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Fatum dignum
05.05.2011
08:25 Uhr
     
Usama bin-Laden vertrat die Auffassung, dass man nach dem Jihad im Paradies landet. Nach seiner Auffassung ist er nun dort.
Die christlichen Kirchen vertreten die Ansicht, dass wir nach dem Tod, zum Glück ohne militanten Jihad, im Paradies landen.
Bin Laden wäre in einem amerikanischen Hochsicherheitstrakt sicher unglücklicher.
Also gar kein Grund, sich nicht zu freuen auch aus seiner und kirchlicher Sicht.
Die Diskussion darüber ist atheistisch und antiamerikanistisch. Außerdem heuchlerisch, wenn man bedenkt, wie viele Leute sich heimlich freuen, wenn ein Verwandter stirbt oder jemand, den sie nicht leiden konnten. Und verlogen, weil niemand aus kirchlichen Kreisen ihm gute Reise wünschen mag.
EKIA: Enemy Killed In Action=Krieger im Kampf gestorben. Passendes, würdiges Schicksal, leider neun Jahre zu spät. Darüber kann man traurig sein.
 
Real
04.05.2011
22:13 Uhr
     
Wo sind denn nun die vielen Gutgeister hier - die wundervoll und salbungsvoll uns ach so schöne meterlange geschwülstige Litaneien, fernab jeder realen Wirklichkeit, verfassen? - Aber ein kurzes eindeutiges Wort, dass ein Bedauern zum Ausdruck bringt, in dem deutlich gesagt wurde, dass Tod und Freude nicht zusammenpassen, wie durch den Pressesprecher heute klar und unmissverständlich ausgesprochen, wird hier wohl ignoriert...  
Anno 1977
04.05.2011
21:27 Uhr
     
Dazu nur eins: Wie haben wir uns damals gefreut, als Helmut Schmidt die GSG 9 mit Erfolg nach Mogadischu geschickt hatte! Ich war in gerade Frankreich. Die Franzosen feierten das mit. Und was waren wir stolz auf unseren Bundeskanzler für seine konsequente, entschiedene Art. Was war das doch mal für ein toller Mann, der mit seiner geschätzten Angetrauten Loki besprach, dass, wenn er entführt würde wie Schleyer, sie auf keine Erpressung eingehen sollte.
Darf ich etwas anderes fragen?: Ist es christlich, wenn Reinhold Beckmann einen sehr alten Mann im Rollstuhl, Witwer seit kurzem, in sein Studio holt (Helmut Schmidt)? Oder ist es Missbrauch?
Ja, man darf sich freuen, wenn Terroristen sterben, denn sie töten auch viele Muslime. Es ist die große Frage, ob Mohammed mit all dem einverstanden wäre.
 
Flogni
04.05.2011
14:17 Uhr
     
Falsche Wortwahl !?

Alle Welt FREUT sich, dass Osama Bin Laden getötet wurde.
Ich freue mich nicht, ich bin aber erleichtert, dass dieser Massenmörder exekutiert wurde.
Frage:
Darf man sich als Christ über den gewaltsamen Tod eines Menschen FREUEN ?
 
Sophie
03.05.2011
19:05 Uhr
     
ad tg: Beindruckend. Brillant. Vielleicht auch beeinflusst von so vielen sonnigen Gesichtern in der letzten sonnigen Zeit, besonders an Ostern. Großartig geschrieben. Schöpfernah und dennoch realistisch und ermunternd für die Chirurgen. Werde es weitergeben. Ein paar Anmerkungen:
"Und wer hofft, durch andere Brustgröße eine Liebe wiederzugewinnen..."
Solide Plastische Cihirurgen schicken solche Leute wieder nach Hause oder zu einem Therapeuten. Daran kann man sie von unsoliden unterscheiden.
"Lassen sich die meisten Frauen nicht schönheitsoperieren, um andere Frauen zu beeindrucken?"
Aber, aber, tg, ganz so viel Geld geben wir dafür nicht aus. Da reichen auch ein paar Klamotten, und das ist insgesamt eher selten, vor allem heute, wo man als Frau auch etwas im Kopf haben muss.
"Inge Meisel: 'Ich soll mich liften lassen? Wo ich all die Falten mir so mühsam erworben habe?" Grandios. Aber grandios ist auch, was Beate Uhse dazu sagte, die sich hat liften lassen: "Ich will nicht wie ein trauriger Hund aussehen."
Und was Persönliches zu den schönen Eindrücken zum Phänomen menschliches Gesicht: Als ich mal jemanden über einen interessanten Onlinekontakt kennen lernte, war ich nie ganz sicher über ihn. Als ich ihn aber sah, ein lächelndes Gesicht, das mich mit Sympathie musterte, wusste ich, dass alles in Ordnung war. Und es blieb auch in Ordnung, immerhin schon fünf Jahre.
 
tg
02.05.2011
10:16 Uhr
     
Traugott Giesen Pastor em., vor Gesichts-Chirurgen 30.4.- auf Sylt

Das Antlitz als Spiegel der Seele-
Vom Recht auf (m)ein schönes Gesicht -t

Davon zu reden, ist für mich eine Herausforderung- Denn Sie, verehrte Anwesende, wissen ja viel mehr von Antlitzen- unter ihren Händen sollen verwundete, geschundene, entstellte Gesichter wieder oder zum ersten mal heil werden, oder schöner. Sie wissen genug von der Mühsal und dem Glanz endlich gelungener Arbeit zwischen riesiger Erwartung und nur eingeschränkt Möglichem. Und doch meint der verehrte Professor Bull, ich solle Sie noch etwas stärken in der Gewissheit, daß Sie zu den bevorzugten Mitarbeitern Gottes gehören. Nächst den Frauen, die ihm seine Kinder gebären, könnten die Gesichts-Chirurgen die innigst Beteiligten am Schöpfungswerk sein.
Warum?
Ach das ist ein weites Feld.
Das Gesicht ist doch die Kunst am Bau des Menschen. Der Menschen-Körper insgesamt ist guter Grund für das Kompliment des Schöpfers: „Siehe, es war sehr gut“, nicht perfekt aber sehr gut, gut für weiteres. Sowohl das wohlgeformte Äußere als die vielen vertrackt genialen Innereien lassen doch auf einen großen Baumeister schließen. Aber das Menschengesicht ist doch seine allerfeinste Erfindung. Herzen und Kniescheiben und ganze Galaxien sind mehr oder weniger uniform. Aber die Menschengesichter: Jedes einmalig, einzigartig, wunderbar. „Wir sind geschaffen, einander anzusehen“, sagt der alte Degas. Paul Ekman,78,US-Forscher, hat 10 000 unterschiedliche Gesichtsausdrücke identifiziert und dokumentiert, fast 3000 davon haben einen emot. Sinn. -Nur zur Bestärkung, warum ihr Tun so wichtig ist, an welchem Stück Mensch Sie arbeiten- an unserer meistbeseelten Stelle.

Was wäre das für ein Jammer, Vorderkopf wäre wie Hinterkopf, behaart, nur mit Atem- und Mund-Löchern und Seh-Schlitzen versehen. Dann gäb es keine Schauseite, kein Aussehen, kein Ansehen, keine zeigbare Persönlichkeit. Von Angesicht zu Angesicht begegnen wir uns. Die Freude des Wiedersehens der Schulfreunde, die Freude des Kindes nach dem Schullandheim, am Bahnhof abgeholt zu werden, das Gesicht der wartenden Mutter in der Menge, das erschütternde Finden des geliebten Menschen, zurück aus der Kriegsgefangenschaft. Das Zeigenkönnen von Scham und Flehen, Stolz und Staunen ist Glück. Das Hochziehen der Augenbrauen. Was verlören wir an Ausdruck ohne sie. Und panisches Erinnern an das Tätergesicht lässt dieses zur Steckbrief-Visage verkommen. Im Gesicht konzentriert sich der Mensch, da können wir warnen und locken, werben und abschrecken, können liebenswert scheinen oder gefährlich. Eine Aktion für Bürger-Courage heißt treffend: „Gesicht zeigen“. Nur im Gesicht sind wir wirklich nackt.
In der Bibel heißt „miteinanderschlafen“ ja: Sie erkannten einander. Haben wir schon mal bedacht daß die Glückseligkeit unserer Liebesumarmung von der Zugewandtheit Beider kommen kann. A tergo sind wir alle gleich, aber: „Ich schau dir in die Augen, Kleines, Kleiner“ macht uns zu Vertrauten.

Natürlich ist Vertrautsein ohne Sprache kaum zu denken- Aber der sprechendste Teil des Menschen ist doch sein Gesicht. Sein Mienenspiel, sein Augenspiel sagt viel, noch an der Nase kann man Wahrheit ablesen, jedenfalls die Ehefrau.
Fotografiert wird für den Personalausweis das Gesicht- hier ist der Mensch am meisten er selbst. Person- von personare-hindurchtönen, dem griechischen Mimen war die Maske aufgesetzt, um klar zu machen: Wer hier spricht ist ein Gott und nicht Hans sowieso.
Was kommt durch uns zum Klingen? Welch Persönliches kommt in uns zur Geltung? Wer bist du, Mensch? Adam, wo, wer bist du- fragt Gott uns und wir einander auf den Kopf zu. Mach dich gerade, Mensch, wofür stehst du gerade, sags mit deinem offenen Gesicht uns ins Gesicht.

Sein Gesicht sagt, wer er ist, jedenfalls: als wer er von mir genommen sein will. Ich tauche ein in die Wahrheit seiner Seele, mit Hochs und Tiefs, mit Verschlossenscheinen und Offenscheinen, mit Gut und Bös bei jedem. Ablesbar: sein fishing for compliments – also ist er ergänzungsbedürftig, weiß sich als ergänzungsbedürftig.
Ablesbar ist: Einen starken Eindruck machen wollen. Oder ist es meine Einschätzung von starkem Eindruck, ich bekomme Angst, weiche zurück. Die Bilder in meinem inneren Speicher rattern – Seine Mimik scheint mir Gefahr auszudrücken. Oder ist der Fremde verheißungsvoll? Winken seine Augen Zuneigung? Spitzt sich sein Mund für ein gutes Wort? Mit dem Gesicht zeigen wir uns einander.
Das Gesicht ist wohl Fenster der Seele. Das Gesicht lässt tief blicken, das vielsagende, lebendige Antlitz ist unsere kostbarste, wichtigste Gabe. Und darum seid ihr Gesichtschirurgen vertrauensbildende Maßnahmen des Herrn- oder aber, wenn ihr es vermasselt, ist Gott sofort mit angeklagt.

Sie erschrecken doch wohl immer noch, wieviel Hoffnung Sie befrieden sollen.- Beschädigungen, die mit großem Leidensdruck verbunden sind, können durch OPs gemildert werden und manch einer verspricht sich alles Glück der Welt, wenn er durch OPs seine Physiognomie verändern lassen kann. Ja, nach Unfall oder Krebs ist ein Stück Annäherung an eine Art von Normalität eine große Rettung.
Aber wenn Ihnen Schönheit abverlangt wird- was ist schön? Kann man Schönheit vor Gericht einklagen? Man kann wohl Krümmungen weniger krumm machen; Falten straffen, Ohren anlegen. Aber schon die aufgespritzten Lippen- entstellen sie nicht auch? Und Brüste, Po, Bauch, Reiterschenkel, die nicht gefallen, entspringen doch meist falscher Lebensweise, sind angegessen oder angehungert.- Operiert man, muss der Patient oft wiederkommen. Und wer hofft, durch andere Brustgröße eine Liebe wiederzugewinnen, der soll lieber den Forderer gleich in den Wind schießen. Lassen sich die meisten Frauen nicht schönheitsoperieren, um andere Frauen zu beeindrucken? -Ein trauriges Kapitel dies. Und ist da was dran, eine Frau will sich nach dem Liften das Lachen abgewöhnen, da sie damit das Ergebnis der Op zu gefährden meint. Sie traut sich nicht mehr zu lachen. Kann das nötig sein?

Natürlich- des Menschen Wille ist sein Himmelreich- seine Körpermaße, seine Gesichtszüge durch OP verfeinern zu lassen, ist nicht unethischer als sein Haus zu verschönen. Wir sind ja zu Voyeuren verdorben durch die Bilderfluten- wer soll wem verbieten, dies oder jenes Beauty zu imitieren? Wieviele lassen sich Tatoos stechen; Wo ist der Unterschied, den Körper durch OPs oder Sportdrill in gewünschte Form zu bringen? Man muss schon etwas Weisheit angesetzt haben für die hinreißende Antwort von Inge Meisel: „Ich soll mich liften lassen? Wo ich all die Falten mir so mühsam erworben habe?“
Aber kosmetische OPs stehen heut nicht im Vordergrund.- Eher die grundsätzliche Frage: Wieviel Recht hat der Einzelne, das schönste Gesicht, das machbar ist, zu bekommen, gar noch bezahlt? Oder sagen wir: das am wenigsten entstellte Gesicht. Hat der Einzelne ein Recht auf ein am wenigsten entstelltes Gesicht?

Sie, verehrte Operateure, suchen das beseelte Gesicht. Gott wollte sicher jedem Menschen seins mitgeben. In jedem Neugeborenen wird ja die Schöpfung erneuert, und jedem Kind gilt: Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn als Mann und Frau. Die Gottesebenbildlichkeit- die Imago Dei- ist dem Menschen zugesprochen. Kann das meinen, Gott bildet sein Gesicht ab auf allen menschlichen Antlitzen? Oder setzt er sein Antlitz zusammen aus den vielen Gesichtern?
Das leuchtende Antlitz Gottes ist uns verheißen für die Zeit da das Stückwerk aufhören wird, und die Liebe sich als das Größte erweist. Dann werden wir nicht mehr nur wie in einem dunklen, beschlagenen Spiegel Gott und unser Wesen sehen, sondern von Angesicht zu Angesicht; werden sehen, wer wir wirklich sind, und wie wir von immer her gemeint waren (so das theologische Genie Paulus im 1. Korintherbrief 12. Kapitel.) Im stärksten biblischen Segenswort aus 4.Mose 6 kommt zweimal das Angesicht vor: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden."- Also wissen, daß Gott mich anschaut, mir seine Aufmerksamkeit widmet, seine Liebe mir zuwendet. Daraus Bejahekraft saugen- wie ein Säugling, wenn er über sich das Antlitz der Mutter leuchten sieht. Die Sonne, die einem ins Gesicht scheint, durchströmt mit Lebensenergie. Nimm doch das Angestrahltsein von der Sonne als ganz persönlich dich meinende Bejahelust Gottes- mittels der Sonne.-
Und noch dies: Mein Ansehen kommt davon, wie ich angesehen werde- Letztlich, glaub ich, stellt mich der Anblick Gottes her. Er hält mich dadurch, daß er was von mir hält. Er findet mich schön, vor allem: er findet mich. Sein Wahrnehmen realisiert mich, macht mich wahr. Das Angesicht ist der Ort der Personwerdung und darum so ungeheuer wichtig.


Leuchtende Angesichter wollen Sie erwecken. Und sie bekommen leuchtende Antlitze geschenkt, wenn Patienten nach Jahren mit ihrem inzwischen ihren vertraut gewordenem Gesicht ihnen danken.
Aber wie gelingen leuchtende , na sagen wir sympathische Antlitze?
Einer sagte: Jeder hat das Gesicht, das er verdient- aber das ist doch nicht richtig? Magengeschwüre pressen sich ins Gesicht ein, Rauchen lässt die Haut vergilben, Trinken lässt auch das Gesicht zerlaufen, Geldsorgen beengen, überfordernde Fürsorge vergrämt.
Und jetzt positiv: Lieben macht schön. Lachen macht frisch, Frieden schaffen macht pralle Lippen- na ja, nicht ganz.
Es ist dramatisch, wie unser Aussehen mitgeprägt ist von dem Ansehen, das uns andere einräumen. Wir werden in gewissem Grade das Wesen, das die andern in uns hineinsehen. Ist das so, dann haben wir auch die Mitverantwortung für das Wesen des andern; und sein Gesicht, ob es verschreckt oder vertrauend ist und ausschaut, hängt mit ab von unserm Einwirken auf ihn.
Ich kannte eine Perserin, die einen Selbsthass hatte wegen ihrer Nase- die soviel Hänseleien übers sich ergehen lassen musste, daß sie an Selbstmord dachte oder an eine operative Nasenkorrektur. Die gelang und sie hatte sich gefunden. Sie ist sich selbst Freund geworden, hat sich das Ungeziefer von der Seele gezogen. Statt sich aufzugeben hat sie gelernt, sich zu behaupten und fand die hilfreichen, begnadeten Hände.

Sicher begegnen Sie, verehrte Ärzte, oft der Fehleinschätzung, man könne nur mit smartem Gesicht erfolgreich sein. Aber schneidig oder tough aussehen macht eher unbeliebt. Das Makellose macht unnahbar und einsam.

Die Rettung wäre, zu einem ruhigen Vertrauen in sich selbst zu finden. Mich mit meinem Gesicht annehmen, das wäre die Rettung. Diesen Weg zur Selbstannahme unterstützen mit operativer Zuwendung- gut. Aber die Berge unserer Selbstzweifel lassen sich nicht mit OP-Besteck wegräumen. Es möge in uns das Gefühl wachsen, von weittief unten gewollt und gewünscht zu sein; ja, von dem Angesicht Gottes angestrahlt zu sein und hinreichend schön zu sein.
Ihr Ärzte für plastische und ästhetischen Chirurgie, bitte, seid auch Hirten dieses Geheimnisses: Euer Operieren geschieht in der Werkstatt des Herrn, eure Arbeit nimmt von der Ganzheit des Lebendigen ihre Würde, sie hat den heilenden Lebensstrom zu mehren. Der zu Operierende und Sie müssen sich vom guten Ganzen umschlossen wissen. Keiner ist eine Insel, das ist der Trost.

Auf manchem Gesicht hat sich eine Zerrissenheit eingegraben, die inoperabel ist. Die inneren Quellen der Selbstbejahung müssten ins Fließen kommen. Es gibt eine Flucht von sich weg in die OP. Und statt mit mir ins Reine zu kommen werde ich immer mehr auf mein Äußeres fixiert und bleibe unterworfen dem Dauercasting, der Bewertung durch andere.
Der Wunsch nach einem schöneren Gesicht kann lebensrettend sein, weil er vor dem Ertrinken in Selbstverachtung schützt. Doch Sie können auch helfen, sich annehmen zu lernen ohne OP. Reden sie zu ihm von einer innere Würde, die in ihm brennt. Erinnern Sie ihn an die Widmung, die auch er mitbekommen hat: Gott liebt dich und braucht dich. Darum lebst du, mit deiner Ausstattung, zu der auch Mängel gehören. Verheißen ist dir das Heranwachsen zu einer Dankbarkeit, du sollst allmählich wachsen ins Einverständnis, du selbst zu sein, und musst dich nicht erst zu etwas machen lassen.- Das ist die Rettung, nicht das neue Portrait.
Freundlich, gelassen ertragen lernen den Ratschluss der Jahre. Die Dinge der Jugend mit Grazie loslassen, diese Strategie im Alter wünsch ich mir.
Doch ehe wir uns in Jammer einpökeln, wir uns immer mehr verstecken- sollten wir uns doch verschönen lassen- vor allem, wenn das Gesicht durch Unfall oder Krankheit mitgenommen ist.
Beides muss zueinander finden, Seele und Körper.
„Ich wurde zum zweiten Male geboren, als meine Seele und mein Körper einander lieben lernten und sich vermählten“ sagt Kahlil Gibran.

Wir haben als Widmung mitbekommen, daß unser Lebenshaus, unser Körper vergänglich ist. Wir dürfen altern – langsam uns in Falten legen, dürfen langsam enttäuschen, werden uns langsam abhanden kommen, bei den Zähnen angefangen.
Aber man kann es auch anders sehen und Spezialisten an sich ranlassen. Die werden immer sagen, OPs schützen vor Altern nicht, aber ein bißchen verzögern- das darf und kann man. Keine Grenze verlockt ja mehr zum Schummeln als die Altersgrenze (Robert Musil).
Die Kehrseite von Schönheitsoperationen ist die Anbetung der Schönheit, die mit Anbetung der Leblosigkeit verbunden ist- (Doris Weber in Publik-Forum 1/2010). Die „Wohlfühlchirurgie“ –ein herbes Wort- hilft doch nur auf Zeit.
Und es bleibt das Risiko: Statt sich an der neu gewonnenen Gesichtssymmetrie zu freuen, bekommt der Patient eine Identitätskrise. «Ich komme mit diesem Gesicht nicht zurecht. Das bin nicht ich. Gebt mir mein altes Aussehen zurück», bittet er den Chirurgen.
Zwischen Notwendigem und Wünschenswertem ist ein weites Feld. Pro Jahr lassen eine Million Menschen ihren Körper chirurgisch verschönen. Und sie haben das Recht dazu, ihr Gesicht nach einem Unfall wieder herrichten oder ihre Brüste anders formen zu lassen oder ihr Fett abzusaugen. Wer soll es ihnen verweigern, Jedenfalls in Sachen Körper sind wir ein Stück mit unseres Glückes Schmied, -Grob- bis Goldschmied.
Wer weiß denn, wer was leidet, ersehnt, erfleht. Bist du in seinen/ ihren Schuhen schon gegangen? Hast Du seine Segelohren , ihren dicken Nasenspitzenknorpel, seinen schiefen Mund schon angehabt? Und tausendmal drängender noch Wolfsrachen, oder Gaumenspalte , oder durch Krieg oder Krebs verlorenen Kiefer oder oder. Geplünderte Gesichter (P. Handtke) sind aller Hilfe wert.
Es sind Engel, die Menschen ein heiles Gesicht geben können. Es ist Gnade, so dem Schöpfer beizuspringen.
Für ihre mühsame, heilsame, nächstenliebe Arbeit am schönen Gesicht wünsche ich Ihnen weiterhin Gottes Segen.

Vortrag am 30.April im Kamphüs war ein Stück weit gekürzt-
 
rw
30.04.2011
20:36 Uhr
     
"Energien austauschen, das ist eine Kunst" (Zitat aus Homepage).
Stimmt, erfuhr ich gestern mal wieder aus TGs Kommentar in "Licht und Kraft Tageslosungskalender".
Zwei Jahrzehnte Energien ausgetauscht auf Sylt in Gottesdienst-Nachgesprächen, Dienstag-Gesprächsabenden zu lebensnahen Themen, auch hin und wieder bei dringendem Bedarf unter vier Augen ...mal wieder DANKE.
Energie daraus wird immer wieder im Alltag, weit südlicher von Sylt, geschöpft und weitergegeben.
 
Neues Leben
29.04.2011
23:13 Uhr
     
Ad tg: "Nimm alles" - köstlich und typisch. Betrachtungen zum Menschen angesichts der Blüten sehr schön.
Zur Hochzeit in England: Die Kamera in der Vierung, die frühlingsgrünen Bäume im Hauptschiff, der fehlende Pomp, das nette Paar, die Worte der Bischöfe haben mir gefallen. Die zurückhaltende Eleganz und die Innigkeit lassen hoffen, dass das Paar es gut macht und der junge Prinz durch das schreckliche Schicksal seiner Mutter eine Art Weisheit mit in die Ehe bringt.
 
tg
28.04.2011
16:19 Uhr
     
Aus Evangelische Zeitung zur Landesgartenschau:

Was schöner du nicht denken kannst: Himmel

Spazierst du durch die Gartenschau, dann gehst du durch reine Freude. Hingegossen liegen da die Blumenfelder und Blütenmeere. Setzt du dich dann mal auf eine Bank, verschränkst die Arme vor deiner Brust, und schaust und schaust, scheint dir auch die Sonne noch sanft ins Angesicht, hörst du dazu in der Ferne noch ein klingendes Kinderlachen oder feinen Vogelgesang, dann kann dir Hören und Sehen vergehen. Es schließen sich dir die Augen und deine Gedanken heben ab. Du siehst dich im Glück.
Wie dir das reine Glück bebildert ist, das ist eine spannende Frage. Ich kann es dir nicht vorsagen. Probier es aus. Aber auch dein Gehirn hat Seelenbilder im Vorrat, da kannst nur staunen: Wir kommen ja aus schlimmen Zeiten, unsere Vorfahren haben Hunger gelitten und froren. Wenn sie da nicht die Hoffnung auf bessere Zeiten gehabt hätten, wären sie alle umgekommen und wir gar nicht erst geboren.
Zu den glutvollen Hoffnungsbildern der Menschheit gehört, daß vorne Fülle, Frieden, Liebe ist, Schönheit und Freiheit, Spiel in Freundschaft, alle vereint. Nenn es Himmel, Jenseits, das Reich, wo Fried und Freude lacht. - Wie das gehen soll, wissen wir nicht. Aber wir wissen ja noch nicht mal, wie ein Handy funktioniert. Also die Beschränktheit unseres Wissens ist noch kein Kriterium, ob etwas ist oder nicht. Der große deutsche Dichter Heinrich von Kleist (1777-1811) hat gesagt: „Zuweilen, wenn ich meine Pflicht erfüllt habe, erlaube ich mir, mit stiller Hoffnung an einen Gott zu denken, der mich sieht und an eine frohe Ewigkeit, die meiner wartet; denn zu beiden fühle ich mich doch mit meinem Glauben hingezogen, den mein Herz mir ganz zusichert und mein Verstand mehr bestätigt als widerspricht.“
Sitz ich so auf der Bank, die Sonne wärmt mich und die Blumen malen mir die schönsten Farben vor, dann halte ich von mir viel mehr als sonst. Vor allem, daß ich viel zu schade bin, einmal nicht mehr zu sein. Und daß die, die schon gestorben sind, doch nicht Nichts sein können, nur weil ich so wenig an sie denke. Wen Gott einmal geliebt hat, den liebt er immer- schon ein Kind, wenn ihm sein Hund stirbt, wird den geliebten Hund immer bei sich haben wollen. Wie viel mehr erst der Erfinder und Liebhaber von uns allen- er wird uns einsammeln und heimholen in seine Arme, wenn wir genug von hier haben.
Hier werden wir nicht satt an Liebe und Freude, hier sind wir nur Gäste. Hier sind wir froh, mal ausruhen und der Blütenpracht zusehen zu dürfen. Aber gleich schließt schon wieder das Gelände, und wir müssen raus aus diesem Paradies auf Zeit. Gut dran wärst du, wenn dir die Strophe einfiele: „Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du´s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden. Was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! (Geh aus mein Herz, EG 503,9)
Hier ist alles nur Anfang, nichts Vollkommen, alles nur „sehr gut für Weiteres“, wir sind doch erst im Werden. Gott, der mütterlich-väterliche Lebensgrund, hat noch so viel vor mit uns. Der uns doch die Ewigkeit ins Herz gegeben hat, wird uns keine lange Nase machen nach unserer Erdenzeit.

Lassen wir es seine Sorge sein, wie der Himmel aussieht, wenn sein Reich ganz da ist. Machen wir hier Frieden, so gut es geht, und sorgen dafür, daß wir mal unsern Arbeitsplatz sauber hinterlassen. Die Gartenschau jedenfalls ist eine friedensdienende Maßnahme und sie macht Hunger nach mehr.
-
Ja, es kommt noch, „was allen in die Kindheit scheint und worin noch keiner war: Heimat“( Ernst Bloch).
-
 
tg
27.04.2011
22:06 Uhr
     
Dank, tut gut. nimm alles . T  
Pastor Heinz Rußmann
26.04.2011
09:31 Uhr
     
Lieber Bruder Traugott Giesen ! Heute bekommen Sie Fan-Post aus Lübeck. Ich finde den ermutigenden Inhalt Ihrer Texte großartig. Noch mehr bewundere ich Ihre originellen und treffenden Formulierungs-Künste. Das macht Ihnen m.E. keiner nach in Deutschland. Z.B. "Wer auf Auferstehung setzt , pumpt Mut in seine Seele. Der Jesus-Impuls stärkt uns. Lassen wir uns Verwandlung gefallen. Wir treten auf wie Leute, mit denen der Frühling anbricht." und hundert Beispiele mehr.
Da ich seit zwei Jahren Gedanken zum Wochenende für die Internet-Zeitung http://www.HL-live.de schreibe , bin ich Ihnen dankbar, dass Sie es in Ordnung finden, Formulierungen von Ihnen zu übernehmen.
 
ing
25.04.2011
14:56 Uhr
     
Und hier im Hafen zeigt SEINE Sonne das Wellenspiel des Wassers auf den Schiffsblanken. Flirren auf Blau und Grün und Rot. Lebendige LichtSpiele! Sie laden ein zu bleiben, zu bewundern.
Und Diamanten draußen auf dem Meer. Schiffe kommen heim, Menschen mit frohen Gesichtern an Bord.
Ja, Sonne überall.
Der Wald über der Stadt leuchtet frühlingsgrün. Alles Liebe !
 
Sophie
24.04.2011
18:10 Uhr
     
Heute ist es doch, als ginge er durch die Gärten, und seine Mirjam hielte ihn für den Gärtner, der er ja auch unter anderem ist. Denn so viel blüht, Forsythien und Rhododendron Kirsche schon zuvor, aber in den letzten beiden Tagen sind auch die Apfelbäume erwacht, und die Kastanien bekommen Blätter und Blütenstände. Einen solchen Ostersonntag hatten wir vielleicht noch nie. So viel Sonne.
Frohe Ostern!
 
jakobus
24.04.2011
12:09 Uhr
     
Losung und Lehrtext vom heutigen Ostersonntag: Schöner, deutlicher und knapper geht's nicht.
Euch allen ein gesegnetes Osterfest!
jakobus
 
Winfried Schley
23.04.2011
08:48 Uhr
E-Mail Homepage  
Manchmal überkommt es mich und ich lese einen Text, den ich früher mal geschrieben habe. Diesen Ostertext kann ich auch heute noch vertreten: Der Tod hat nicht das letzte Wort!  
tg
22.04.2011
12:47 Uhr
     
jetzt Passions-und Ostergeschichten mitlesen: siehe bibelenergie, ab S.330  
tg
20.04.2011
21:11 Uhr
     
Dank für hilfreiche Einträge
Jetzt der Weg zum Kreuz und zur Auferstehung. Jesus ist das kraftvolle Bild, das Gott uns in die Seele füllt. Sein Schicksal bildet in uns Verläßlichkeitsstrukturen. Weil er so lebte, liebte, starb,darum leben, lieben sterben wir nicht ins Leere; wir sind nicht im Blindflug aufs Nichts hin. Wir sind mit Jesus im Konvoi und können so denken: Und wäre mir auch was verloren, kann immer tun wie neugeboren (Goethe). Bleiben wir behütet vor Kaputtgehverzweiflung. Hoffen wir für die von Katastrophen Traumatisierten. Vor uns: Gelobtes Land, Himmel, immer, wir werden es sehen. Gesegnete Auferstehung.Euertg
 
Hallo
20.04.2011
08:42 Uhr
     
Neue Filmempfehlung: Almanya ! Auch wenn von den Werbeclips her der Film lustig zu sein scheint, zeigt er eben auf humorvolle Weise die Zeit der so genannten Gastarbeiter der 60er Jahre. Köstlicher Film, mit ernstem Schluss und Hintergrund. Übrigens, dieser Film dauerte 10 Jahre bis zum fertigen Produkt und beruht teilweise auf biografische Grundlagen der Regisseurin und ist mit viel Liebe zum Detail gefertigt!  
Monika Glaessel
18.04.2011
08:01 Uhr
E-Mail    
Auch "Kings Speech" gesehen, super Film!!!!!!!!!!  
RO
18.04.2011
04:21 Uhr
     
"...und der Geist Gottes schwebte ueber den Wassern" - muss heissen "und der Atem Gottes pulsierte ueber den Wassern" ....
Er hatte ja doch den Menschen nach seinem eigenen Bild geschaffen. "Mracheveth" ist laut Experten eine Verbform, die eine "Hin-und-her-Bewegung anzeigt, wie der Atem eines Menschen. Gott hatte ja auch Augen, darum wollte Er Licht haben, um etwas sehen zu koennen. Und zum Sprechen hatte Er einen Mund, um ein Wort zu formen. Als menschliche Structur hatte Er dann sicher auch Beine und Fuesse, womit Er ueber die Wasser schreiten konnte, genau so wie Jesus zu seinen Aposteln kam, die mit dem Boot auf dem See fuhren, und ihnen dadurch zugleich bedeutete, wer Er tatsaechlich ist, naemlich der, der schon am Anfang der Schoepfung auf den Wassern umherging, um sich an seiner Schoepfung zu erfreuen und alles gut zu machen. Fuer Philosophieexperten ist dieses Denken natuerlich zu primitiv, zu ungriechisch, zu ungelehrt, um als alte Weisheit von der Kanzel den modernen Gebildeten praesentiert zu werden. Selbst Paulus hatte damit bei den Athenern keinen Anklang gefunden. In sein Leben platzte diese ungeheure Wirklichkeit wie ein Bitzschlag hinein, nach dem er alles, was er vorher so eifrig bei Gamaliel studiert hatte, vergessen musste. Er hielt aber anscheinend immer noch an der Notwendigkeit des Opfern-muessens fest. Nicht so der junge Johannes, der auf Jesu Worte vertraute "Ich habe die Macht mein Leben abzulegen und es auch wieder aufzunehmen" und der deshalb furchtlos und zuversichtlich am Kreuz ausharrte, um auf weitere Anweisungen zu warten. --- Sein Leben abzulegen und dann wieder aufzunehmen ist eben nur dem Allmaechtigen moeglich, um so durch Seine menschliche Gegenwart zu zeigen, was Er im Menschen durch seine Lebensregeln erreichen wollte, um ein Verhaeltnis von gegenseitiger Liebe und Vertrauen mit ihm zu erreichen, gerade sowie Sein Verhaeltnis mit Abraham war, der bei der notwendig gewordenen Teilung des Stammes, die erste Wahl der Wegrichtung dem Lot ueberlies, waehrend er selber sich der bewaehrten Fuehrung seines Gottes anvertraute.
 
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