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:: lebensmut.de ::
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indrasun
17.08.2011
17:22 Uhr
     
Wäre ich als Mutter oder Vater betroffen, ich würde ihn aus tiefstem Herzen hassen, sehr sehr lange ! Aber am Ende der Welt würde ich wissen, dass dieser Mann und diese Tat auch zu mir gehören. Aus dieser Position (Gott sei Dank nicht betroffen) , kann ich beide Seiten sehen, nicht mit leiden, aber erkennen.
DS, Deine Klarheit tut mir gut !
Indrasun
 
SB
17.08.2011
13:33 Uhr
     
@elena und DS
ich denke, man muss sich mal vorstellen, wenn man durch diesen Mörder sein eigenes Kind verloren hätte.
Hätte man dann noch die gleiche Denkweise? Gestaltet sich für mich sehr schwierig , vielleicht bin ich aber auch nicht christlich genug ??
 
Elena
17.08.2011
11:45 Uhr
     
Monika: "Jede Faser" dürfen Sie getrost in Frage stellen. Nachsicht mit dem Mörder symbolisiert Jesus am Kreuz. Und das Kreuz ist das Fundament des Christentums. Jede Kirche ist auf ihm gebaut.  
Sophie
17.08.2011
11:37 Uhr
     
@TG: Danke für den Hinweis. Hatte mir schon überlegt, ob ich Letztes nur für mich speichere. Man merkt meistens, wenn man zu viel macht. Oder zu wenig. Könnte mal wieder gründlich Hausputz machen ;-(. Aber wieso gerade 14?  
Monika Glaessel
17.08.2011
10:48 Uhr
     
Ich bin Christ mit jeder Faser meines Herzens, aber mein Mitleid für Mörder hält sich in Grenzen.....  
DS
17.08.2011
09:46 Uhr
     
... setzt sich auch hier jetzt Volkes (Stammtisch-)Stimme durch oder sind wir noch auf LEBENSMUT, einem Forum christlichen Gedanken-, Glaubens- und Lebensgutes. Bin gespannt auf weitere Stimmen . DS  
Monika Gläßel
16.08.2011
20:52 Uhr
     
Jeder Mörder ist psychisch gestört, sonst würde er so eine grauenvolle Tat nie vollbringen. Dieses ewige Mitleid mit den Mördern nervt gewaltig. Was ist mit den Opfern, deren Leben ist ausgelöscht. Weder Drogen, noch Alkohol oder sonstwas sollte eine Strafmilderung darstellen. Ich bin dafür das lebenslänglich auch lebenslänglich ist. Töten aus Notwehr, das ja, wenn es sich nicht anders vermeiden läßt. Schaut Euch doch einmal an, wie lange Mörder heute sitzen müssen, bei guter Führung sind sie nach 7 Jahren wieder draußen und morden weiter...........  
DS
16.08.2011
16:26 Uhr
     
Webmasterin schrieb: "...Verachtung hat der verdient..."
Mal dagegen: Liebe hätte er gebraucht!
Gott verachtet die Tat aber liebt den Täter - war das so?
Schreibt doch dazu noch mal was. Danke. DS
 
tg
16.08.2011
15:32 Uhr
     
Liebe Sophie- Bitte mal wieder Schreibverzicht. Lassen Sie ca 14 Andere mal ran,dass wieder ein Rundgespräch entsteht. Danke TG  
Sophie
16.08.2011
14:49 Uhr
     
Ja. Eugen Drewermann drückt hier etwas aus, was auch Traugott Giesen öfter zum Ausdruck brachte: Einerseits die Tatsache, dass Gut und Böse zusammen auf der Welt existieren, andererseits das bedauerliche Eingestehen, dass sie zusammen im Einzelnen vorhanden sind im Sinne des Bildes eines Zebras oder einer Sonnenfinsternis.
Was die Würde eines Menschen wie Markus Gäfgen betrifft, fühlt man sich inzwischen durch die Gefühllosigkeit des sehr narzisstischen Mannes, selbst studierter Jurist, aber ohne Berufserfahrung verhöhnt, und die Eltern seelisch verletzt.
Was aber den außerhalb jeder Vorstellung brutalen Akt in Norwegen angeht, weiß man noch nicht viel. Bild aber schreibt, er sei gestern grinsend mit der Polizei über die Insel gegangen. Ich habe mir daraufhin das Video angesehen. Ein Grinsen war nicht zu sehen. Es war lediglich zu sehen, dass der Mann kooperativ war und die Szenen wie gewünscht nachstellte. Man weiß außerdem, dass der Mann früher ein tougher, aber normaler Junge war, der irgendwann mit einer Gang aneinandergeriet. Wenn man dazu addiert, dass er keine Frauenkontakte hatte, überlegt man, was die Gang mit ihm angestellt hat. Es ist jedenfalls klar, dass jemand mitten im Leben stehen bleiben und komplett verhärten kann, weil seine Seele verschüttet ist, und einen Käfig um sie bauen kann.
Somit muss man, finde ich, als Christ immer zuerst, so schwer das hier ist, die Seele des Mörders mit im Auge haben, zumindest solange man nichts weiß. Wenn man das nicht tut, vermehrt man das Böse, statt es zu analysieren, um es einzugrenzen.
Das absolut Böse sehe ich nur in Staaten, in Systemen, die sich zum Ziel machen, Menschen zu vernichten, im Hitler-Staat, im Mao-Staat, im Stalinstaat oder auch als Reaktion auf Volkes Willen im Ahmadinejad-Staat oder Assad-Staat.
Eugen Drewermann ist durch seine sehr interessante vielschichtige Ausbildung ein sehr kluger Mann geworden, zu vielschichtig für den Vatikan, der auch ein Staat ist.
 
indrasun
15.08.2011
16:46 Uhr
     
In jedem Jahr kommt ein oder zweimal Eugen Drewermann in die Keitumer Kirche. Ich kann es nicht wortgetreu wiedergeben, aber ich denke, es so verstanden zu haben und nachzuempfinden. "Wir versuchen, uns von Menschen, die weit ab von sich selbst solche Taten verüben, zu distanzieren. Was wir aber erkennen müssen ist, dass sie ein Teil von uns sind." Das rechtfertigt nicht, was sie tun und andere Menschen müssen vor ihnen geschützt werden. Es reicht aber nicht, sie wegzusperren. Sie spiegeln uns Misstände, die genauso uns betreffen. Es tut mir leid, dass wir als Gesellschaft offensichtlich nicht in der Lage sind, Menschen vor solchen Schicksalen als Opfer und als Täter zu bewahren. Gemeinschaft und authentische Kommunikation fehlen an allen Enden.
indrasun
 
Sophie
15.08.2011
16:32 Uhr
     
??? Es geht mir nicht darum, dass er etwa nicht bestraft wird. Es geht mehr darum, dass keine noch so hohe Strafe der Tat angemessen erscheint, die Jugendlichen wieder lebendig macht oder irgendein Gefühl der Genugtuung verschafft. Abschrecken tuen Strafen ohnehin nur normale Leute.
Weiter geht es mir auch um die Frage, ob er überhaupt eine Person war, so isoliert die ganzen Jahre, während er das plante. Es geht mir um die Tatsache, dass er Anabolika und andere Drogen nahm und im Gefängnis folgerichtig eine Depression bekam. Und dass er Egoshooter spielte, die, in Isolation gespielt, desaströse Effekte haben können, wie man schon an den durchweg isolierten Amokläufern sah. Er erinnert an einen Amokläufer, am meisten an den in Virginia High Tech. Ob er das bereut, wissen wir nicht. Das kann kommen. Und den Schülern in den Schulen sagt man nach jedem Amoklauf, dass sie keinen isolieren dürfen.
Die Todesstrafe hätte ihn nicht davon abgehalten. Es erinnert an griechische Tragödie. Und man sieht keinen Ausweg als den von Papst JPII, der seinem Mörder verzieh oder den von Jesus neben den Mördern am Kreuz. Man könnte ihn ja statt dessen foltern, aber eine Genugtuung würde das niemandem verschaffen. Im Endeffekt macht das ratlos. Deswegen hatte ich da drei Fragezeichen stehen.
Der Holocaust, über den viel geforscht und geschrieben wurde, macht auch nach wie vor ratlos, oder? Man kommt nicht damit weiter, dass man sagt, alle Nazis oder gar alle Deutschen waren Monster. Manche hörten Beethoven. Es ist dieses Monster im Menschen, dieses animalische, dieses, das man früher Teufel nannte. Oder Mephisto. Die Macht. Der Grundgedanke: "...ist wert, dass es zugrunde geht". Und das in einem, von außen betrachtet, perfekten Land, voller Naturschönheit, mit Erdöl, unabhängig. So wie niemand verstand, dass der Holocaust in einem Land wie Deutschland passierte. Nehmen Sie mal "Dead man walking", den Film, oder "In cold blood" von Truman Capote, vielleicht verstehen Sie das dann. Ich glaube, er hat sich selbst erschossen in dem Alter, als er vielleicht aufhörte, richtig zu existieren. Er hat sich 69mal erschossen (These). Die Parteizentrale dagegen war sein Vater, der ihn verlassen hat, Sozialist (These). Da steckt nicht nur Politik drin.
???
 
webmaster
15.08.2011
14:35 Uhr
     
Ich fasse es nicht. Mitleid mit einem Massenmörder. Der keinerlei Reue für das was er tat, zeigt, kein Mitleid für seine Opfer und deren Angehörigen empfindet. Und diese Erklärungsversuche von wegen "Ichbezogenheit und Taubheit der Gesellschaft"... unsachlich und unfaßbar.
Keine noch so große Verzweiflung könnte die wahllose Tötung einer Vielzahl von vorwiegend jungen Menschen erklären (oder gar rechtfertigen). Der wußte was er tat, es war nicht ein spontaner Ausbruch, sondern von langer Hand minutiös geplant. Verachtung hat er verdient und eine im wahrsten Sinne des Wortes "lebenslange" Strafe.
 
Sophie
15.08.2011
11:23 Uhr
     
Man darf es kaum laut sagen, und daher habe ich es verbal immer vorsichtig geäußert, aber ganz allein bin ich damit nicht: Anders Breivik tut mir auch leid und nicht nur die Familien. Darin steckt eine solche Verzweiflung. Das war eine Verzweiflungstat wie ein Amoklauf. Bevor diese Leute sich so isolieren, ist etwas mit ihnen passiert, das vielleicht am ehesten mit einer Taubheit und Ichbezogenheit der gasamten Gesellschaft am ehesten zu tun hat, vielleicht auch mit der Politisierung von jedem Detail des Alltags, vielleicht mit Atheismus. ???  
ohli
14.08.2011
10:39 Uhr
E-Mail    
Heute wurde ich - während des Gottesdienstes -auf die Patronenkreuze aufmerksam gemacht. Ein gutes Symbol, um Waffen in Friedenszeichen umzuwandeln. Wir müßten noch stärker an so ein Zeichen glauben.

Patronen-Kreuz
Es ist ein dramatisches Symbol für Tod, Leben und Hoffnung und erzählt die Geschichte eines der unmenschlichsten Dramen unserer Epoche: Dem Missbrauch von Kindern als Soldaten. Das Patronen-Kreuz wird von ehemaligen Kindersoldaten aus Patronenhülsen angefertigt. Missio bietet dieses Kreuz gegen Mindestspende an. Der Reinerlös kommt Projekten zugute, die ehemaligen Kindersoldaten auf ihrem Weg zurück in ein normales Leben helfen.
Das Patronen-Kreuz kommt aus Afrika

Als George Togba gemeinsam mit seinem Schwager George Kollie vor einigen Jahren anfing, Patronenhülsen aufzubiegen und Kreuze zu schneiden, war es eine persönliche Traumabewältigung und öffentliches Bekenntnis zugleich. Der ehemalige Bürgerkriegsrebell, der seine Familienangehörigen in einem Massaker verlor, hatte ein für alle Mal genug vom Morden. „Am unteren Ende des Kreuzes“, sagt Togba, „ist die Patronenhülse noch als Zeichen der Zerstörung zu erkennen. Darüber ist das Zeichen des Lebens und der Rettung sichtbar.“
 
wächst das Rettende
13.08.2011
18:57 Uhr
     
Mich hat etwas sehr beeindruckt. In Birmingham sind bei den Unruhen drei junge Männer, alle drei beschäftigt bzw. im Studium, absichtlich von einem Autofahrer auf dem Bürgersteig überfahren worden, als sie ihre Moschee bewachten, so wie andere, die ihre Häuser oder Geschäfte bewachten. Sie heißen Haroon Jahan, Shazad Ali und Abdul Musavir.
Statt daraus politisch Kapital zu schlagen, stand der Vater von Haroon, Tariq Jahan, auf, als Unruhen aufkamen und mahnte die Muslime seiner Gemeinde, ruhig zu bleiben. Es handele sich nicht um einen rassistischen oder religiösen Akt, und sie sollten bitte die Ruhe bewahren und - an alle - alle zusammen die Unruhen und Plünderungen einstellen. Der Onkel der anderen beiden, die Brüder waren, baute das weiter aus und betonte, es sei eine Kriminaltat. In der Tat schafften sie es, die aufkommenden zusätzlichen Unruhen anzuhalten. Man wünscht sich das öfter: Menschen, die in ihrem Schmerz die Vernunft anrufen, obwohl oft die passionierte Rache leichter ist.
Ich finde, das erinnert an Pflugscharen statt Schwerter und nach Hölderlin (nicht ganz wörtlich): Wo Unheil ist, wächst das Rettende auch.
 
tg
13.08.2011
15:37 Uhr
     
Predigttext für Sonntag,8. nach Trinitatis:Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und Krieg nicht mehr lernen-Jesaja 2- Also vor uns Freundesland und Begeisterung fürs Gemeinsame. Wir sind Übergangsgeneration. Was also grauts uns vor der Zukunft? Wir werden mit weniger auskommen, keine Angst.
Haben wir für Somalia was getan?
 
Sophie
11.08.2011
12:22 Uhr
     
@Indrasun: Sehe ich auch so. Wir Jungsmütter sehen auch deutlich, dass die Gleichberechtigung über's Ziel hinausgeschossen ist und manche Jungs heute unterprivilegiert sind. Daran kann niemand interessiert sein. Unsere Fam-ministerin hat das erkannt und will auch die Jungs fördern. Sie wurde von Schwartzer dafür u.a. angegriffen, aber auch Schwartzer ist in die Jahre gekommen. Man muss umdenken. Ursprünglich ging es um Gleichberechtigung, und die wurde weitgehend erreicht. Man kann nicht wegen der älteren männlichen Manager die jungen Männer einfach übersehen, zumal die Industrie sie dringend braucht mit ihrem mathematischen Gehirn. Aber das hat nichts mit Breivik zu tun. Da muss man auf das psychiatrische Gutachten warten und überhaupt. Der ist jedenfalls kein Christ, auch wenn er sich nach der Rückkehr des Christentums sehnt. Ich glaube, der sehnt sich nach ein paar Kreuzzüglern, und die waren auch politisch motiviert und nicht christlich. Der sehnt sich nach Theokratie zurück und zitiert dabei Locke. Das erscheint komplett verrückt.  
DS
11.08.2011
09:27 Uhr
     
... ja, es ist wohl so, dass eine sehr unheile Gesellschaft und Gemeinschaft erodiert;
da kommen Versäumnisse - auch unsere - hoch. Es gibt viel zu tun - wer fängt - und womit - an?
 
indrasun
11.08.2011
09:13 Uhr
     
ich sehe keine rohere Hälfte der Gesellschaft. Ich sehe Jungen und später Männer, die nicht selbstwirksam sein konnten / durften. Was uns dabei vor allem fehlt, sind die Lebensräume für Jungen. Die Unterschiede müssen gelebt werden können, damit Friede und Geschwisterlichkeit sein kann. Ein Pyromane kann kein "Lebensfeuer" entfachen, deshalb muss er es im Aussen tun. Energie verschwindet nie ! Sie findet nur andere Wege.
Wir brauchen eine Gesellschaft, die erkennt, dass ihre Kinder ihre Entwicklung sind. Das, was heraus kommt, haben wir ALLE GEMEINSAM herausgebracht durch nicht sehen, nicht erkennen, nicht kommunizieren.
Indrasun
 
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