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indrasun
27.08.2011
12:20 Uhr
     
Ja, beten tut mir gut. Ich habe aber verstanden, dass auch Dinge in Erfüllung gehen können, die offensichtlich nicht zu meinem Besten gereicht haben. Auch, wenn natürlich jede Erfahrung letztendlich positiv ist. Aber dennoch versuche ich, mein Ego zurückzuhalten und beim Beten gibt es deshalb den Nachsatz: "Wenn es zu meinem und dem Wohle aller ist".
Indrasun
 
Monika Gläßel
27.08.2011
11:53 Uhr
     
An Chaja: Genauso empfinde ich es auch  
Chaja
26.08.2011
21:56 Uhr
     
Ich würde verrückt werden, wenn ich nicht all meine Angst, all meine Hoffnungen, mein Sehnen, meinen Dank, mein Verzweifeln, mein Scheitern und mein Bitten und Flehen, meine Sorge um geliebte Menschen und auch die ganzen kleinen Dinge des Alltags vor Gott bringen dürfte oder könnte.
Und ich wäre in der dunklen Zeit meines Lebens sicherlich verrückt geworden, wenn ich nicht hätte beten können und dürfen.
Chaja
 
Winfried Schley
26.08.2011
17:31 Uhr
E-Mail Homepage  
Wenn ich bete, hole ich seelisch Luft. Es vergeht kein Tag, den ich nicht mit einem Gebet beginne, kein nächtliches Aufwachen, das nicht von einem Gebet begleitet wird, keine heil überstandene kritische Situation ohne ein Stoßgebet des Dankes. Wenn ich bete, kopple ich mich an jemanden außerhalb meiner selbst. Mit Beten bringe ich mein Leben vor Gott zur Sprache. Alles erlaube ich mir, nicht nur danken und bitten, auch schimpfen und hadern, abrechnen, nachdenken und anklopfen. Gottes Herz, so hoffe ich, ist weit genug, mich zu verstehen, meine Gemütslage richtig einzuordnen. Das war nicht immer so, aber im Laufe meines Lebens ist mir das immer mehr zu einer Gewohnheit geworden, die ich nicht mehr missen möchte. Beten tut mir gut. Es verwurzelt mich, gibt mir neuen Boden unter den Füßen.  
tg
26.08.2011
14:57 Uhr
     
Erzählen wir uns vom Beten.
Natürlich bete ich ,bittte, danke, anbefehle. Eigentlich finde ich das nicht nötig für den Himmel, eher für mich. Ich informiere mich, dass Gott weiss. Einmal, beruhigt das und ich verpflichte mich zu einem Handeln in die Richtung des Erbetenen. Jesus sagt mal: Euer Vater im Himmel weiss, was ihr braucht, ehe ihr ihn bittet. Und fährt fort: Darum bittet: Vater unser...
Beten ist auch ein Meditieren deiner, meiner, aller Wege vor Gott. Und ist ein feuriges Wünschen vor Gott und damit ein rechtes Sortieren und Einüben.
D.Sölle: "Natürlich hilft beten und sich einswissen mit der Macht, die dem Grashalm durch den Asphalt hilft. Natürlich hilft wünschen, träumen, darüber reden, eine Vision haben und sie mitteilen im Handeln."
 
Baruch
26.08.2011
11:06 Uhr
     
Wer Gott um Gnaden bitt', der ist gar übel dran:
Er betet das Geschöpf und nicht den Schöpfer an.
Aus "Der Cherubinische Wandersmann", Angelus Silesius (1624-1677)
Diskutabel.
Hat Gott Humor? G't jedenfalls hat welchen:
Ein Rabbiner sagt zu Gott: "Hilfe, mein Sohn ist Christ geworden, was soll ich bloß tun?"
Gott beruhigt ihn: "Mach dir nichts draus, mein Sohn ist auch Christ geworden."
Der Rabbiner fragt weiter: "Was hast du getan?"
Gott antwortet: "Ich habe ein neues Testament geschrieben."
Aus: 'Jetzt mal Tacheles', Paul Spiegels Lieblingswitze
 
Elena
25.08.2011
09:47 Uhr
     
Monika: Ich finde das recht erfrischend und ehrlich, aber mich stört wie Sophie dieses Pochen auf dem Glauben. Gott erhört einfach nicht alle Gebete. Wenn er das täte, wäre er nicht Gott.  
Monika Glaessel
25.08.2011
00:14 Uhr
     
Um der mir von Sofie angedichteten Perfektion zu entgehen schreibe ich ganz einfach:

Ich glaube an Gott und er hat meine Gebete bis jetzt fast immer erhört! Dank dafür.
Ich achte die Religionen aller Menschen!
Meine Rechthaberei macht mir manchmal zu
schaffen! Ich wäre gerne sanftmütiger und geduldiger im Umgang mit
meinen Mitmenschen!
Deshalb bin ich sehr unperfekt und hoffe trotzdem, daß Gott mich liebt.
PS: Ich halte meine Beiträge bewußt einfach, denn es würde mir leichtfallen meine
Mitmenschen rethorisch an die Wand zu knallen und genau das will ich eben vermeiden.
Ich versuche jeden Tag auf´s Neue ein gutmütigerer Mensch zu werden, und an manchen Tagen
gelingt es sogar und manchmal halt auch nicht!
Trotzdem fühle ich mich von Gott jeden Tag auf`s Neue geliebt und ich habe jeden Tag eine
neue Chance es besser oder einfach anders zu machen...........
 
Sophie
23.08.2011
09:22 Uhr
     
"Alles, was wichtig ist, braucht Zeit. Was gut geht, geht langsam."
Danke, Jakobus. Habe Steffensky noch nie gelesen außer hier. Werde das nachholen.
Zu "Ich bin mit jeder Faser meines Herzens Christin" (Monika) oder "Bin ich deswegen keine Christin?" (WM): Perfektion ist etwas, dass ich hier nie angestrebt habe, sondern eher Spontaneität, Bewegung. Perfektion, finde ich, sollte der Technik vorbehalten sein, wo sie wichtig ist. Das Perfektionsideal im Glauben kann zu Fundamentalismus führen, wie wir am derzeitigen Zustand des fundamentalen Islam sehen können. Brecht hat es besser:
"Daß das weiche Wasser in Bewegung mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt. Du verstehst, das Harte unterliegt." (Legende von der Entstehung des Buches Tao-Te-King)
Und dann ist dieser Hafiz köstlich:
Liebenswerter alter Bettler:
Dieser Pfad zu Gott machte mich zu solch einem liebenswerten alten Bettler.
Ich hungerte, als eines Nachts meine Liebe Gott selbst verlockte und Er in meine Bettlerschale fiel.
Nun ist Hafiz unermesslich reich,
das Einzige, was ich immerfort möchte, ist meine mit Edelsteinen gefüllten Taschen über diese tränenbefleckte Welt ausleeren.
 
jakobus
22.08.2011
13:59 Uhr
     
zu unserem vorhergehenden Thread:
Bei Steffenski lese ich:
"Die Bitte um Entschuldigung und die Vergebung sind nicht die Wiederherstellung alter Zustände. Sie schaffen etwas Neues, das vor dem Konflikt und vor der Verwundung nicht zu denken und nicht zu haben war. Sie schaffen eine neue Zukunft und retten nicht nur die Vergangenheit. Allerdings braucht sowohl die Bitte um Vergebung wie die Vergebung Zeit. Wunden heilen langsam, und langsam erst kommt der Mensch dazu, seine Schuld einzusehen und zu ihr zu stehen. Beides ist Arbeit, beides geht langsam. Auch der Zorn und die Wut brauchen ihre Zeit. Auch sie sind menschliche Fähigkeiten. Es sind die Sprachen des Rechts, und wo das Recht verletzt wird, können sie Stimme verlangen. So ist von dem, der schuldig geworden ist, Geduld verlangt. Die Geduld, die er aufbringen muss, ist vielleicht die schwerste Buße, die er zu leisten hat. Menschen wachsen, bleiben stehen, fallen zurück in die Attitüde der Selbstrechtfertigung und wachsen erneut. Nichts, was wirklich wichtig ist in unserem Leben, ist "instant" und im Nu zu haben. Alles, was wichtig ist, braucht Zeit. Was gut geht, geht langsam. Es gehört zur menschlichen Reife, damit zu rechnen und auch das Angeld der Reue und der Vergebung zu schätzen. "
Dieser Text ist erschienen im Salzkorn 3/2009 - "Sünde kann tödlich sein" unter dem Titel: "Lass mir Zeit. Vergeben darf dauern", S. 136-138.
Weiterlesen lohnt sich (wie immer bei Steffenski).
Grüße von Jakobus
 
Menke
21.08.2011
14:55 Uhr
E-Mail    
Jeder Tag geht einmal zu Ende

Ihr habt Euch ausgelassen, um helfen zu können, für Dich zu wollen.

Schreibt ruhig, auch wenn nicht alles verständlich für manch anderen ist.

Aber lasst Seelenfeuer nicht ausgehen, immer wieder anpusten, bis heller Schein erhellt die Nacht.

Kann Glaube nicht genug sein, um herzugeben: Schreie, Hoffnung, Aufmerksamkeit, Zuneigung, Respekt für den anderen?!

Schaue aus dem Fenster, wo Tiere sich einvernehmlich ihren Wünschen hingeben.

Gestern Sonnenuntergang gesehen, von vorn, wie von hinten, mit blauem, rötlichem und weißem Schweif. So konnte ich auf die Dunkelheit warten, die mich beim Warten einholte.
 
Elena
21.08.2011
13:14 Uhr
     
Einer der ersten offiziellen Gänge des jetzigen Papstes war ein Besuch der Kirche San Paolo Fuori Le Mura, die in der Nähe der Stelle steht, an der der Apostel Paulus enthauptet wurde.
"Wir haben jetzt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen."
Für mich war Paulus nicht der Größte, denn das würde er nicht wollen, aber vielleicht der Klügste und der Genaueste, der Weiseste. Vielleicht der, der am besten verstanden hatte, was Jesus wollte. Vielleicht auch deshalb, weil er erst ein Saulus war.
 
tg
21.08.2011
09:54 Uhr
     
eben im Bayrischen Fernsehen der Papst in Spanien, inmitten hunderttausender junger Mitmenschen, die nach Sinn für ihr Leben dürsten wie das Land nach Wasser. Und Benedetto schwärmt von der Liebe, schon anrührend.  
Elena
18.08.2011
21:12 Uhr
     
an Webmaster: Doch, natürlich sind Sie das. Aber Sie sind unfertig. Wir sind alle unfertig. Die Fertigen wurden oft heilig gesprochen. Es waren meistens Demütige. Frère Roger war auch so.  
webmaster
18.08.2011
15:24 Uhr
     
Lieber DS, aber es ging gar nicht um die Frage nach Rache und Vergeltung, das ist ja noch ein Schritt weiter... Sie stellten am 16.8. in bezug auf einen (Massen)mörder den Satz in den Raum: "Liebe hätte er gebraucht." Würden Sie das - als Christ wie Sie betonen - auch noch so formulieren, wenn einer Ihrer Liebsten Opfer wäre? Ich kann es mir nicht vorstellen. Vielleicht bin ich nicht "christlich" genug. Und finde mich daher eher in Monika Glaessel's Beiträgen wieder.  
DS
18.08.2011
14:57 Uhr
     
... will mich nicht drücken: als Vater und jüngst Grossvater würde ich nach einer Tat an meinem Kind/Enkel Monate lang weinen, trauern, Gott anklagen, ihn fragen, wo er denn mit der Zusage "Sonne und Schild" war, statt die Tat abzuwenden......etc. Aber Rache/ gar Vergeltung im Sinne von selbst blutige Hand anlegen: NEIN, glaubt´s mir oder nicht! Dank für - ziemlich neu hier - einen längeren Faden von Beiträgen zu einem Thema. Delf  
Wend Hella
18.08.2011
10:20 Uhr
E-Mail   ICQ
Heute vor 13 Jahren begegneten wir- damals war mein Mann Siegfried noch dabei- Traugott Giesen. In kurzer zeit stand für mich fest, dass er "auf gleicher Wellenlänge" denkt.-Eugen Drewermann auf dem Kirchentag in Dresden sagte:"Sünde" ist ein nicht mehr gebräuchliches Wort-"Verlassenheit-- Verzweiflung - "wäre angebrachter. und:"Jesus hat ein grausames Gottesbild vom Sockel gestürzt". Die Zeitschrift "Publik Forum" ist mir immer ein sehr wichtiger Gedankenimpuls. Ich freu mich auf Gedankenaustausch.  
Elena
18.08.2011
10:06 Uhr
     
Monika: Man kann beide Seiten beklagen und bedauern. Ich verstehe Ihren Standpunkt. Früher hatte ich den auch öfter. Warum ich dahin kam, dass anders zu betrachten, weiß ich nicht. Aber Canetti ist ein Hinweis (siehe TG), die Tatsache, die TG andeutet, dass wir fehlbar sind und auch Gnade hatten, wenn wir nicht zu fehlerhaft oder gar böse werden. Ich würde mich nie als Christin mit jeder Faser bezeicnen. Ich behallte das Menschen wie der Teresa von Avila vor. Sie war es, war aber überzeugt, eine Sünderin zu sein. Man lächelt darüber. Sie war ganz bezaubernd. Es wäre besser, wenn sich noch mehr dazu äußern würden.  
tg
17.08.2011
18:49 Uhr
     
Gegen das Chaos hilft nur das Recht und die Liebe. Wir sind einander verpflichtet, die Gebote einzuhalten und das aus den Geboten abgeleitete Recht zu wahren. Diese Verpflichtung zu sichern, ist wichtigste Aufgabe des Staates. Der aber steht selbst unter dem Gesetz, warum letztlich Widerstand gegen eine mordende Staatsgewalt dem Christen geboten ist.
Der Staat muss die Sicherheit, die körperliche u geistige Unversehrtheit der Bürger gewährleisten- es ist dies das einzige Argument mit dem Waffengewalt in privater Hand zu verbieten ist. Gewalt ist auf Notwehr begrenzt.
Auf Notwehr, auf Gegenwehr zu verzichten rät Jesus, macht dies aber nicht zur Pflicht. – Jesus bestätigt sogar : „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen“ –aber er will sich nicht rauspauken lassen- im Bild gesprochen: Wenn auch der für das Recht rasende Petrus dem Knecht Malchus das Ohr abhackt, setzt es Jesus wieder an.
Wichtig auch, daß Jesus ja dem Mörder Barabas zur Freilassung verhilft und daß er die Mörder, die rechts und links mit Jesus gekreuzigt wurden, mit in den Himmel nimmt;( sicher nicht nur einen). Das heißt noch kein Freispruch im Gericht, aber letztlich haftet Gott für die Sünden aller seiner Kinder. Sonst hätte kaum jemand eine Chance. Die hier heilig lebten, wussten um die Gnade, die ihnen half, liebender Mensch zu werden, zu bleiben.
Wir müssen die Gesetze der Macht erkennen, um ihnen die Gesetze des Rechts aufzuerlegen.
Zuletzt: Canetti schreibt: „Auch ich gehöre zu den „Milden“, die Verbrechen zu erklären versuchen, und damit halb und halb entschuldigen. Ich hasse die Strafe, die von Sicheren verfügt wird. Ich verabscheue den Zwang. Aber ich kenne auch genau die abgründige Schlechtigkeit des Menschen. Ich kenne sie von mir selbst.
Ist es also Milde für mich, die ich durch diese Erklärung erlange?“
 
Monika Glaessel
17.08.2011
18:41 Uhr
     
Habt Ihr schon einmal über die Gefühle der Angehörigen von Mordopfern nachgedacht oder Euch um diese gekümmert?  
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