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tg
19.02.2016
21:37 Uhr
     
Liebe MG Dank, einfach nur Dank fürs Echo-will manchmal hier schon aufhören, aber Sie ( und DS und einige Andere ) geben Schubkradt für mindestens ein halbes Jahr weiter. Ja, dass wir alle behütet bleiben, dafür sorge der HERR!  
Monika Glässel
19.02.2016
20:25 Uhr
     
Lieber tg, Deine Predigten, Deine Gespräche und Deine Zuversicht haben uns immer gut getan, und auch hier tun uns Deine Worte gut, und am Besten sind Deine Umarmungen mit einem "bleib behütet", das hat immer wieder bis zum nächsten Urlaub auf Sylt nachgeklungen und gewirkt, möge es Dich noch ganz lange geben und Du gesund steinalt werden, dass wünscht Dir Deine Monika und Helmut mit Kindern und Enkelkindern... Du bist uns immer ein Segen, ohne Vorurteile und Berührungsängste und einem großen Herzen. Danke dass es Dich gibt.  
Abendrot
19.02.2016
11:43 Uhr
     
ds, man kann es als Auferstehung umdeuten, wenn man will.
Da Hilde Domin aber Jüdin war, würde ich dazu nicht tendieren. Sie bringt hier Noah, die Sintflut und in den späteren Versen die Taube, also Frieden mit Gott, Hoffnungssymbol auch. Der Ölzweig - Pallas Athene und Bibel, der Ölzweig wie eine Verbindung. Weder Noah noch Daniel, den sie am Ende indirekt erwähnt durch die Löwengrube, sind in den Geschichten je tot, sondern werden durch Glauben aus schwierigen, nahe am Untergang angesiedelten, Lagen gerettet und mit Daniel ein Teil des Volkes. Sie sind also Menschen mit einem sehr starken Glauben. Alle Menschen im AT haben diesen starken Glauben und werden nach dem Durchstehen von Härten belohnt: Jonah, Daniel, Ruth, Jakob, Abraham, Rachel, Moses und das jüdische Volk aus Ägypten. Hiob, versteht sich, und Lot gehören dazu, aber nicht Lots Frau, ein weiblicher Orpheus.
Dieses Sterben und Henken und Kreuzigen scheint mir sehr römisch und die Auferstehung sehr christlich, der einzige Trost. Der Täufer wird geköpft, Lazarus stirbt und dann Jesus.
Ich selbst würde das Gedicht daher nicht so interpretieren.
Sie haben auch den Holocaust ausgestanden und sind als Staat wieder stark, haben sich zwei sichere Häfen geschaffen: Israel und die USA. Auf uns, da können Sie sicher sein, verlassen sie sich nicht.
Im Prinzip sind sie mir viel vertrauter als das Samaritertum des Christentums oder das Hinhalten der anderen Wange, das ultimativ zum Untergang des Christentums führen kann.
 
Abendrot
19.02.2016
11:27 Uhr
     
Ja, hat sich sehr gelohnt.

tg: auf Menschen zu treffen, die sagen:"Der Gottesdienst, die Predigt damals hat sich für mich gelohnt".
 
tg
19.02.2016
11:05 Uhr
     
ja, auch fein- schon viel Energie draus gesogen. Aber mir noch stärker dies "blüht hinter dir her"- Das bedenken: wasblüht hinter dir her, was gibst du mit, wenn du einem "Pass auf Dich auf"! nachrufst. Das ist doch nur ein "trostloser Segen". Sag doch lieber d: "Behüt Dich Gott" oder "Bleib behütet" oder: "Von guten Mächten wunderbar geborgen"- Das Verheißungswort auf dem Weg zum Gericht oder zum OP kauen oder überhaupt auf dem Weg ins Fremde. Dann kommst du in Freundesland. Aber hab immer einen Schein griffbereit, wenn dir einer deine Tasche klauen will: "Komm, lass das , hier, nimm den Schein, ich hab dich schon erwartet."
Und ds ist das Glück eines Predigers, später mal auf Menschen zu treffen, die sagen:"Der Gottesdienst, die Predigt damals hat sich für mich gelohnt". Dann blüht hinter ihm her Glück. Auch bei eigenen Kindern kann es sein, dass sie von ihrem Kinderzuhause Graubrotglauben (W.D. Schnurre) mitgenommen haben, einige Scheiben heilender Worte im Notgepäck behalten.
 
ds
19.02.2016
09:44 Uhr
     
Nochmal Hilde Domin; für mich das Passions-/Auferstehungsgedicht schlechthin. Gruss Delf

Bitte von Hilde Domin

Wir werden eingetaucht
und mit den Wassern der Sintflut gewaschen,
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut.

Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
taugt nicht.

Es taugt die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe.
Dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei,
dass noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden.

Und dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen werden.
 
pardon
19.02.2016
08:56 Uhr
     
Wie konnte ich Wulff schreiben. Es heißt natürlich Woolf.  
dH
19.02.2016
08:53 Uhr
     
Es klingt nach einer Predigt von Giesen ist gut.
Hatten gestern Abend wieder Snooker an, dabei lässt es sich zwischendurch schön in Büchern blättern.
Und ich weiß es jetzt. Die Worte stammen tatsächlich aus einem Gedicht von H.D..
Es heißt "Tunnel" und ist Virginia Wulff gewidmet:

Zu dritt
zu viert
ungezählte, einzeln

allein
gehen wir diesen Tunnel entlang
zur Tag- und Nachtgleiche

drei oder vier von uns
sagen die Worte
dies Wort:

'Fürchte dich nicht'
es blüht
hinter uns her.

---

Hilde Domin bezeichnet es selbst als eines ihrer Lieblingsgedichte, weil sie "den Schluss so sehr braucht".
Vielleicht macht es ja auch anderen Lebensmut.
 
Abendrot
18.02.2016
17:55 Uhr
     
Also, mit dem Duzen kein Problem, aber im Internet vermeide ich es, weil man die Personen ja nicht wirklich kennt, außerdem, um die Form zu wahren, was heute im Netz nicht garantiert ist, nicht mal bei einem selbst, wenn man in heiligen Zorn gerät.
Zu "Es blüht hinter uns her" sage ich spontan, ohne nachzusehen, dass das nach einer Predigt von Giesen klingt. Sollte das nicht stimmen, können ja andere mal nachsehen.
 
;-)
18.02.2016
16:18 Uhr
     
Ich merke gerade, dass ich Sie geduzt habe, das war aus Versehen, einfach ein kurz gefühltes Du, und keinesfalls ein plumpes. Mir ist das neulich schon mal passiert, nach
"Aber er hatte nie ein wirkliches Herz, denn sonst hätte er ja nicht vergessen, den alten Bären regelmäßig zu besuchen. " Das war überhaupt mein Lieblingssatz.
Nun bin ich auch mal wieder ruhig.
Alle, die wieder gern etwas anderes hier stehen hätten, sollen doch bitte gern etwas anderes schreiben.
 
dH
18.02.2016
15:43 Uhr
     
Abendrot, ich würde oft gern wie deine neulich von dir angesprochenen Enkel (gibt es sie eigentlich schon oder waren sie nur angedacht?) "weiter" flüstern, weil ich gern von dir lese.
Und weil es hier gerade still ist, wüsste ich gern, ob du auch weißt, was es mit dem Zitat "es blüht hinter uns her" auf sich hat.
Ich habe den Satz neulich im Zusammenhang mit Hilde Domin gelesen, weiß aber nicht, ob er von ihr stammt, aus einem Gedicht?
 
Abelkain
17.02.2016
23:30 Uhr
     
Das Ende von "Abel steh auf":
Die Feuer die brennen
das Feuer das brennt auf der Erde
soll das Feuer von Abel sein
Und am Schwanz der Raketen
sollen die Feuer von Abel sein
von Hilde Domin
 
mussmanganzlesen
17.02.2016
23:07 Uhr
     
Das ist doch so ein typisches Domin-Gedicht: scheinbar leicht ("Nur eine Rose als Stütze"), aber inhaltsschwer. Es deutet eine Zerrissenheit an. Will sie sesshaft sein wie der Mandelbaum oder lieber der Wanderer, der den Mandelbaum sieht? Aber selbst hier ist keine vollständige Sesshaftigkeit, denn sie plaziert ihn ins Rheintal oder an die Südhänge der Pyrenäen, Gegenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, erstere lieblich, letztere eher schroff. Und warum kommt plötzlich ein Zug aus dem Tunnel? Dann wieder die Wahl zwischen Weinen und Lachen, die Qual der Entscheidung. Als sie in der Dom.Rep. lebte, hatte sie keine Wahl. Ob es schwerer war, als wir Nachgeborenen wissen können, zurückzukehren in ein freieres Leben mit Wahlmöglichkeiten, aber gleichzeitig an Abel zu denken der keine Wahl hatte ("Abel, steh auf!"). Sie war jedenfalls eine großartige Person und hat ein himmlisches Werk hinterlassen.
In dieser zarten Zerrissenheit (Hilde ist unendlich zart, zerbrechlich wie Else Lasker-Schüler) hat sie aber durchaus Verwandschaft zu meinem geliebten Josef von Eichendorff.

Ich las heute ein Interview mit "Adonis", Welt. Sehr lesenswert. Die Dichter waren immer globalisiert. Sie sind die "Tochtern aus Elysium", sie schaffen das Heiligtum, ganz gleich woher sie kommen.
 
dH
17.02.2016
13:49 Uhr
     
Bisher dachte ich immer Hilde Domins "Nicht müde werden" wäre mit seinen fünf Zeilen das ganze Gedicht.
Erst jetzt (das gibt's) habe ich entdeckt, dass diese fünf Zeilen nur das Ende eines eigentlich viel längeren Gedichtes sind.
Falls hier Lyrikfreunde sind, denen das auch neu ist, schreibe ich es hier mal hinein:

Wahl

Ein Mandelbaum sein
eine kleine Wolke
in Kopfhöhe über dem Boden
ganz hell
einmal im Jahr

Einer im kleinen Stoßtrupp
des Frühlings
keinem zu Leid als sich selber
im Glauben an einen blauen Tag
vor Kälte verbrennen

Ein kleiner Mandelbaum sein
am Südhang der Pyrenäen
oder im Rheintal
der bleibt und wächst
wo er gepflanzt ist

Aber entlang gehen
bei diesem Mandelbaum
oder ihn plötzlich sehn
wenn der Zug
aus dem Tunnel kommt

Lachen und Weinen und die unmögliche
Wahl haben
und nichts ganz recht tun
und nichts ganz verkehrt
und vielleicht alles verlieren

Doch mit Ja und Nein und Für-immer-vorbei
nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel,
die Hand hinhalten
 
Abendrot
15.02.2016
20:09 Uhr
     
Danke für die wunderschönen Verse. Kannte ich nicht - das gibt's.

Mehr:
„Wir müssen wie die Kinder reden, wenn wir überleben wollen. Die Blauäugigen waren es seit je, die neue Wege fanden, nicht die Verblendeten.“
―Wolf Biermann
 
tg
14.02.2016
15:07 Uhr
     
Tröstlich doch- aus Wolf Biermanns Willkommenslied für Marie :
Wir müssen vor Hoffnung verrückt sein
Marie, du dunkle Sonne
Dass wir dich warfen in diese Welt
Schlaf ein, du Dickmadonne
Schlaf ein mit einem hellen Traum
Von Milch und nassen Küssen
Du wirst noch bald genug aus dei-
ner Wiege steigen müssen
 
JM
12.02.2016
19:16 Uhr
     
Es ist natürlich Johannes 15, 12 gemeint. Ja, das Alter hinterlässt seine Spuren.  
JM
12.02.2016
18:27 Uhr
     
Was der Theologe Paul Tillich gemeint haben könnte - schwer zu sagen. Was Abendrot vermutet, könnte stimmen, oder auch nicht.
Ich habe mir einmal 1.Kor. 13, 1 - 13 durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass 13, 4 - 7 wunderbare Worte für eine Hochzeit wären. Und wenn das Brautpaar all das beherzigen würde - ja, dann würde die Scheidungsrate rapide sinken. Aber, aber...

Der Trauspruch von meiner Frau und mir vor nunmehr 36 Jahren: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe: das ist mein Gebot." Johannes 14, 14. Ob die Worte mitgeholfen haben, die Jahre gemeinsam zu meistern? JA! Davon sind wir und auch unsere Kinder überzeugt. Mit Gott an unserer Seite schaffen wir - wenn die Gesundheit mitspielt - auch noch die Goldene Hochzeit.
 
Abendrot
12.02.2016
14:50 Uhr
     
"Gott ist die Liebe der Liebe. Was könnte der große Theologe Paul Tillich damit gemeint haben? " (tg)

Sehr schwierig. Für mich ist er nicht nur das. Er ist auch der Gott des Hiob und damit auch mit sadistischen Zügen ausgestattet. Er vernichtete Hiobs Familie. Weder rettete er Jesus vor dem Kreuzigungstod, noch holte er die Juden aus den Lagern. Er ließ die Amerikaner, die oft genug "God bless America" sagen, nicht auf die naheliegende Idee kommen, die Zufahrtswege zu den Lagern zuerst zu bombardieren. Er ist eher der Gott des Rilke auch, der im Stundenbuch dichtete:
- Du bist der Wald der Widersprüche
- Ich darf dich wiegen wie ein Kind
- Und doch vollzieh'n sich deine Flüche
- Die über Völkern furchtbar sind.

Somit löse ich diese Probleme meist, indem ich konstatiere, dass er auf Mitwirkung angewiesen ist. Wenn man zum Beispiel an Oskar Schindler denkt, kann sich mit solcher Hilfestellung Gott entfalten. Ungefiltert ist er als Liebe der Liebe für mich am ehesten zwischen Mutter und Neugeborenem zu sehen, heute auch gern zwischen Vater und Kind. Ja, und dann in dem berühmten Beispiel, was tg immer so gut gefiel: Wenn zwei alte Menschen zusammen sind, auf einer Parkbank oder händchenhaltend. Philemon und Baucis. Keiner will vor dem anderen gehen.
Wer ihn dagegen in den Sex dichtet, macht einen kapitalen Fehler, denn das ist ein biochemisch Ding, das die Moderne etwa seit der Klassik verbunden hat mit Liebe. Aber das kann aufhören. Und dann ist bei manchen Paaren noch oder sogar wieder Liebe.
 
dH
12.02.2016
13:58 Uhr
     
Durch meine große Zuneigung zu Vögeln empfinde ich Katzen nur noch als sadistische Quäler, - zu viel Grausames und Trauriges erlebt, was einem das Herz umdrehte. Aber ich verstehe schon, dass man das anders sehen kann und Diskussion ist da sowieso zwecklos.
Aber schön, was Sie da alles schreiben. Allein das Wort "Hyazinthara" hier zu lesen. So einen habe ich mal geliebt. Tue es noch.
Jedenfalls tausche ich daher in dem Zitat im Geiste immer die Katzen aus.
Nun bin ich wirklich still. Dies hier ist ja weder ein Gedichteforum noch ein Chat. Ich weiß das.
Liebe Grüße auch an Menke.
 
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