderen Weise wie sonst nie - es ist wie ein kleines Sterben. Wenn Du magst, ich würde ich gerne von Deinem anderen Gott hören. Re  
Thomas Müller
11.03.2004
20:18 Uhr
E-Mail    
Bald ist es Frühling

Manchmal sind es die Träume,
die Dich überwintern lassen,
die Dich in der Zeit
abgestorbener Liebe
und erfrorener Hoffnung
in zarten Bildern
ahnen lassen,
dass kahle Zweige
morgen wieder Knospen treiben.

Autorin Christa Spilling-Nöker

Was morgen ist, auch wenn es Sorge ist: ich sage "Ja"

Mit herzlichen Grüssen für eine hoffnungsvolle Frühlingszeit!
thomas

 
Elena
11.03.2004
14:28 Uhr
     
Liebe Rebekka! Du brauchst mich gar nicht in Ruhe zu lassen, ich bin und war eigentlich immer für Menschen ansprechbar, und ich gehe niemandem verloren. Aber evtl. gehe ich Gott verloren, und vielleicht will ich das so. Wir haben auch einen Willen, und mit dem Willen können wir uns öffnen oder schließen, anders als Blumen, wo das die Sonne macht. Ich glaube, wir können uns auch vor Gott verschließen mit diesem Willen, der aus dem Kognitiven kommt. Es kann sein, daß wir dann einem anderen Gott begegnen. So muß ich Dir auch sagen, daß das Hohelied des Salomo eine hebräische Hochzeitsmystik ist, während Kor. 1,13 eine Todesmystik ist und ein hohes geistiges Werk von einem hochgeistigen Mann, der unter klugen Menschen in Hellas lehrte. Über diesen, den ich sehr schätze, werde ich letztlich etwas mit Gott verbunden bleiben.  
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