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Orbart
26.04.2018
11:32 Uhr
     
Liebe Kathrin!
Freut mich sehr, daß Dir der Hüsch-Text gefällt und ich merke, daß Du ihn sehr aufmerksam gelesen hast!
Vielleicht noch zwei Dinge dazu:
H.D. Hüsch hat solche Texte immer gezielt in seine Programme eingebettet.Sie dienten als Kontrapunkt zu den lustigen und ausgelassenen Passagen.
Übergänge gab es fast keine und man musste als Zuschauer immer sehr wach sein.....

Dieser Text schob sich vor einigen Jahren wieder in mein Bewusstsein, als ich einen Beitrag über Hendryk M. Broder sah.
Broder bezeichnete Hüsch als seinen Freund und auch als Vorbild. Dann las er diesen Text vor.
Ich hatte Mühe mir diese Freundschaft vorzustellen: Auf der einen Seite der brilliante, aber auch sehr streitbare Journalist, der nach der Devise zu leben scheint ::"Viel Feind, viel Ehr´"! und auf der anderen Seite der versöhnliche Humanist Hüsch, der so gar nichts von der vielgepriesenen Streitkultur hielt.
Beide waren(bzw. sind) Meister des Wortes.
Vielleicht fanden sie darüber eine gemeinsame Ebene....

Ich hoffe, auch Dir und Deinem Mann geht´s gut. Ich hab Dich als große Vogelfreundin in Erinnerung und da ist der Frühling ja die richtige Jahreszeit.

Würde mich freuen, von Dir wieder mal etwas zu lesen!
 
memory
25.04.2018
14:45 Uhr
     
Danke, lieber Orbart, für diese Zeilen. Ich kannte sie noch nicht. Irgendwie trösten sie, wenn man sich manchmal wie ein Geisterfahrer fühlt. Ich hoffe, es geht dir gut und ich wünsche dir immer genügend Trost und Kraft und Freude und Liebe. Es ist immer gut, deinen Namen hier wieder zu entdecken. Und was du so schreibst, gefällt mir immer sehr.
Sehr liebe Grüße von Kathrin
 
tg
25.04.2018
14:37 Uhr
     
Wozu wir uns wohl am Ende noch entpuppen werden?  
Orbart
23.04.2018
19:15 Uhr
     
Hanns Dieter Hüsch :

Für wen ich singe


Ich sing für die Verrückten
Die seitlich Umgeknickten
Die eines Tags nach vorne fallen
Und unbemerkt von allen

An ihrem Tisch in Küchen sitzen
Und keiner Weltanschauung nützen
Die tagelang durch Städte streifen
Und die Geschichte nicht begreifen

Die sich vom Kirchturm stürzen
Die Welt noch mit Gelächter würzen
Und für den Tog beizeiten
Sich selbst die Glocken läuten

Die an den Imbisstheken hängen
Sich weder vor - noch rückwärtsdrängen
Und still die Tagessuppe essen
Dann alles wieder schnell vergessen

Die mit den Zügen sich beeilen
Um nirgendwo zu lang zu weilen
Die jeden Abschied aus der Nähe kennen
weil sie das Leben Abschied nennen

Die auf den Schiffen sich verdingen
Und mit den Kindern Lieder singen
Die suchen und die niemals finden
Und nachts vom Erdboden verschwinden

Die Wärter stehen schon bereit mit Jacken
Um werkgerecht die Irrenden zu packen
Die freundlich auf den Dächern springen
Für diese Leute will ich singen

Die in den großen Wüsten sterben
Den Schädel schon in tausend Scherben
Der Sand verwischt bald alle Spuren
Das Nichts läuft schon auf vollen Touren

Die sich durchs rohe Dickicht schieben
Vom Wahnsinn wund und krank gerieben
Die durch den Urwald aller Seelen blicken
Den ganzen Schwindel auf dem Rücken

Ich sing für die Verrückten
Die seitlich Umgeknickten
Die eines Tags nach vorne fallen
Und unbemerkt von allen

Sich aus der Schöpfung schleichen
Weil Trost und Kraft nicht reichen
Und einfach die Geschichte überspringen
Für diese Leute will ich singen
 
tg
22.04.2018
10:18 Uhr
     
Und natürlich Wilhelm Busch:

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
 
tg
22.04.2018
10:17 Uhr
     
Dank für die erhellenden Beiträge.
Zu Tieren als Retter: Der Walfisch sammelt Jona auf und spuckt ihn nach drei Tagen an Land, was später von Jesus als Bild für seine drei Tage im Tod , in der Unterwelt, gedeutet wird.
Auch "Sehet die Vögel, sie säen nicht, ernten nicht und der himmlische Vater ernährt sie doch. "
 
Camille
21.04.2018
21:21 Uhr
     
Noch ein schönes Beispiel dazu: Der alte Persch, der sich niemals von sich aus als guter Mensch bezeichnet hätte, falls ich ihn richtig in Erinnerung habe, und der uns spontan mochte, weil wir seinen kalbsgroßen Hund und seine zierliche Frau mochten, schwamm mal zur völlig falschen Zeit im Watt, geriet in den Priel und kam nicht mehr raus. Er befahl seinem Hund, ihn rauszuziehen und hielt sich an ihm fest, und der Hund wusste genau, was Sache ist und zog ihn raus. Das Geheimnis zwischen gutem Herrn und Hund ist groß und unergründlich.
Und mein eigener Hund ist eine bessere Kreatur als ich, vollkommen reines Herz, und ich kenne ihn genau. Ich glaube er würde mich auch rausziehen, wenn ich die Schuhe ausziehen und in die richtige Richtung werfen würde.
Schuhe: Falls man reinfällt.
 
Camille
21.04.2018
20:32 Uhr
     
Spezifiziert:
Was der Mensch mit dem Staffordshire macht oder mit dem Hahn (Hahnenkämpfe) zum Zweck, Blut zu sehen, macht er auch mit dem Menschen. Er kann den Menschen, hier die Masse genannt, manipulieren. Diesen Menschen meine ich, den mit den Machtgelüsten zur eigenen Erbauung und Bereicherung.

Und vielleicht meinte den auch Jesus, wenn er von Nadelöhren und Kamelen sprach oder von pharisäerhaftem Verhalten. Ist dieser von Gott? Man könnte meinen nein, denn nimmt man die Schöpfungsgeschichte ernst, wo dem Menschen Fürsorge über die Natur übertragen wird, liegt er genau quer dazu. Und wenn Jesus dem simplen Mörder am Kreuz vergibt, vergibt er dann nicht nur einem Werkzeug? Er war klug, das darf man nicht vergessen.
 
Camille
21.04.2018
20:09 Uhr
     
Ja. Im Durchschnitt betrachtet. Tiere tun bewusst nichts Böses. Und bei Hunden ist meistens der Halter schuld.
Menschen können bewusst Böses tun, das fängt an bei bösen Worten. Und das kennt jeder von sich.

Dieser Hund, der mich mal gebissen hat in Spanien, lag an einer Kette an einer Tankstelle in der Sonne, den ganzen Tag. Bei Staffordshire ist der Mensch schuld, der ihn so durchgezüchtet hat über die Zeiten.
 
tg
21.04.2018
19:40 Uhr
     
besser als der Mensch??  
Camille
21.04.2018
15:31 Uhr
     
Bin auch ein Daumen, TG. Habe mich gewundert, dass die Polizei bei Betreten der Wohnung den Staffordshire nicht erschossen hat, aber sie dürfen wohl nicht.
Kenne jemanden mit so einem Hund. Der ist freundlich, weil gut gehalten, aber ich schaue dem nie in die Augen, der Sache nicht trauend.

Aber schrecklich finde ich, wenn dann auf alle Hunde geschimpft wird (die andere Seite), wie es der Fall war, als der kleine Volkan in HH von einem Kampfhund totgebissen wurde. Die meisten Hunde sind überaus freundliche Seelen, im Schnitt besser als der Mensch.
 
Gruß
19.04.2018
09:23 Uhr
     
Wo ist eigentlich Flogni?  
MUT
18.04.2018
22:06 Uhr
     
TG - 100 Daumen hoch  
tg
18.04.2018
19:51 Uhr
     
Ist das nicht verrückt- Wenig Aufregung, dass zwei Menschen totgebissen wurden, aber eine Empörungswelle, darüber, dass der Hund eingeschläfert wurde wegen offensichtlicher Gemeingefährlichkeit. Anscheinend gieren einige Menschen nach Anlässen, ihren Wahn rauszuschreien unter der Tarnung Tierliebe oder sonstwas.  
tg
16.04.2018
18:46 Uhr
     
Dank, Camille- Klug und schwierig. Kleine Korrektur : Günther sagte natürlich:" Glauben ist nicht Wissen."  
Camille
15.04.2018
23:11 Uhr
     
Er vermutet, nicht wahr?
Der MP vermutet, dass eine Vermutung Nichtwissen ist.

Und daher beweist er mit seiner Vermutung sein Nichtwissen über den christlichen Glauben.

Trotzdem muss ich ihn verteidigen. Es wäre erheblich einfacher, zu wissen, dass sagen wir mal Lazarus scheintot gewesen war. Es ist schwierig, etwas anderes zu glauben. Daher müsste er sagen, dass Wissen mit Beweisen einfacher zu haben ist. Und der heutige Mensch will es eher ein wenig einfacher.

"Lazarus, komm heraus" ist köstlich, aber schwierig.
Ein Defibrillator ist Produkt von Wissenschaft und einfacher.

Jesus läuft über den See Genezareth. Das ist nichts für Machtmenschen ohne Träume und mit schweren Füßen. Das ist etwas für Rainer Maria Rilke, der Machtmenschen so beschreibt:
"Und dabei sagen sie Ich und Ich und meinen Irgendwen " (Menschen bei Nacht) und Gott dagegen so:
"Ich weiß, Du bist der Rätselhafte, um den die Zeit in Zögern stand" (Stundenbuch).
Und merke: Ich weiß! Er glaubt es und weiß es. Dieser Rilke mit seinen Ringen.
 
tg
14.04.2018
11:12 Uhr
     
Heute wieder- der freundliche Mininisterpräsident von Scheswig-Holstein in seinem ansonsten frommen Morgenwort auf NDRinfo: "Glaube ist Nichtwissen." Dabei ist unser christlicher Glaube das gewisseste Wissen überhaupt.
Man muss das auseinanderhalten: Das Sachenwissen und das Vertrauenswissen. Alles Messbare, Zählbare, Objektive- also unabhängig von meiner subjektiven Meinung Vorhandene- ist Wissen von Tatsachen. Ist beweisbar.Dagegen, was was mir bedeutet ist ein anderes Ding. Geld kann ich zählen; ich weiss, was ich auf dem Konto habe. Aber was ich damit machen will, ist Ermessensfrage. Was und wer mir was bedeuet- das ist m e i n Wissen. Wieviel ich für "Brot für die Welt" abgebe, muss ich entscheiden mit meinem Gewissen. und dann weiss ich, was richtig ist und was Geiz ist.
"Ich liebe Dich"- das ist doch Wissen, gewissestes Wissen, es realisiert sich in liebendem Tun.
Leider benutzen wir das Wort "glauben" schlampigerweise oft für nur ungefähres Wissen:" Ich glaube, es ist 14Uhr"
Das echte "ich glaube" kommt von "geloben" . "ich glaube an dich",- meint: ich stehe für Dich ein.
"Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen"- Nicht: ich schätze, dass... sondern: Ich verlasse mich darauf, ich weiss mit meinem Innersten.
Achten wir doch mehr darauf, "glauben" nicht für ungefähres Wissen zu benutzen - sagen wir dann lieber, "schätzungsweise" ode: "Ich meine ; ungefähr..."
 
An Ostern
12.04.2018
18:42 Uhr
     
... Die Tulpen - In die LIEBE ...  
Camille
09.04.2018
20:04 Uhr
     
Ostern ist auch kosmisch, die Auferstehung verschmilzt doch mit der Symbolik für die Natur. Wäre das Fest auf Karfreitag verkürzt, fehlte das Tröstliche, das die Natur bietet, wenn nach langem Winter die Eise brechen und die Narzissen und Tulpen nach Schneeglöckchen und Krokus blühen.

Ich selbst hatte dreißig Tulpen in einem hellen Violett zu einem guten Preis bekommen. Es war ihnen wohl vorher zu kalt gewesen, und sie wirkten schlaff. Plötzlich, Ostersonntag, standen sie in ihren Vasen wie eine Eins, wunderschön anzusehen. Ich musste denken an "Seht die Blumen, seht die Vögel" und an das Fresco von Franziskus in der unteren Kirche zu Assisi, wie er zwischen Bäumen die Vögel füttert.

Ich hatte die Eier dunkelblau gefärbt, und frisch geölt standen sie unter den Tulpen und einem kleinen Zimmerginster. Jesus ist mir Ostersonntag am nächsten und vielleicht Heiligabend, und ich schmücke das aus und bin froh, wenn es gelingt. Und ich dachte, dass Gott selbst die Tulpen wiedererweckt hatte und dass es kein Zufall ist, dass Johannes Maria Magdalena Jesus als Gärtner sehen lässt.
 
Bitte
09.04.2018
16:30 Uhr
     
, sie wollen zu einem Maler Deines Vertrauens transportiert werden - Diese Worte. Würde ich jetzt die Möglichkeit haben, würde ich dieses Wortebild auf Blauem Samt zu Ingo bringen : Karfreitag mündet an Ostern in die Liebe .  
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