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S.D.
01.02.2004
16:56 Uhr
     
Ein Gefühlsbeben stelle ich mir vor wie ein Seebeben. Man wird von einem Schiff geschleudert, und ein Walfisch verschlingt einen. In dem Walfisch, wenn da Gebet ist, ist da Gott, und der Walfisch speit einen an Land. dann ist man anders. Oder war Jona dann noch der Gleiche? So ist Jona eine Geschichte, die täglich und jedem geschehen kann.Und Jona ist eine Geschichte von einem Gefühlsbeben, finde ich zumindest.  
Traugott Giesen
01.02.2004
16:33 Uhr
     
Habe das Wort "Gefühlsbeben" neu gelernt - kann einer was damit machen- daß man in ein neues Muster geschüttelt wird, mit erhöhtem Merken jetzt lebt, etwa?TG  
Martin Z.
30.01.2004
16:03 Uhr
     
Wie ich eben bemerkt habe, hat sich in meinen letzten Eintrag ein kleiner Fehler eingeschlichen: Mit einem Periskop haben die Textstellen nichts zu tun; richtig ist natürlich "Perikopenordnung".  
S.D.
29.01.2004
08:43 Uhr
     
Lieber Martin! Das ist ja nett von Ihnen. So war's ja auch, Sie fragten in die Runde und Sie kriegten von mir, was ich habe, das Genießenkönnen, dankbar dafür sein, wenn ich etwas oder Menschen als gut empfinde. In meiner Gemeinde hier war das genauso. Der Pastor schätzte es, plötzlich ein Segelschiff unter Wind dabei zu haben, ein älterer sehr kluger Arzt schätzte es auch, aber mit den Vermieften kriegte ich Probleme, z. B. mit einer Frau, die das allzu ernst nahm, was Paulus über Schwule geäußert hat. Der Mief in Gemeinden riecht wie alte Socken, und ich kann damit nichts anfangen. Die Leute, die nicht aus finanziellen Gründen aus der Kirche austreten, treten nicht wegen der Pastoren oder der Kirche als solches aus, sondern wegen des Gemeindemiefs. Die Kirche verliert die Intelligenz. Wer mag schon olle Bettwäsche? Ich schreibe mal etwas von Eugen Drewermann hier hin, womit ich viel anfangen kann. Ein wenig länger, aber für Drewermann ist hoffentlich genug Platz da.
"Im NT später braucht Jesus diese Einstellung nur noch aufzugreifen; er wird den Menschen seiner Zeit sagen: Würden die Bewohner von Sodom und Gomorrha gehört und gesehen haben, was ihr zu hören und zu sehen bekommt, sie hätten sich bekehrt zu Gott. Da redet er nicht anders als Jona zu Ninive. Geht es da noch darum, ob jemand im engen Sinn dem jüdischen Glauben angehört, oder ist es nicht gerad umgekehrt: daß Jude zu sein bedeutet, der Menschheit künden zu können und zu müssen, es sei da ein Gott des Himmels, der alles gemacht hat, Erde und Meer, grad so, wie es aus Jona später herausbrechen wird? Dies ist das Programm, das Jesus später wirklich im 5.Kap. des ME, in der sog. Bergpredigt, dahin formuliert, da sei ein Gott, der es regnen lasse über alle Menschen, über die guten wie die bösen, und er lasse die Sonne aufgehen über alle Menschen, über die gerechten wie die ungerechten, er trenne und scheide sie nicht in die werten und die unwerten, in die gläubigen und die ungläubigen, er sehe nur Menschen.
Ins Moderne gebracht, sind dies ganz und gar aufklärerische Gedanken, die wohl nirgends besser beschrieben sind, als in Lessings Nathan d.W. Es ist möglich, so wird dort geschildert, daß ein Mensch sich sogar darüber irrt, wessen Vaters Kind er ist, daß die Wirren der Zeit ihn in Unkenntnis bringen darüber, in welchen Glauben er "eigentlich" auf Grund der Bindung an bestimmte blutsmäßige Verwandschaft, eingeführt werden müßte. Es ist möglich, daß jemand von sich denkt, er sei ein Muslim, und ist in Wirklichkeit ein getaufter Christ, oder könnte es sein, es wäre auch umgekehrt? Ist nicht alles, was Menschen in dieser äußeren Art von sich glauben, jemals mehr als ein Vexierspiel der Zeit? Nur über eines kann ein Mensch sich nicht irren: über das, was Menschlichkeit ist und was Liebe ihm sagt. Und das allein entscheidet, ob er der Sprache Gottes hörend oder unhörend, hörig oder ungehörig gegenübersteht."
E.Drewermann, "Und der Fisch spie Jona an Land."
 
Martin Z.
29.01.2004
08:12 Uhr
     
Wenn ich Pastor wäre, so könnte ich mir vorstellen, dass die Periskopenordnung vielleicht ein kleiner Ansporn oder eine Herausforderung oder einfach nur eine Erinnerung wäre, mich immer wieder auch der Texte anzunehmen, die nicht meine Lieblingstexte sind und die meinem Glauben weniger Futter zu scheinen geben oder gar zu ihm kontrastieren. Die Bibel enthält ja einige solcher Texte, so dass ich (als bibellesender und predigthörender Mensch) ab und an auch mal gern eine Stellungnahme oder nur eine Erklärung solcher Bibelstellen von der Kanzel hören würde.
Der Hauptgrund, warum ich hier mit meiner Frage aufgekreuzt bin, ist aber nicht, dass ich etwa ein eifriger Verfechter der Periskopenordnung wäre. Vielmehr (und hier zeigt sich, dass die Periskopenordnung nur Mittel zum Zweck sein kann) habe ich im Gottesdienst in unserer Kirche in letzter Zeit Predigten gehört, zu denen ich als Vergleich gern mal eine „Giesen-Predigt“ gelesen hätte. Ein Blick auf die aktuelle Predigt zeigte mir dann aber mehrmals, dass das leider nicht möglich war. Deshalb kam ich dann überhaupt zu meiner Frage. Aber Ihr Hinweis, Pastor Giesen, auf das Predigtstellenverzeichnis kann mir da ja in vielen Fällen weiterhelfen. Auch Ihre Anmerkung, dass die Predigt vom letzten Sonntag den vorgeschlagenen Predigttext ja quasi mitbehandelt, war hilfreich; wenn so etwas aus der Predigt selbst ab und zu ein bisschen deutlicher hervorgehen könnte, wäre das wunderbar.
 
Traugott Giesen
28.01.2004
17:59 Uhr
     
Ich könnte mehr dazu sagen, aber wüßte dazu gerne mehr von Ihnen, warum Ihnen an der Perikopenordung liegt? Und ob diese, wenn Sie Pastor wären, eine Hilfe ist- Sie ist eine Hilfe, damit mit man nicht nur seine Lieblingstexte predigt. Das Predigtverzeichnis von lebensmut müßte man mal begutachten. Bleiben Sie behütet TG  
Martin Z.
28.01.2004
11:12 Uhr
     
Vielen Dank an Pastor Giesen für die Antwort! Was Sie schreiben, kann ich ganz gut akzeptieren, auch wenn ich meine, dass es kaum Texte in der Predigttext-Reihe gibt, die "nur Füllung abfordern", was auch immer mit diesem Ausdruck gemeint ist.
Außerdem danke an Sophie für die Antwort und an die anderen für das gutgemeinte In-Schutz-Nehmen meiner Frage. Das war gar nicht nötig. Ich fand auch die Beiträge dazu insgesamt überhaupt nicht philosophisch oder irgendwie überflüssig, sondern anregend zum Nachdenken. Dazu soll das Forum doch da sein!
Also, auf zum nächsten - vielleicht weniger an Form und mehr am Inhalt orientierten - Diskussionsthema!
 
S.D.
28.01.2004
07:40 Uhr
     
1.Lieber Martin! Es war ein guter Dialog mit Ihnen und eine gute Antwort.
2.Es ist ein bißchen verwegen, jemandem, der im Grunde nur sein Eigenes zeigt und einen Dialog aufnimmt, das Philosophieren vorzuwerfen, gegen das als solches aber auch grundsätzlich nichts zu sagen wäre. Einer der größsten Philosophen, die wir hatten, suchte geradezu den Dialog. Ich selbst suche den auch, z.B. um zu definieren, ob ich aus der Kirche austrete, d.h., ich überlege mir das gut.
3. Sie fragten nach Meinung über die Predigten vom 4. und vom 25.1., Delf. Ja, beide sind sehr gut, aber auch die vom 11.1. Zwischen der vom 11.1. und der vom 25.1. gibt es eine Verbindung: "Es werde Licht!" Die Lichtgestalt, einmal klein, einmal erwachsen. Die vom 25. ist ein guter Hitchcock, und er kriegt von mir den Oskar dafür. Das kommt nicht von ungefähr mit dem Hitchcock, denn ich sah vorher erst seinen herrlichen Film "Berüchtigt", wunderbar, schwarz-weiß, Licht und Schatten und danach "Spellbound", einen Film über Psychoanalyse und aufschlüsselnden Traum. "Wer bist du?" fragt sie den Mann, welche Parallele.
 
DS
28.01.2004
06:42 Uhr
     
Freunde,
Schon manchmal ein eigenartige Ton, dessen sich hier bedient wird - oder ? WAs soll das , wenn einfach so nur Fragen gestellt werden, geht das nicht mehr ? Gruss DS
 
Traugott Giesen
27.01.2004
21:49 Uhr
     
Der vorgeschlagene Bibeltext für die Predigt letzten Sonntag steht Römerbrief 1,16f: Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, (die Juden zuerst und ebenso die Griechen.)
Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, [elche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«
Was Jesus macht in der Geschichte vom besessenen Gerasener (Predigt letzen Sonntag) ist ein Beisspiel für diesen Lehrsatz des Paulus: Jesus bettet den Menschen wieder in das Vertrauen ein , daß Gott ihn liebt und braucht. Ich hätte als 1. Lesung den obenstehende Paulustext gut verlesen können, er passt sehr .
Wenn ich Kraft habe, predige ich Sonntag dazu, aber ich kann nur die Texte predigen, die mir was sagen und nicht nur Füllung abfordern. Dank fürs Fragen- TG
 
webmaster
27.01.2004
13:28 Uhr
     
Die Anfrage von Martin Z. war ja völlig sachlich und zunächst mal wertfrei vorgetragen, - solch eine Frage muss doch gestattet sein, ohne dass die Qualität der Predigten als solche in Frage gestellt wird. Man braucht also gar nicht so viel drumherum zu reden. Wenn Pastor Giesen an bestimmten Sonntagen von den vorgeschlagenen Bibelstellen abweicht, wird er dafür seine Gründe haben... da brauchen wir anderen nicht zu spekulieren und philosophieren, er wird es uns schon selber sagen.
Danke Martin Z. und Grüße an alle
 
Martin Z.
27.01.2004
11:46 Uhr
     
Liebe Sophie (und natürlich liebe anderen Mitlesenden),
ich hoffe natürlich noch auf eine Antwort von T.G.; dann hätte sich meine Frage komplett erledigt. Trotzdem will ich noch zu Ihrem Eintrag Stellung nehmen, weil ich vermute, dass Sie mein Anliegen vielleicht nicht ganz richtig aufgefasst haben.
Die Predigten auf lebensmut.de sind ganz wunderbar und großartig. Selten findet man solchen Tiefgang; man hat ja das Gefühl, die Bibeltexte werden wie eine Zitrone ausgepresst, um auch noch den letzten Tropfen Saft herauszubekommen. Ich finde, eine lebensnahe Exegese, bei der einem beim Hören oder Lesen warm ums Herz wird, sollte in jedem Gottesdienst, nicht nur in St. Severin, stattfinden. T.G. beherrscht das natürlich besonders gut und auf seine ganz eigene Art.
Meine Frage zielte denn auch nicht auf den Inhalt einer Predigt (also das Mitgeteilte), sondern auf das Thema und den Anlass. Hier bleibe ich dabei: Eine Orientierung an der Predigttext-Reihe als Grundgerüst ist im Regelfall wert, eingehalten zu werden. Wie und was dann aus dem Text gemacht wird, steht in der Folge ganz im Belieben des Predigers.
Eine mehr oder weniger willkürliche Auswahl des Predigttextes birgt meiner Meinung nach auch die Gefahr, dass man sich vorwiegend die einem besser passenden Abschnitte heraussucht und die Bibel als Ganzes, die doch die Grundlage unseres Glaubens ist und auch unbequemere Abschnitte umfasst, ein wenig aus den Augen zu verlieren droht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man es gelten lassen kann, zu sagen, man hätte zu den Bibelstellen nach der Perikope schon gepredigt. Nach sechs Jahren, wenn der betreffende Bibelabschnitt wiederkehrt, kann man bestimmt noch einmal aus einer anderen Blickrichtung und mit neuen Erfahrungen an die Interpretation herangehen und den Text auf eine andere Weise „auspressen“. Gerade das garantiert auch, dass die Exegese lebensnah bleibt und Lebensfreude in der Rückbindung an Gottes Wort entsteht. Auch Luther hat oft darauf hingewiesen, dass niemals gesagt werden könne, man habe eine Textstelle vollkommen verstanden.
Erstaunlich, wie eine eigentlich nur sachlich gemeinte Frage im Forum eine kleine Diskussion in Gang setzen kann; das finde ich aber sehr schön und nützlich. Gruß, Martin.
 
S.D.
27.01.2004
08:38 Uhr
     
Zusatz von Paulus:
"Prüfet alles, und das Gute behaltet."
"Nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird."
Aus der Kolumne vom WE.
Wenn Jesus nur gepredigt hätte, was die Anderen wollten, hätten wir kein NT. Wenn Luther gemacht hätte, was die katholische Kirche wollte, hätten wir keine evangelische Kirche. Wenn wir alle nur machen würden, was die Anderen erwarten, gäbe es keine Lebensfreude.
 
S.D.
27.01.2004
07:53 Uhr
     
Lieber Martin! Nehmen Sie mir nicht übel, daß ich dennoch Sie sage, denn ich bin nicht so ein großer Duzer. Gerade im Internet verhilft das Sie zu Distanz.
Ich bin da vielleicht etwas anders gelagert. Um mit Menschen verbunden zu sein, brauche ich nicht ähnliche Predigten an verschiedenen Orten. Die Menschen, mit denen ich verbunden bin, zeichnen sich dadurch aus, daß sie alle Individualisten sind. Es sind auch Atheisten dabei, übrigens. Die sind keineswegs unmenschlich. Ich finde, man muß überhaupt nichts erklären, man muß nur mit Überzeugung etwas tun und braucht den Anderen, der es dankbar und offen aufnimmt. Da St. Severin voll ist im Gegensatz zu manchen anderen Kirchen, denke ich, ich bin nicht die Einzige. Was gerade diese Predigten auszeichnet, ist, daß sie lebensnah sind und ausgezeichnet die Exegese mit unserem Täglichen verbinden. Warmherzig sind sie auch oft. Ich kann viel damit anfangen, und das ist die Hauptsache. Hitchcock wurde auch oft gefragt, warum er jetzt diesen Plot so und nicht anders gemacht hätte, und er sagte, das sei eben so. Es gibt sogar einen Spezialausdruck dafür von ihm, eine Wortschöpfung, die mir nicht einfällt. Was ist das Resultat? Seine Filme sind Meisterwerke, die nie jemand kopieren konnte. Gruß, Sophie.
 
Delf Schmidt
27.01.2004
07:41 Uhr
E-Mail    
zur Frage Martins :
es hat ja durchaus einen Sinn, das eine Textstelle gepredigt wird : so wird übergreifend Einheit gelebt, auch an verschiedenen Orten.Ich erinnere, daß TG einmal zu dieser Frage sagte, er hätte zu den Bibelstellen, die nach der Perikope "dran" seien, schon gepredigt und suche sich gern solche aus, zu denen noch was offen sein. TG - stimmt das noch ? Und danke für große Predigten am 4. und 25. 1. mit starkem psychoanalytischen Ansatz. Gefällt mir sehr gut, was denkt Ihr sonst noch Mitlesenden dazu?
Gruss aus Hamburg Euer DS
 
Martin Z.
26.01.2004
16:01 Uhr
     
Liebe Sophie (ich hoffe, das mit dem "du" ist so korrekt, jedenfalls duzen sich ja fast alle in diesem Forum)!

Erstens: Mein Eintrag im Forum zum Predigttext war wirklich nur als einfache Frage und überhaupt nicht als Vorwurf o. ä. gedacht. Sollte das anders gewirkt haben, so tut mir das leid.
Zweitens: Natürlich stimme ich dir darin ohne Weiteres zu, dass ein Plan immer nur eine lockere Richtschnur sein kann, von dem in bestimmten Fällen abgewichen werden muss. Aber dass einem die Behandlung eines besonderen Themas überhaupt als etwas Besonderes erscheint, setzt doch voraus, dass es auch die "Normalität" gibt, nämlich den Lehrplan oder die Predigttext-Reihen.
Drittens: Die Predigttext-Reihen haben ihren guten Grund: "Jedes Jahr wird eine Textreihe in der Predigt ausgelegt. So sind die zum Gottesdienst versammelten Gemeinden an allen Orten miteinander verbunden, indem sie auf den gleichen biblischen Text hören. Der Sechs-Jahre-Turnus soll dem Predigthörer den Reichtum der biblischen Botschaft erschließen." (Ev.luth. Gesangbuch Niedersachsen) Vielleicht stellt man sich ja als Pastor auch einen eigenen Plan für eine gewisse Anzahl an Sonntagen auf, um ein Thema mal auszuschöpfen.

Also, da in unserem Gottesdienst meistens nach der Predigttext-Reihe vorgegangen wird, war ich nur irritiert, häufig die T.G.-Predigt zu einem anderen Text vorzufinden. Deswegen die gestellte FRAGE. Die Freiheit, über viele Sonntage lang von der Predigtreihe abzuweichen, ist ja jedem zuzubilligen, bedarf aber nach meiner Meinung schon einer guten und sinnvollen Begründung.
 
S.D.
26.01.2004
14:58 Uhr
     
Lieber Herr Z.! Ich hatte mal sieben Jahre lang einen Gymnasiallehrer in Deutsch, Geschichte und Philosophie. Dieser Lehrer hatte die Eigenart, vom Lehrplan abzuweichen, wenn etwas in Deutschland oder in der Welt geschehen war, z.B. als Anwar El-Sadat ermordet wurde, machten wir ein paar Tage den Nahen Osten. Vor den Ferien las er uns eine Kurzgeschichte vor, "So zärtlich war Suleiken" von Lenz im Dialekt oder "Die Hundeblume" o.ä. Ich weiß das alles heute noch. Vom Lehrplan ist mir nicht viel erinnerlich.
Außerdem habe ich einen Pastor, der predigt das, was ihm gerade wichtig ist, vielleicht, was er von Menschen in der Woche erfahren hat. Warum er das tut, weiß ich nicht und würde ihn auch nicht fragen. Ich weiß nur, daß es immer wieder neu spannend, interessant und lehrreich ist.
Ich kann mit den beiden beschriebenen Menschen sehr viel mehr anfangen, als mit manchem, der nur nach dem Lehrplan ( Lehrtext ) geht. Gruß, Sophie D.
 
Martin Z.
26.01.2004
07:36 Uhr
     
Ich habe mal eine Frage, vielleicht weiß jemand die Antwort: Wonach richtet sich T.G. bei der Auswahl des jeweiligen Predigttextes? Laut Herrnhuter Losungen ist z.B. für den gestrigen Sonntag als Predigttext ein Abschnitt aus dem Römerbrief, nicht aber Markus 5 angegeben. Auch im ev.-luth. Gesangbuch für Niedersachsen ist (der für dieses Jahr geltenden Textreihe II folgend) der Abschnitt aus Römer 1 vorgeschrieben. Oder ist das etwa bundeslandspezifisch? Gibt es dann auch bundeslandspezifische Losungs-Ausgaben? Jedenfalls: Da mir dieses Abweichen auch schon bei vorherigen T.G.-Predigten aufgefallen ist, stelle ich diese Frage jetzt mal in diesem Forum. Danke schon mal für eine Antwort.  
S.D.
25.01.2004
14:57 Uhr
     
Ich finde den Kommentar schön, TG, weil er ihre Fühlung zwar annimmt, aber nicht aufwertet, auf das Leben verweist, somit tröstlich ist.  
Traugott Giesen
24.01.2004
19:45 Uhr
     
Liebe Anja, wenn Sie eine Fühlung haben für Sterbeorte, dann ist es so. Zu merken, daß hier jemand gestorben ist, was solls? In alten Häusern wurde gezeugt, geboren, gelebt , gestorben- also Sterben gehört zur Normalität. Wenn sie beinahe wittern, hier starb ein Mensch, dann lassen Sie die Witterung vorbeigehen, und widmen sich dem Lachen, Lieben, Wirken, Leiden, das von Ihnen erfüllt sein soll. Bleiben Sie behütet. TG  
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