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:: lebensmut.de ::
Autor Nachricht
Claus
24.02.2011
22:07 Uhr
     
Ist es richtig, hier bei LEBENSMUT seine Ehe- und außerehelichen Erfahrungen zu beschreiben? Wir haben alle Vieles erlebt, doch -Gott sei Dank- gibt es bei den meisten Menschen eine natürliche Hemmschwelle, dies der Öffentlichkeit mitzuteilen. Es muss doch etwas geben, was wir nur mit uns ganz allein abhandeln, eben unser ureigenstes Geheimnis.
Mir ist bei dieser Seite aufgefallen, dass ein Herr sie als Werbeforum nutzt und eine Dame sich in langen Texten wieder selber finden muss. Meine Frage an die anderen Mitleser lautet nun: Ist das der Sinn, den Pastor Giesen gewollt hat , als er diese Seite installierte?
 
kathrin
23.02.2011
09:21 Uhr
     
Liebe Grüße ins Gästebuch - und ich vermisse *ingrid* und das Beseelte ihrer Zeilen - ich hoffe, es geht ihr gut und schicke ihr sehr liebe Gedanken.
Kathrin
 
tg
22.02.2011
12:25 Uhr
     
Wir werden ungern enttäuscht. Halten oft die Treue,obwohl wir wissen oder jedenfalls ahnen, der/die tickt anders als er/sie anfangs sich gab. Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung. Schmerzlich und heilsam.  
Delta
22.02.2011
09:30 Uhr
     
Liebe Indrasun,
es ist ein anderer Winter gekommen, als ich ihn erwartet habe und er ist noch nicht vorüber. Aber wir haben ja auch erst Februar.
Trotzdem danke, dass du an mich denkst

Delta
 
indrasun
22.02.2011
09:12 Uhr
     
Lieber Molitor,
auch von mir Danke. Nein, verlockend klingt das nicht, wenn Menschen versuchen, Gott die Priorität zu geben, in dem sie sich einsperren. Verlockend vor allem aus Kindersicht im Bezug auf Väter und aus Menschen in Bezug auf Führungspersonen sind doch Menschen, die Fehler machen und lernen, sich aber immer wieder dem Leben und ihren Gefühlen stellen und das auch sagen. Und da braucht es jeden. Sexualität ist Energie und sucht sich ihren Weg. Das Zölibat ist eine Maske, ein Schutz, der versteckt, was Gottgewollt ist, aber vielleicht Angst vor Kontrollverlust macht. Wer sie aufsetzen MÖCHTE, dem sei es erlaubt, sei aber ehrlich.
Indrasun
 
DS
22.02.2011
08:12 Uhr
     
Molitor, danke, das ist´s, verständlich ausgedrückt für mich! Danke und bleib hier mitdenkend dran, bitte! DS  
molitor
21.02.2011
20:46 Uhr
     
Die aktuelle Kritik am Zölibat kommt aus der katholischen Kirche selbst. Ich wüßte nicht, dass die ev. Kirche sich dazu irgendwie offiziell geäußert hätte. Die Kritik ist formuliert worden von 150 katholischen Theologie-Professoren in Form eines Memorandums. Inzwischen haben sich 160 Freiburger Geistliche das Memorandum zu eigen gemacht, es zieht weitere Kreise unter den Priestern.

Meißners Votum dagegen: "Es ist hoch angemessen, dass die Kirche den Zölibat mit dem Priestertum verknüpft. Die Priester sollen nicht nur reden, sondern das mit ihrem Leben bezeugen, was sie anderen sagen. Für einen Priester wird Gott so sehr zur Priorität, dass er die hohen Werte von Ehe und Familie nicht zu verwirklichen vermag".

Ich lese das so: Es geht also um Prioritätensetzung. Die Ehe und die Familie nehmen Gott seinen ersten Platz weg. Ein Priester ist derjenige, der als einziger darstellen soll, dass es auch anders geht. Wenigstens der Priester soll leuchtendes Beispiel sein, dass es einem Menschen möglich ist, Gott an erster Stelle in seinem Leben zu haben.

Das klingt beim ersten Hören verlockend. Und erfüllt sicher die Sehnsucht einer Gesellschaft nach einem "heiligen Rest". Und doch ist es so tückisch, denn es verschleiert: die Priorität Gottes im Leben eines Menschen wird nicht durch Ehe und Familie bedroht, sondern durch das, was die Alten - Sünde nannten. Um mal gegenständlich zu reden: der Sünde, dem Absondern von Gott, wäre es nur recht, wenn man sie mit Ehe und Familie und möglichst mit Sexualität identifizieren würde, dann würde nämlich ihre Tiefe niemals richtig erkannt werden.

Da war Luthers Entdeckung doch ehrlicher: Selbst Mönch-Sein hilt nichts. Man kommt da aus dem Sündigen auch durch Enthaltsamkeit nicht raus. Es hilft kein Familienstatus, kein Priesterstatus, nichts. Das alte ego will grundsätzlich, dass Gott nicht Gott ist. Sondern es selber die Position einnimmt. Was Meißner von Amtswegen seinen Pristern abverlangt, kann man gar nicht machen: Gott dauernd und allein zur höchsten Priorität machen.

Es gibt dagegen etwas - zu hören.

Es gibt zu hören, dass Gott alles Machen und alles Enthalten und allen Status rechts und links überholt und mit seiner Liebe längst schon da ist, wo man gerad selber noch hin wollte, und er von sich aus den Familienstatus verleiht: Kind Gottes, - ohne Verdienst, auch ohne Amt und ohne Weihe.
Wer das hört, ist geliebter Sünder, mehr kann man wohl auf Erden nicht sein. Man ist es als Single, als Ehepartner, Mutter und Vater, Pastor und Pastorin, - als Priester - und wie wichtig und vorbildlich wäre es doch, wenn ein "hörender" Priester auch Ehemann und Vater sein kann, er ist dann so wichtig und vorbildlich wie jeder andere "hörende" katholische Vater auch.
 
DS
20.02.2011
20:31 Uhr
     
@ TG, danke, das war fällig!! DS  
tg
20.02.2011
18:57 Uhr
     
Also jetzt reichts mir. Einiges übergehe ich lange . Aber dass Protestanten Rom beneiden, das fordert mich doch. Ich bin dankbar, evangelischer Christ sein zu dürfen- Und ein Gottesgeschenk an die Menschheit ist: So halten wir dafür, daß der Mensch Gott recht ist ohne Werke, allein durch den Glauben (Luthers Kernfund : Römerbrief 3,28); den Glauben , dass uns Gott lieb hat und braucht.
Natürlich hat Rom die Aufklärung noch vor sich,ein Hochamt aus Rom ist Imitat orientischen Potentatentums, ,man muss nur mal sehen, wie der Papst seine Zöglinge auf dem Bauch liegend, mit Gesicht nach unten absolute Treue schwören läßt. Die Reservierung des Priesteramtes für Männer ist reines Machotum . Also seelsorgerlich sind die katholischen Priester evangelischer als der Papst es ahnt. Aber Rom hat die Aufklärung (den Austritt des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Abhängigkeit) noch vor sich. Die evangelischen Kirchen haben auch noch viel zu lernen, aber nicht von Rom.
 
RBBln
20.02.2011
14:31 Uhr
     
betr. Beitrag Sophie vom 13.2. - war weg und habe sofort nach ankunft diese seite - wie immer - aufgerufen :ich bin soooo Ihrer meinung - besonders bestätige ich Ihre Zeilen " daß evang. Christen die RKK beneiden, fürchten und eher eifersüchtig beäugen...Wer fordert eigentlich die Aufhebung des Zölibats? Man sollte es doch eigentlich den kath. Priestern überlassen, darüber zu diskutieren . P.S. Molitor 16.2.: man kann wohl kaum einen kath. priester mit einem Familienvater vergleichen - wie kommen Sie auf solch einen Vergleich?  
Sophie
20.02.2011
12:17 Uhr
     
Ad SB: Nein, uns bestimmt nicht. Überalterte Gesellschaft, die sich über Blumen unterhält, nicht über Schulen, aber von den wenigen Jungen, von denen sie aus Egoismus zu wenig geboren hat, Rente haben will, um über die Natur zu labern. Den Ägyptern und Tunesiern scheint das aber gelingen zu wollen, der Wille ist zumindest da, und die Zukunft liegt ohnehin in Fernost. Europa hat fertig. Und Tschüss. Das war's. Schaue nicht mehr rein. Alles Gute mit den Heckenrosen! Ertappt bei der wegschauenden von jung finanzierten Alterslethargie? Alles hier genauso wie's war, weit weg von einem jungen, dynamischen mit dem Besen auskehrenden Jesus. So einer fehlt Euch. Und wenn Ihr ihn hättet, würdet Ihr ihn kreuzigen, genau wie die Römer. Der Mensch hält keinen Spiegel aus, denn darin sieht er meistens nur eine Fratze. Daher braucht er die Heckenrose. Sie ist schön. Unbeschwert und eitel (Der kleine Prinz). Es kann sie nichts erschüttern.  
SB
20.02.2011
09:12 Uhr
     
@jakobus, vielen Dank für den guten Hinweis auf den Artikel "Brot für die Fremden - Die Kirchen in der säkularen Stadt" von Fulbert Steffensky, fand ich sehr gut !

Ja, leider sind nicht alle Menschen mit Intelligenz, gutem Elternhaus, guter Ausbildung und den uns eigenen Werten ausgestattet. Aber auch sie gehören zu unserer Gesellschaft und müssen von uns irgendwie aufgefangen werden und bedürfen unserer Hilfe.

Übrigens Sophie, auch nur mal von Heckenrosen und dem Meer zu lesen ist auch mal schön und die Welt grundsätzlich zu verändern wird uns nicht gelingen.

Allen einen schönen Sonntag !
SB
 
Sophie
19.02.2011
15:43 Uhr
     
Liebe Indrasun,
mir ist das vollkommen bewusst mit dem zu großen Raum. Asche auf mein Haupt. Aber ich kann mich oft nicht kürzer ausdrücken, könnte es sogar länger machen und wünschte aber eher, andere würden sich, nicht immer gleich abwehrend, zu einigem äußern. Normalerweise schreibe ich ja gar nichts, denn ich schreibe fast nur in amerikanischen Foren. Wenn das nicht Zurückhaltung ist. Aber ein paar Gedanken bringe ich hier dadurch ein. Es kann nicht sein, dass in so einem Forum plötzlich nur noch Sylter Heckenrosen oder der Wind am Meer gelobt werden. Seid Euch gewiss, Meer und der Wind werden uns überleben. Und auch die Sylter Heckenrose.
 
indrasun
19.02.2011
13:23 Uhr
     
Hey Delta,
wir hatten doch beide solche Angst vor dem Winter, stimmt es nicht ? Nun ist er schon fast vorbei und ich bin froh, dass es wohl doch nicht immer so schlimm sein muss, wie im letzten Jahr. Wie war ist es für Dich ?
Indrasun
 
Indrasun
19.02.2011
12:40 Uhr
     
Liebe Sophie,
ich glaube, wir sind da nicht so weit voneinander weg. Ich glaube allerdings, dass Kinder und Jugendlichen oft nichts anderes angeboten wird (weil Zeit und Aufmerksamkeit scheinbar zu teuer geworden sind) und sie deshalb gar nicht wissen, was ihnen fehlt.
Und ohne, dass ich es böse meine, habe ich das Gefühl, dass Sie hier im Moment schriftlich einen sehr großen Raum einnehmen. Ich nehme mich da nicht aus. Ich schreibe auch manchmal viel zu viel. Fällt mir gar nicht auf. Ich meine nicht, dass Sie sich zurücknehmen sollen. Aber ich habe es gerade in einem anderen Forum erlebt, dass jemand es quasi geblockt hat durch seine langen Abhandlungen. Er ist jetzt ganz allein da....
Indrasun
 
Sophie
19.02.2011
12:26 Uhr
     
Liebe(r?) Indrasun,
Ich glaube kaum, dass ich den Kirchen einen zu hohen Einfluss unterstelle, sondern eher, dass ich einen höheren Einfluss fordere. Dann widersprechen Sie sich etwas, denn die Menschen scheinen nicht dem Konsum entkommen zu wollen, sondern sich ihm immer mehr zu unterwerfen. Ich befürchte, dass das daher kommt, dass sie meinen, er machte frei. Freiheit ist eine der groteskesten Illusionen überhaupt. Wir sind nur bedingt frei. Der freie Willen existiert lediglich bei einem Kleinkind, das sich gerade auf die Beine gestellt hat und die Küchenschubladen erforscht. Ab dann sind wir auch gesteuert durch Grenzen und Einflüsse. Und Grenzen sind okay. Aber wir sind auch gesteuert im Unterbewusstsein. Wenn die Medien, die Sie erwähnen, sich finanzieren lassen von Werbung, gut sichtbar auf fast jeder Online-Seite, hat das einen Einfluss. Den massiven Einfluss sieht man bei Jugendlichen daran, dass sie sich einem Diktat unterwerfen. Die, die es anders wollen, sind ganz starke Persönlichkeiten, und das ist die Rarität, maximal 10%, in aller Regel aus Arzt-, Pastoren- , Anwalts-, oder Journalistenhäusern, sprich gebildetes Bürgertum. In Ägypten und Tunesien war dieses gerade auf der Straße, 200 000 in Kairo, das entspricht einem Prozentsatz der Kairoer Bevölkerung von 1-1,5 Prozent. Den Rest, ca. 30 Prozent Analphabeten (zwischen 15 und 50 Prozent nach verschiedenen Angaben) und 40 Prozent ohne Job wird irgendwer regieren. Mit etwas Pech werden sie islamistisch werden wie der Iran. Also: Die Masse, egal wo, wird gesteuert, und die Kirchen sollten jeweils gegensteuern. Bei uns bedeutet das für mich, dass man wieder innere Werte, vor allem christliche Werte, vermittelt. Eigenes Denken, freier Wille, existiert nicht absolut. Wir sind alle, auch ich, von wechselnden Quellen beeinflusst. Bei guter Ausbildung kann man das ordnen und vor allem in Frage stellen. Aber selbst in D ist die Schulausbildung inzwischen unterste Schublade (30-35 Schüler/Lehrer). Unsere Regierungen bauen. Sie bauen Straßen, Firmen und einen völlig überflüssigen sündteuren neuen Bahnhof in Stuttgart. Das Geld gehört in die Schulen, in mehr Lehrer und kleinere Klassen. Und die Lehrer und die Pastor(inn)en wären ganz gut bedient mit mehr Autorität. Wir müssen ja nicht gehorchen, das ist der Punkt. Wir landen nicht im Knast, wenn wir was anders machen. Aber wir brauchen geradlinige Vorgaben, kulturelle Werte und Geist.
 
Sophie
19.02.2011
11:08 Uhr
     
indrasun: werde das danach lesen.
In diesem Stück eines der besten deutschen Journalisten (Matussek) mitten drin eine Einlassung über Bismarck gegen die katholische Kirche. Der Kampf gegen die katholische Kirche hat in Deutschland Tradition. Da ich selbst mich nicht mit Deutschland identifiziere, sondern mit Europa, vor allem Frankreich, wo ich einen Teil meines Lebens verbracht habe und verbringe, und wo meine Vorfahren von beiden Eltern herkommen, habe ich auch die Distanz, die nötig ist, um Kritik am Katholizismus kritisch zu betrachten:
"Den Katholiken, nach Rom orientiert, war damals mangelnde Loyalität zum Reich vorgeworfen worden. Bismarck entzog der katholischen Kirche Rechte. In dem 1871 verabschiedeten Kanzelparagraphen wurde den Priestern verboten, in ihrem Beruf "den öffentlichen Frieden" zu gefährden. Über 1600 Geistliche wurden in den Folgejahren eingesperrt. Kirchengüter wurden konfisziert. Mit aller polizeilichen und propagandistischen Härte schlug der preußische Staat zu."
Ansonsten handelt es sich um eine Kritik von Patrick Bahners' Phillipika gegen Broder und Co. Wenn man so aussieht wie Bahners, denkt man auch so und kann sich so auch einen Namen machen.
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,746473,00.html
 
indrasun
19.02.2011
10:45 Uhr
     
Liebe Sophie,
Sie unterstellen der Christlichen Kirche einen sehr viel höheren Einfluss, als sie wirklich hat. Nein, sie hat das alles nicht verursacht. Das haben die Menschen unter dem Einfluss der Medien , der täglichen, hundertmaligen schlechten Nachrichten selbst. Die Erwachsenen und nun auch die Kinder und Jugendlichen versuchen diesem faden, weil konsumgesteuerten und beziehungsverarmten Alltag auf jedwede Art zu entkommen. Das "Wieder", von dem sie häufig sprechen wird es nicht geben und das ist gut so. Denn es hat sich im Positiven auch etwas anderes verändert. Es ist die Hörigkeit von Menschen gegenüber der Kirche aus Angst vor Eigenverantwortung. Das ist es, wo wir hin müssen. Zur eigenen Verantwortung gegenüber dem eigenen Leben. So lange die Pastoren immer nur predigen, um zu bestimmen, anstatt Wege zu zeigen, die die Menschen zu sich selbst führen KÖNNNEN, wird es in keiner Form mehr eine Christliche Autorität geben. Und zu sich selbst bedeutet eben auch Freiheit im Denken, fühlen und Handeln.
Indrasun
 
Sophie
19.02.2011
10:18 Uhr
     
Neuer Versuch: Wir leben in einer vornehmlich atheistischen Gesellschaft. Diese wird bestimmt von linken Tendenzen. Hierzu gehören unübersehbar, selbst bei ungenauem Hinschauen, Attacken auf die katholische Kirche PLUS Attacken auf die Familie, Angriffe auf jede Form von Bürgerlichkeit, die Auflösung von Werten in einer stark narzisstisch und sexuell gefärbten Beliebigkeit, die vor nichts Halt macht, nicht einmal vor Jugendlichen, die über entsprechende Werbung dort hineingezogen werden. Ein 13jähriges aufgebrezeltes Mädchen, das gleichzeitig die Schule als lästig empfindet, ist heute die Regel und nicht die Ausnahme. Die Attacken auf die katholische Kirche sind grundsätzlich in linkem Kontext zu sehen. Bürgerlichen wie mir ist es völlig schnuppe, wie Priester leben. Entscheidend ist nur, was sie schreiben oder sagen, ob sie geistig rüberbringen, was entscheidend ist. Man sollte sich nicht als Außenstehender am Zölibat, das man schlecht nachvollziehen kann, die Zähne ausbeißen. In einer derartig entglittenen Einstellung zur Sexualität, die immer weniger als Mittel zum Ausdruck von Liebe betrachtet wird und immer mehr als Mittel zu narzisstisch-oberflächlicher Selbstverwirklichung, mit einem gleichzeitig erleichterten Zugang zu Pornographie, ziehen Muslime ihren Töchtern zunehmend ein Kopftuch auf. Früher gab es weniger verschleierte Muslimas. Man kann wohl nicht verlangen, dass die katholische Kirche in solchen Zeiten ernsthaft über die Aufhebung des Zölibats nachdenkt und in dieser allgemeinen Sauce aus Ehe plus Ehescheidung und Aufhebung aller Grenzen im Schmelztiegel der scheinbaren Selbstverwirklichung untergeht. Wenn sie's aufheben will, wird sie's selbst entscheiden, aber Druck von einer Beliebigkeisgesellschaft, deren Triebfeder inzwischen aus Narzissmus besteht und die sich, da ihre Nachkommenschaft nicht bei Faktor 2 liegt, durch ihren Egoismus selbst eliminiert, wird kaum etwas nützen. Das ist das eine. Das andere ist, dass ich immer hoffe, dass Christen untereinander ihre Differenzen ad acta legen und sich darum kümmern, was eigentlich Sache ist: Zusammen den Menschen wieder den Wert eines christlichen Wertegerüsts zu vermitteln und klarzumachen, wie auch immer, dass das mehr zu bieten hat als das, was in den letzten 20 Jahren hier abgeht. Und das hat Auswirkungen: Ein erschreckend hoher Anteil von Kindern grottenschlecht in der Schule, Alkoholabusus schon unter 14Jährigen und jünger, Diskobesuche nicht bis 12 Uhr nachts, sondern ab 12 Uhr nachts, Frühsexualität, gelegentlich mit Folgen. Das alles zunehmend. Und das alles, weil die evangelische Kirche zugelassen hat, dass ihre Autorität untergraben wurde. So gesehen muss man verstehen, dass ich schätze, wenn die katholische Kirche sich ihre Autorität nicht untergraben lässt, wohl wissend, was sich so abspielt, und auch wissend, dass sie mit dem Zölibat eine Angriffsfläche vor allem für Linke und Atheisten bietet, die nichts anderes im Hinterkopf haben, als sie zu destabilisieren.  
molitor
18.02.2011
20:27 Uhr
     
Ich kann, Sophie, auch nach Ihrer mein Votum leider überhaupt nicht bedenkenden Kritik nicht anders als immer noch der Auffassung sein, dass ich keinen Grund sehe, warum der Glaube verwässert, wenn ein Mann (hier ein katholischer Priester) anstatt alleine - in einer Familie lebt.

Bitte erklären Sie mir:
was unterscheidet den Glauben eines katholischen Priesters vom Glauben eines katholischen Familienvaters?
Wie verändert sich der Glaube, wenn einer eine Familie gründet?
 
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