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Autor Nachricht
behüter
05.10.2015
12:10 Uhr
     
wir gehen nur noch kurze Wege. Langsam. Sind dankbar für das HerbstLicht und die Früchte. Wollen gleich Apfelsaft pressen und dann die Wiese mähen. Er schlaft viel, der Hund. Genießt alles mit, was ich tu. Das Fenster weit offen. SEINE Sonne kommt zu uns herein, am Schönsten im Glockenklang. Danke.  
tg
04.10.2015
09:22 Uhr
     
Zum Erntedank:
Was bleibt übrig, wenn wir alle Stummheit und alle Enttäuschungen einmal abziehen? Immer noch ein Wunder. Immer noch etwas Wunderbares.
Man sieht hinaus und sieht, dass der Morgen gibt, was der Abend nimmt.
(Aus Niemand anderes von Botho Strauss)
 
tg
03.10.2015
14:57 Uhr
     
Stark der Festakt zu 25 Jahren Einheit. Gut auch das Bekenntnis des Bundespräs. zum Recht auf persönliches Glück, das weder von Familie noch Nation, noch Religion beschnitten werden darf. Oder so ähnlich.  
bewunderer
02.10.2015
18:50 Uhr
     
Gestern - herrliches Abendrot um Itzehoe halbAcht erlebt. Zum Staunen. und Dankesschön! Auch für den Menschen aus Syrien auf dem Weg nach Friedrichstadt. Voller Liebe, dieses Bild.
Heute - die Blumeninsel in der Herbstsonne : im Mittelpunkt Wegwarte. Dann ein Meer aus Gelb, vermischt mit orangerotem Mohn und Kornblumen. Vereinzelt Malven in Lila. Gesäumt von Frauenmantel. DANK. Freude im Umrunden. Immer wieder.
 
nicht schwer
02.10.2015
08:06 Uhr
     
Ich finde das leicht zu erraten.
Sophie.
 
tg
01.10.2015
16:11 Uhr
     
Wer ist "Abendrot"? So deutlich persönlich geschrieben-- da hätte ich gern mehr von diesem Menschen, am Besten mit Bild.. Aber der Halbschatten hat ja auch seine Reize.  
Abendrot
01.10.2015
14:07 Uhr
     
Eine kleine Ergänzung, weil es TG früher oft um die Fragestellung der erhörten Gebete ging. Manche meiner Gebete wurden erhört. Ich weiß nicht genau, ob es daran liegt, dass ich durch Dankesbezeugungen einen Vorschuss habe. Eher nicht. Eher lag es daran, dass ich aus den Gebeten bei absolutem Notstand gestählt hervorging und wusste, was ich meinerseits tun musste. Daher finde ich Gebete inzwischen sinnvoll. Den Vorschuss habe ich weiterhin. Ich mache Gott für alle gelungenen Sachen verantwortlich, für misslungene mich selbst oder gelegentlich Umstände. Ich traue Gott nur Gutes zu, aber auch Ohnmacht, weswegen man das Sprichwort nie vergessen sollte, dass man auch selbst seines Glückes Schmied ist. Die Alten hatten's drauf, auch die Märchenerzähler und -sammler. Auf jeden Fall ist Er bei mir der LIebe, allenfalls der Rätselhafte und Unergründliche, niemals aber der Rächer o.ä.
Ein wenig Pause. Ich hoffe, dass Vorangegangenes für einige interessant war, gerade weil es mein Eigenes ist, also etwas Authentisches wie Briefe aus dem Nähkästchen.
 
Abendrot
01.10.2015
12:39 Uhr
     
Bevor mein Mann ging, hatten wir seltsame Gespräche, oft unter Tränen. "Ich werde dich überall sehen", sagte ich, denn ich kannte das schon mit dem Hund. Er schickte uns dann weg, um einige Dinge zu erledigen, die nicht von fern gemacht werden konnten. "Ich werde da sein, wenn Ihr zurück kommt", sagte er. Und Im Prinzip ist es auch so. Wir hatten nie die Bilderbuchehe, wie man sie im Ikea-Katalog sieht. Aber jetzt hält sie plötzlich mühelos. Da hat die Kirche Unrecht: "Bis dass der Tod Euch scheidet" ist es nicht immer.
Bach mit ca. zehn Kindern brauchte natürlich eine neue Frau. Manche Dinge in der Religionspraktik scheinen aus antiken Notwendigkeiten zu resultieren.
Er wurde im Kopf sofort wieder jünger, die Krankheit verschwand wie ein Geist. Er ist wieder gesund. Und es geht ihm gut. Er hat sogar einen Hund. Außerdem muss man glauben, dass man einen neuen Schutzengel hat. Meinem Vater wurden das langsam zu viele Personen zum Aufpassen.
Wegen Karasek muss ich an das Lit-Quartett denken. Mein Mann war immer für Löffler oder Karasek, ich immer bei Reich-Ranicki, weil ich einmal ein Buch erworben hatte, das Letzterem nicht gefiel und das ich reuevoll wieder umtauschen musste (langweilig). So hatten wir eine fulminante Diskussion über "Elementarteilchen", einen Roman von Michel Houellebecq, den Reich-Ranicki wegen Mangel an Liebe ablehnte. Hier musste ich später meine Meinung revidieren. Es ist eine Zustandsbeschreibung eines desolaten Zustands, und Liebe ist versteckt vorhanden.
So schmelzen sie dann gerade zusammen, mein Mann, mein Vater, mein Hund, Reich-Ranicki und Karasek.
Meine Mutter nicht. Meine Mutter ist da, wenn ich sie frage, allein, wie eine Ikone. Ihre Urteilsfähigkeit, die ich als junge Erwachsene ablehnte, wächst jetzt in späteren Jahren zu mir hin. Und als mein eines Kind mal sehr krank war, ging ich in eine katholische Kirche und betete zu einer Ikone von Mirjam.
Beten hat eine unglaubliche Qualität: Es macht plötzlich stärker, vor allem, wenn man es als Notlösung praktiziert, aber wohl auch sonst. Ich sage sonst nur Dankesgebete. Bitte kommt nicht vor. Nur bei Notstand.
 
Abendrot
30.09.2015
19:33 Uhr
     
Die Pietät liegt hier im Vermissen. Dass Karasek nicht gläubig war, steht im Stück. Herzlich befreundet mit Matussek, gläubiger Katholik. Das können gute Synthesen sein, siehe Giesen/Seckler. Letzterer glaubt mehr an schwarze Zahlen, auch eine Art Glauben. Hat mehr für's Hier.  
jakobus
30.09.2015
13:26 Uhr
     
Ja, Abendrot, es ist so: Wieder einer weniger - ganz profan gesagt und wenig pietätvoll. Ich habe ihn sehr geschätzt und sein Wirken für Literatur und Geist jahrelang beobachtet. Vor einigen Wochen gabs im Fernsehen ein Wiedersehen mit ihm: Karasek und Hirschhausen erzählten einander Witze. Köstlich, aber rückblickend dann auch ein Abschied. Wie er es mit der Religion hielt? Ich muss es direkt mal googeln.
Auf alle Fälle: Er war ein Großer.
Wehmütige Grüße von jakobus
 
Abendrot
30.09.2015
09:37 Uhr
     
Es ist spät in der Nacht, Hellmuth, entschuldige mein Gestammel. Ich vermisse dich.

http://www.welt.de/kultur/article147029168/Entschuldige-mein-Gesta mmel-Ich-vermisse-dich.html

Langsam verarmen wir. Wieder einer weniger.
 
Abendrot
29.09.2015
16:11 Uhr
     
Genau: "Wer warst du, ehe du Hund wurdest, möchte man schon manchmal fragen." TG
Danke für die Kolumne, Dorothé.
 
Dorothé
29.09.2015
14:45 Uhr
     
Ich erinnere mich, dass 2001 unser Dackel "Krümel" starb und TG zeitgleich eine Kolumne in der "Welt" schrieb, die uns sehr tröstete. Der Titel ist "Wenn einem der Hund stirbt". Googeln Sie einmal , liebe /lieber Abendrot.  
tg
29.09.2015
11:34 Uhr
     
ach, wir teilen hier doch,was uns (mir,dir) bemerkenswert scheint. Und bitten damit um Bestätigung, Ergänzung, Befragung. Bleiben wir miteinander im Gespräch. Euer t

Fand eben das Glückswort von Bruder Martin:
Das Leben ist nicht ein Sein, sondern ein Werden,
nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
Wir sind`s noch nicht, wir werden`s aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
(Martin Luther)
 
Abendrot
28.09.2015
23:35 Uhr
     
In dem liebevollen Versuch, das hinreißende Tier auf eine grüne Aue zu versetzen, waren wir eigentlich allein, ist jeder allein. Aber nicht ganz. Gott bemerkte das sehr wohl, was ich belegen könnte.
Aber die Kirche selbst hatte nie Platz für diese Dinge. Doch das ist nicht Traugott Giesens Schuld, denn er räumte immer wieder Platz für Menschen und ihre Angehörigen ein, wozu auch Haustiere gehören, vor allem Hunde und Katzen, was er durchaus zur Kenntnis nahm. Wir sind nicht exklusiv. Die Schöpfung.
 
DS
28.09.2015
18:16 Uhr
     
ging es hier nicht mal um Glauben aus Lebensmut oder gern auch Lebensmut aus Glauben??
Halt mich noch ein bisschen zurück, bevor ich nur noch Traugotts gedruckte Gedanken nachlese.
Sorgenvoll - Delf
 
danke
28.09.2015
12:44 Uhr
     
Das ist sehr schön, Abendrot. Und das kann nur verstehen, wer ähnliches erlebte.
Ich habe auch ein paar leise Tränen geweint beim Lesen, weil es auch bei mir so einen Nichtmenschen gab.
Danke fürs Erzählen.

Auch das Gedicht ist wunderbar zart und schenkt Leuten wie mir Lebensmut, JM. Ich verstehe nicht, warum es so schwer fällt, mal einfach etwas zu überlesen, wenn man damit nichts anfangen kann, was ja auch in Ordnung ist.Man kann doch seine 'Diskussionen' fortsetzen und sich trotzdem freuen, dass auch für andere etwas völlig Anderes eingestreut wird wie eben mal ein Gedicht oder andere schöne Gedanken.
 
Abendrot
28.09.2015
12:22 Uhr
     
Wir weinten ca. drei Monate um diesen Hund, dem plötzlich das Passwort wieder einfiel und der uns, viel zu früh, verließ. Es war kein normales Weinen, sondern ein tiefes animalisches Schluchzen wie aus der Trauer einer Elefantenherde.
Damals kannten wir einen Mann, der sich für mich oder uns alle interessierte. Er nahm Anstoß an unserer Trauer um das Tier und das Bemühen, es ins Paradies zu versetzen und letztlich an dem Glauben, der damit zusammenhing.
Das war ein Mensch, mit dem man herrliche politische Diskussionen haben konnte. Nachdem er sich etwas defätistisch über unsere fast staatstragende Trauer um unser Zentralgestirn äußerte, habe ich ihn nie wieder eingeladen, worin man eine Rangordnung erkennen mag. Das ewige Gerede und Getingel gehört zum Leben und macht es kurzweiliger, aber es muss sich letztlich, zumindest bei mir, unterordnen unter:
"Wir haben nun Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Auch für einen toten Hund.
 
Abendrot
27.09.2015
22:36 Uhr
     
Unter vielen Hunden hatten wir einen, der mit einer recht erstaunlichen Intelligenz ausgestattet war. Er verstand übermäßig viel und hörte auch gut zu, wenn man mit ihm sprach. Wir nannten ihn immer unseren Zusatzmenschen mit der besten Laune und hätten ihm am liebsten einen Platz am Tisch angeboten, eine Art Alf. Dennoch hätte er hier nichts schreiben können. Und Kaspar Hauser ja auch nicht.
Unser Hund war ein verzauberter Mensch, einer, der mal Mutabor gedagt hatte oder einer, den Buddha etwas zurückversetzt hatte. Durch seine Art war er das Zentralgestirn in unserer Mitte und dabei jemand, der niemals etwas von einer "Klirrenden Schelle" hatte. Aber schreiben konnte er nicht. So konnte er auch nicht stänkern. Ich habe viel von ihm gelernt.
 
lichtblumen
27.09.2015
17:32 Uhr
     
Da verteile ich jetzt in diesem Augenblick drei Sonnenblumen - In dieses U  
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