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Autor Nachricht
Bettina Hammer
15.10.2001
22:48 Uhr
E-Mail    
Hier einige Bruchstücke eines Interviews vom 14.10. mit Bischof Huber (Berlin). Das komplette Interview ist zu finden unter "Wort für den Tag" - Predigten und Ansprachen zur Terrorkatastrophe in den USA.
Zitatanfang:
"Untätigkeit konnte nicht die Antwort auf diese Terroranschläge sein.
Paulus sagt: 'Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.'
Dieser Satz steht in der Bibel unmittelbar vor dem Kapitel, in dem derselbe Paulus von der Aufgabe staatlicher Autorität spricht, dem Bösen zu wehren, auch mit den Mitteln der Strafe und des Zwangs. Also gibt es eine Grenze, in der einfaches Nichtstun ein Gewährenlassen des Bösen wäre.
Es gibt ein notwendiges Gewaltmonopol des Staates um des Schutzes von Recht und Frieden willen. In diesem Bereich bewegen wir uns im Augenblick. Es gibt Situationen, in denen der Gewalt mit Mitteln der Gewalt entgegengetreten werden muss. Die Vorstellung jedoch, dass das Ende des Terrorismus mit Gewaltmitteln allein herbeigeführt werden könnte, diese Vorstellung ist irrig.
Es gibt keinen gerechten Krieg. Es gibt, wenn es gut geht, einen gerechten Frieden. Der Frieden wurde verletzt. Darauf muss es eine Reaktion geben. Diese Reaktion schließt den Gewalteinsatz als äußerstes Mittel nicht aus.
Ich halte die Diskussion über die Herstellung weltweiter sozialer Gerechtigkeit für dringend notwendig. Aber ich halte es gleichzeitig für völlig verkehrt, dieses wichtige Thema dadurch ins Zwielicht zu rücken, dass man es mit solchen Terroranschlägen verknüpft. Der Hinweis auf ein existierendes Problem rechtfertigt nicht Maßnahmen, die in sich vollständig illegitim sind." Zitatende.
 
Dagmar Müller-Funk
14.10.2001
15:54 Uhr
E-Mail    
Apfelbäume pflanzen ... Lieber Pfarrer Giesen, Sie haben mich kennengelernt, hochschwanger und unwillig ein Opfer zu sein, am 9. September 2001 gemeinsam mit unserem "großen" Sohn Martin (4). Unser Urlaub ging am Samstag nach den Anschlägen in den USA zu Ende. Ich schreibe Ihnen diese eMail, um Ihnen mitzuteilen, dass eine Woche nach dieser unvorstellbaren Verwüstung, in Frankfurt unsere kleine Tochter Hannah gesund und munter zur Welt kam. Da ist soviel Hoffnung im Leben, wenn man nicht mehr paralysiert auf den Fernsehschirm starrt, sondern so ein nagelneues, ganz zerbrechliches Leben im Arm hält! Ja sicher, die Welt scheint unsicherer geworden, seit jenem unseeligen 11. September 2001. Seien wir ehrlich - sicher war das Leben nie. Die Qualität der Unsicherheit ist jetzt eine andere. Und ich wünsche mir und unseren Kindern, dass die Verantwortlichen auf allen Seiten, einen Sinn dafür entwickeln mögen, wer damit angefangen hat, "das Feuer zu legen." Wie vermessen muss man eigentlich  
K.
14.10.2001
00:48 Uhr
E-Mail    
Lebensmut- das Wort kann man so unterschiedlich hören, lesen, verstehen: laut, plakativ, moralisierend, heroisierend, (an-)klagend, erweckungsbewegt, romantisierend, auf der Selbsterkennungswelle schwimmend ... oder auch schlicht gesprochen mit einem tiefen Erfahrungshintergrund, der weiß, wie wenig selbstverständlich es ist, immer Mut zum Leben zu haben.
Aber Leute, wir kommunizieren hier auf einem Forum mit Traugott! Also: L E B E N S M U T
mit und trotz allem ! Das hat auch was mit Freude zu tun, mit prallem Leben, der Liebe zum Leben, mit der Fähigkeit, sich nicht immer allzu wichtig zu nehmen und der Bereitschaft, das Leben aus vollem Herzen und nicht nur aus einem überfüllten Kopf heraus zu leben.
 
p k
12.10.2001
22:26 Uhr
E-Mail    
Meine französische Freundin meinte, Lebensmut sei das dazugehörige Substantiv zu lebensmüde; interessant, nicht wahr, und nachdenkenswert, wie nah sich Wörter sein können, die doch scheinbar Gegenteiliges meinen. Aber: wer Mut kennt, kennt auch die Angst, und Lebensmut weist schon darauf hin, dass es nicht selbstverständlich ist ... eben nicht alles easy. Und Lebensmut wirkt gegen klein sein und den Himmel aus dem Blick verlieren, Lebensmut ist auch eine gute Zutat für magenfreundlichen Tee und kinderliebende Menschen.  
Klaus Merhof
12.10.2001
17:32 Uhr
E-Mail    
Lebensmut - was heißt das eigentlich? Das Wort, aufmunternd einander zugesprochen, hat (sorry!) ein bißchen was von dem (überflüssigen) Charme eines Presslufthammers. Eine zeitlang war in Hamburger S-Bahnen ein Spruch plakatiert, der da sinngemäß lautete: "Du kannst deinem Leben nicht mehr Tage geben - wohl aber deinen Tagen mehr Leben." Das zu begreifen ist doch ganz leicht - oder nicht?! Denn man muss ja nicht leben (Benn) -aber man darf. Was scheren mich die Globalisierungsprobleme von Heinz Zahrnt? Gold und Geld und Gott - na ja, aber meine Tochter hat Bauchweh: Da koch ich ihr doch möglichst schnell einen magenfreundlichen Tee.
Der Ort der Freiheit liegt hinter der eigenen Stirn. Für Abenteuer-Reisen zB ist das Besteigen eines Düsen-Jets absolut nicht erforderlich - die Weltliteratur bietet ein frei zugängliches Paradies an Lust und Erfahrungen. Ein Philosophiestudium lässt sich beginnen, indem man für wenige Groschen die größten (und trotz ihrer großen Namen unbekanntesten) Klassiker auf dem Flohmarkt ersteht. Oder lies doch mal Luther live. Oder Nietzsche. Oder Adolf Holl. Was hindert dich? Die Bibliotheken und Bücherhallen haben bekannte Öffnungszeiten, und die Musik- und Kunsthallen sind frei zugänglich. Du könntest dir auch eine Flöte kaufen oder eine Mundharmonika. Man muss es nur tun - man muss es nur wollen. Man kann auch jemandem Suppe bringen - oder im Kindergarten helfen, Laternen zu basteln. Oder Müll-sammeln im Stadtpark. Oder Laub-verstopfte Gullis säubern (Pfützen-stechen! - das macht Laune). Abertausend Möglichkeiten ... Nur mal so - mit Lust auf Leben.
 
p. k.
11.10.2001
23:14 Uhr
E-Mail    
Hallo Traugott, lieber Bruder,
wie schön - dein Inseljubiläum, die lebensmutige Korrespondenz und natürlich, daß du bist, wie du bist (mein kleiner Sohn hätte gesagt"du bist viel schöner als du aussiehst ... ").
Ob Gott sich entthronen läßt von Geld und Gier und Herrschaftsgelüsten. Ob das Gott klein macht? U n s entthront es, uns Gottesgeschöpfe, es verfinstert die Lichtgedanken, als die wir gemeint sind. Uns macht es klein, so klein, das der Himmel noch weiter weg erscheint. Wenn nur Gott uns nicht aus den Augen verliert ... .
 
Traugott Giesen
11.10.2001
19:18 Uhr
E-Mail    
Lieber Delf Schmidt - Dank für die Mahnung - schon recht, ist doch Echo. Keine Klage. Hätte nur mehr Gespräch untereinander angestoßen. Ja, es lesen viel mehr Menschen mit als sie schreiben. Hat jeder ja sein Recht, von sich was abzugeben, wie er es meint. Nur: Die wissen auch, haben auch ein Recht, wahrgenommen zu werden. Z. B. Ihre Anfrage, ob Gott sich entthronen läßt von Geld und Gier und unsern Herrschaftsgelüsten. Ob das Gott klein macht? Ich will mal stillhalten, bis, sagen wir 6,8 Mitmenschen das Ihre dazu geschrieben haben. Herzlich TG  
delf schmidt
11.10.2001
14:16 Uhr
E-Mail    
Lieber Pastor,
wenn ich die Kolumne zu 25 Jahre treuem Dienst lese und jetzt den Eintrag Nr. 73, dann kommt mir der Mann, der mir immer Lebensmut versprüht hat, der mich aufgerichtet hat aus dem Nichtssein und Orientierung für Weitermachen gegeben hat, verdammt ( tschuldigung) pessimistisch und resigniert vor. Ich weiß und habe dies auch hier kürzlich bei einem Pastor gehört, daß Ihr einen sehr aufreibenden Beruf habt - immer alles geben und nichts ( ? ) zurückgekommen ? Ich hoffe, daß auch ich wie viele andere ab und zu weitermach-treibstoff-Worte gesandt habe, jedenfalls waren sie so gemeint. Du bekommtst doch viel Dank und das ist doch der Lohn -oder ? Sicher könnte es mehr sein aber der der Betreiber des Lebens tut doch seins hinzu ! Was möchte ich wünschen : verbrenn bloß nicht - denn Lebensmut.de ist mehr als eine weitere Page im Heer des massenhaften Netz-Schrotts - hier sollten alle Halt und Zukunft finden, wenn sie denn nur suchen würden . und schon wieder will ich was , aber Du bietest es ja auch an : habe gerade
 
Traugott Giesen
10.10.2001
20:22 Uhr
E-Mail    
Lieber Klaus M. Dein Mutmachbrief tut gut. Geht zu Herzen. Aber dafür muß man wirklich ein Jubiläum haben, dass man so was gesagt bekommt. Ansonsten muss es reichen, nicht zuviel Gegenwind, Dunst, Hohn, Niedermache zu kassieren. Es ist schon so, man kann doch froh sein, wenn der Bogen wieder voll ist. Und es spannend bleibt für einen selbst, ob sich was Mitteilenswertes einstellt. Aber noch eins - Die Webmasterin dieser Page ist doch ein Ass - einfach for fun bereitet sie die Sachen so auf. Bleib behütet TG  
Klaus Merhof
10.10.2001
17:24 Uhr
E-Mail    

Mensch, Traugott - da habe ich doch glatt Dein 25jähriges Sylt-Jubiläum fast verpennt! Aber angesichts eines Vierteljahrhunderts sind ein paar Tage Verspätung vielleicht nicht so schlimm, in diesen verrückten Zeiten.
Leider habe ich Dich bisher nie "live" erlebt (von diversen guten Stunden in Nordelbischen Synoden abgesehen) - Keitum ist soweit weg von Hamburg.
Aber über Jahre in der MOPO und jetzt in der WELT bist Du ja auch an der Elbe präsent - und guten Schreib-Stoff nennt man ja wohl Literatur!?
Du schreibst nicht über Interessantes an sich, sondern Du schreibst von mir. Und das kann nicht jeder. Das kann kaum einer. Das kann nur der, der Worte so zu wählen weiß, dass sie selber zünden.
Interesse heißt: "Zwischen-Sein" - und "zwischen" mir und der Welt-Wirklichkeit liegt Vieles ("Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel" 482/4). Das Entscheidende bei Dir ist, dass Du meinen Kern triffst. Denn das "nur" Inter-essante ist eigentlich völlig uninteressant. Es reicht für den Stammtisch, für das Betriebsfest, für das öffentliche Palaver. Es reicht nur für das blöde "Dazwischensein".
Für Kinder zum Beispiel reicht es also nicht: Sie haben ein Recht auf Liebe, auf Zeit, auf Zuwendung, auf Zumutung, auf Lebensmut. Sie haben ein Recht auf Verantwortung. Ein Recht auf das konkrete, direkte Leben, auf das Spielen. Ein Recht, zu sein. Das schmerzliche "Dazwischen-sein" erfahren sie (leider) noch früh genug.
In diesem Sinne bist Du, Inselpastor, nicht interessant - aber eben auch nicht langweilig (manche Gegensätze in unserer Sprache sind völlig idiotisch). Du bist ein Zauberer - und Du produzierst Kernbrennstoff. Danke für Dich. Und bleib auch Du behütet.
 
Webmaster
08.10.2001
12:34 Uhr
E-Mail    
Liebe Leser, die bisher unter "Lebensmut im Lebensbogen" sowie "Quellen von Lebensmut" bereitgestellten Texte und Predigten sind jetzt unter dem jeweiligen Stichwort im neu aufgebauten und ergänzten Themenverzeichnis ausgewählter Predigten zu finden. Hier werden auch nach und nach ältere (vor 1998) Predigten eingespielt.  
Claudia und Rainer Wehner
04.10.2001
20:14 Uhr
E-Mail    
Dies Homepage ist von jemanden, der es versteht, den Menschen Mut zum Leben zu machen.
Wir danken Ihnen, lieber TG und freuen uns auf ein Wiedersehen.
Viel Kraft für Sie und für alle Menschen. Wenn jeder ein Stueckchen Liebe und Zuspruch dem anderen gibt, dann sieht die Welt ganz anders aus.
 
i t
29.09.2001
23:30 Uhr
E-Mail    
erst einmal lebensmut. ein großes schweres wort. mir fehlt oft der mut. und dann lebensmut...
die ereignisse vom 11.09. dieses jahres wiegen schwer. ich fühle mich auch getroffen, obwohl ich niemanden zu beklagen habe und eigentlich auch keinen bezug zu den staaten habe. warum liegt mir sei dem vorfall amerika so nah? die nähe fing mit den mir unverständlichen infos (was habe ich alles verpasst, bis zum 01.04.200?) im radio an. ich hatte sofort da gefühl, dass auch ich gemeint bin.
ich wünsche allen hinterbliebenen die hilfe, die sie zum überleben brauchen. für ein überleben im lebenswerten sinne.
 
Traugott Giesen
28.09.2001
15:37 Uhr
E-Mail    
Wir möchten es alle wieder normal. Ist es so wie mit AIDS, wie mit BSE? Wenn man Geld hätte und mehr draus machen wollte, müßte man jetzt Aktien kaufen? Das Unrecht in der Welt, aus dem der Wahnsinn seine Energie zieht, zieht sich hin. Schranken fallen, siehe Zug. Wir werden mit Unruhe leben. Und haben die Pflicht, Privilegien zurückzugeben. Die ganz persönliche Gabe an Brot für die Welt will ich tun. Sie wird mich nicht schmerzen, aber wenigstens soll und will ich sie merken. TG  
t g
18.09.2001
16:01 Uhr
E-Mail    
Ja, wir müssen uns verteidigen gegen den wahnsinn. werden ihn aber nur stillen, indem wir Chancen einräumen allen, und mit unsrer kleinen Kraft , üben die Geschwisterschft.Wir werden Privilegien abgeben. Und für Busch beten, daß der heilige geist ihn beatme- bis her scheint er gehalten zu sein, Liebe in den Zeiten der Cholera- wie . Doch TG  
delf schmidt
18.09.2001
11:15 Uhr
E-Mail    
...der druck aus dem ausland auf uns wird riesig werden. erhalte von freunden aus usa und australien mails und meinungen derart, jetzt komme doch auf den prüfstand, danke nicht nur zu sagen für hilfe bei wiederaufbau und wiedervereinigung sondern konkrete unterstützung als dank zu schulden. dem gilt es standzuhalten und dennoch nicht nein zu sagen, dies wird das von politik und ???? zu leistende sein. und den freunden in amerika zu sagen, dass wir bei aller konsumhaltung, globalisierung, science-fiction mit all den szenarien, die sich jetzt realisiert haben, die ja ihren ursprung zumindest auch in den usa haben, jetzt die chance haben, nachzudenken, kleiner zu werden, demut zu üben und zu lernen. wie schwer, dies jetzt gleichsam den erwartungen entgegenzusetzen ohne als abtrünnige und dank vergessene zu gelten. hier müssen wir stark bleiben und sprechen, sprechen, sprechen und beten, beten, beten. TG - vermittel uns weiter kraft hierbei, seit langem haben menschen nicht so viel zusprgruss aus hamburg, das plötzlich so verstrickt scheint !  
Bärbel Hohmann
17.09.2001
20:30 Uhr
E-Mail    
Die Sprachlosigkeit weicht der Angst, dass sich der Konflikt weltweit ausweiten wird. Danke für die klaren Worte in Ihrer letzten Predigt dazu!Auch für die Worte zum Tag, die uns hier vor Ort beim Gebet helfen, selbst Worte zu finden.  
delf schmidt
12.09.2001
09:04 Uhr
E-Mail    
.....noch bevor wir Fragen stammeln können zu den Ereignissen von gestern, finden wir tg´s Worte für den Tag. Danke, dass unsere Gedanken damit so schnell wieder die richtige Richtung finden können, bevor wir in Rache, Ohnmacht,Glaubensrissen oder auf sonstigen Abwegen gefangen werden.  
Heike Winkel
10.09.2001
07:58 Uhr
E-Mail    
Hallo Herr Pastor Giesen,
den von mir im Mai gewünschten Text "So um 40 wird
man erwachsen- zur Silbernen Konfirmation" habe ich mittlerweile im "Lebensbogen" gefunden. Das Internet ist doch prima! Vielen Dank!
Liebe Grüsse sendet Heike Winkel
 
T Giesen
30.08.2001
14:56 Uhr
E-Mail    
Liebe G:W. Ihr Wahrnehmen ist doch einen wiedergefundene Lebensgabe. Wenn Sie jetzt einen neben sich bedroht sehen, wissen aber, daß Sie ihn nicht an sich ran lassen dürfen, dann meiden Sie ihn auch. Sie sind entronnen. Sie stehen noch auf dünnem Eis. Beten Sie für ihn und uns alle. TG  
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