Gästebuch


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Autor Nachricht
ing
25.10.2010
18:42 Uhr
     
LieberMenke, ich grüß' Dich mit den berührend mitfühlvollen GeDANKen durch Oktay Rifat,


Das Brot und die Sterne

Mein Brot auf dem Knie,
Die Sterne ferne, ganz ferne.
Die Sterne betrachtend ess ich mein Brot.
Ich bin versunken, dass ich
wohl mich manchmal irre
und statt des Brots Sterne verzehre

.
 
Flogni
23.10.2010
11:05 Uhr
     
Hallo Menke,
ich verstehe nur "Bahnhof".
Flogni - ratlos
 
Menke
22.10.2010
16:51 Uhr
E-Mail    
Wo bist Du Zweifelhaft?


Wenn Glaube am Menschen suchend festzumachen wird,so bleibt wir immer ein beeinflussbares Menschenbild stehend zurück.
Wo Glaube äusserlich nichts aus dem anderen Menschenbild nicht frei macht,suchen wir meistens unangehm hinterher.

Wer fragt dann schon danach wo sein eigener Glaube an sich bleibt,wenn Verunsicherung ich dem anderen produzierend hinterherlaufe.

Mit anderen Strömungen kann ich mich befassen,nur ob ich für mich meine Innere Ruhe und dann auch weitergebend in der Ausstrahlung finden werde,wäre ich sicherlich der Wahrheit ein Stück nähergekommen.
 
Angelika
19.10.2010
05:32 Uhr
E-Mail    
Ich erbitte eine Antwort!

Was sagen Sie hierzu:

http://www.facebook.com/pages/Deutschland-sucht-Mirko-Schlitter/139572 866085813?v=app_4949752878
 
Flogni
15.10.2010
10:41 Uhr
     
Verstehen heißt nicht billigen

Vor geraumer Zeit sah ich den Spielfilm "Die Fremde" - ein bewegender Film, der unter anderem den Ehrenmord zum Thema hat. Eine junge türkische Frau entflieht mit ihrem kleinen Sohn der häuslichen Gewalt ihres muslimischen Ehemannes. Sie kehrt nach Deutschland zu ihrer Familie zurück. Ihr selbstbewusstes Handeln lässt sie jedoch in der Fremde innerhalb der eigenen Familie zur Fremden werden. Die Regisseurin Feo Aladag zeichnet deren einzelne Mitglieder - Eltern, Schwester und zwei Brüder- genau, aber nie diskriminierend. Man lernt somit die vielfältig motivierten Zwänge (das Rollenverständnis muslimischer Männer - die Stellung islamischer Frauen -
die uns unverständliche Ehrauffassung in der türkischen Gesellschaft) kennen, kann sie verstehen. Das heißt aber nicht, dass der schlussendliche Ehrenmord zu billigen ist. Das sich tief ins Gedächtnis einprägende Schlussbild zeigt deutlich, dass das auch nicht die Intention des bewegenden Spielfilms
ist. Zahlreiche Auszeichnungen sowie die Nominierung für den Europäischen Filmpreis unterstreichen
die Bedeutung dieses sehenswertem Debütfilms, der fruchtbare Diskussionen auslösen kann.
 
indrasun
15.10.2010
10:36 Uhr
     
Lieber Herr Betsch,
ich kann gut verstehen, was Sie schreiben. Ich selbst habe bei diesem Thema nie das Gefühl, mit fremden Kulturen nichts zu tun haben zu wollen, sie nicht verstehen zu wollen. Ich bin immer gespannt, was Menschen aller Art denken und fühlen.
Geht es aber um Religionen, dann spüre ich eine innere Abwehr, weil ja die fremden Kulturen den Freiraum, den ich in meinem Land habe, nicht gutheissen. Wenn sie dann ihre Religion/Kultur usw. unbeschränkt in meinem Land ausleben dürfen und in der Zahl immer höher werden, verliere ich dann irgendwann meine (gedankliche ) Freiheit ? Oder mein Kind ? Erlaubt man sich dann nicht immer mehr, mich wegen meiner Haltungen abzulehnen und einzuschränken oder Auflagen durchzufechten und sei es "nur" für die Hälfte einer Klasse /Gruppe ?

Indrasun
 
Flogni
11.10.2010
12:50 Uhr
E-Mail    
Begegnungen

Heute beim Einkauf - "Hallo, Herr Betsch, wie geht es Ihnen? Ich war an der Neustädter Schule der erste türkische Schüler." - Das ist nun 44 Jahre her. Seitdem habe ich unzählige muslimische
SchülerInnen unterrichtet, erzogen. Huseyin Erbay, Hakan Kanat, özcan Akin, Oktay Saracoglu,
Faranak Kokaby - sie alle und andere haben mich mit geprägt.
Letztes Wochenende - Klassentreffen mit ehemaligen nun 51jährigen Schülern. Darunter auch
Ozcan - damals leidenschaftlicher Comic-Zeichner, dessen Kunstwerk noch heute meine Schranktür
ziert. Er fragt mich, ob ich mich mit ihm fotografieren lassen würde. Er lädt mich ein, möchte seiner Frau und den zwei Töchtern seinen Lehrer zeigen, den er noch heute verehrt.
Vor dreißig Jahren sprachen wir in der Klasse über das Verhältnis von deutschen und türkischen
Kindern, überlegten zusammen, was getan werden könnte, um sich besser kennenzulernen, sich
besser zu verstehen. Die damals 12jährige Bettina sagte schlicht:"Man muss einfach mit den türkischen Kindern spielen !"
Vielleicht haben wir einfach "zu wenig mit den türkischen Kindern gespielt !?"
 
Delta
10.10.2010
17:17 Uhr
     
Wieder war da ein Schutzengel zu wenig.

Vor etwas mehr als drei Jahren hat ein junger Mensch durch Waghalsigkeit und Leichtsinn sein Leben verloren.
Nun gilt es ein weiteres Todesopfer zu beklagen. Der Weg, der am Tage den Radfahrern und Wanderern Ausgleich, Bewegung und Freude an der Natur beschert, ist des nachts eine Rennpiste für die großen Jungs.
Wieder brachte die Fahrt auf einem Crossmotorrad ohne Helm und Licht in völliger Dunkelheit den Tod.
Der Sozius kam nahezu unbeschadet davon.
Am Freitagmorgen kamen mir ein Polizist und unser Pfarrer entgegen. 'Ein Gespann ganz anderer Art', dachte ich. Stunden später erfuhr ich, dass dieses Gespann den gleichen Karren ziehen wird. Der eine zieht ihn über die Wege der Justiz und der andere zu dem Grab.

Nachdenkliche Grüße an euch alle
Delta
 
Ingeborg
09.10.2010
18:23 Uhr
     
Sehr geehrte Herr Pastor Giesen, wir haben Ihren Text für viele Interessierte hier im Augustinum ausgedruckt und weitergereicht. Besser kann man die Problematik nicht verdeutlichen. Herzlichen Dank!  
Claus
08.10.2010
21:41 Uhr
     
Vielen Dank Pastor Giesen für diese offenen Worte. Unsere verantwortlichen Politiker sollten sie lesen.  
tg
06.10.2010
22:33 Uhr
     
Dank für die herrlichen Naturstücke immer zwischendurch. Dann aber auch gestärkt ans Denken gehen! Natürlich sind die Menschen mit islamischem Glauben hier in Deutschland ein Stück Deutschland. Wie aber die islamischen Überzeugungen mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen sind, das ist harte Arbeit. Das Deutsche Grundgesetz geht aus jüdischen, christlichen Wurzeln hervor, inklusiv römischem und germanischem Recht, inklusiv humanistisch-aufklärerischem Freiheit-Gleichheit- Brüderlichkeits-Elan. Wie islamische Rechtsvorstellungen einarbeitbar sind, muss sich weisen. Doch das Grundgesetz ist verpflichtend für jeden, der im Rechtsgebiet des Grundgesetzes leben will. Wie dies als Angebot, Geschenk, Freiheitsraum erkennbar sein kann für Menschen aus weiter Ferne, das ist die Frage.  
ing
04.10.2010
15:15 Uhr
     
Hier auch - wärmendes SonnenLicht, fröhlicher Wind und SEINE Pflanzen tanzen darin. Bin immerzu berührt, wie herrlich Stengel und Stiele die Blüten tragen und halten. Riesig - die große Gelbe !
Es sind Wunderwerke.
Und der Wilde Wein in all seinen Rots - glänzend im Licht ! Wundervoll...
 
DS
04.10.2010
10:28 Uhr
     
Dank für ausgesprochenen Dank. Und dabei bedenken: Danken schiesst das Bewußtsein meiner Bedürftigkeit ein.............Gruß Euch allen, Mitdenkern/Mitdankern, gut, dass es diese virtuelle Gemeinde gibt........DS  
SB
03.10.2010
21:10 Uhr
     
Heute Erntedank !
Herr hab Dank für alle Deine Gaben und die Natur, die alles für uns bereithält.
Wir haben einen schönen Gottesdient mit Agapemahl gefeiert. So viele Menschen, Große und Kleine hatten sich durch ihr Zutun eingebracht und alles so wunderbar gestaltet.
Außerdem noch so ein wunderbarer Herbsttag mit Sonnenschein und Wärme.
Danke !
 
tg
27.09.2010
11:37 Uhr
     
Lass Mutter still zuende gehen, wie sie es sich wünscht. Stell maßvolle Pflege sicher, kein 1aFürsorge- sie will nicht hiergehalten werden sondern gehen. Vielleicht kann ein Kindlein kommen erst in die Ruhe. Die anstreben aber nicht erzwingen, sie wachsen lassen. Ruhe wachsen lassen als Ziel, Du nur zuständig im Rahmen deiner Kräfte. Und Gott Gott sein lassen. Bleib behütet TG  
Einfach ich...
26.09.2010
23:59 Uhr
     
Heute bin ich sehr traurig und im Moment finde ich meinen Lebenplan nur noch besch..... Das Jahr wahr ein hartes Jahr. Im Nov 2009 hatte ich in der 10ssw die erste Fehlgeburt. Im April 2010 die zweite in der 19ssw. Vorletzten Freitag kam meine Mutter die schon lange etwas Pflege braucht- besonders auch meine Nähe braucht, mit einer Alzheimerdemenz Diagnose vom Krankenhaus heim. Am 23.09. Ist dann auch noch unsere Patin gestorben. Es ist ein schlimmer Verlust für uns... Auch wenn der tot für sie ne tolle Sache ist, ich es ihr gönne und sie zu 100% im Licht weis, für uns ist es noch so schwer zu verstehen- auch das noch anzunehmen! Meine Mutter will seit dem nicht mehr. Sie macht nur noch ins Bett, liegt darin, wenn man sie nicht dazu bewegt, die Kleidung zu wechseln, isst nicht mehr. Am Freitag muss ich meine neue Arbeit anfangen... Wie soll das alles gehen? Warum jetzt alles? Ich hab schon die letzte Arbeit wegen meiner Mutter gelassen- und war ein Jahr daheim- zur Pflege- ich muss jetzt... Im der Hoffnung, dass alles Gut wird... Danke für das zuhören...  
SB
20.09.2010
18:33 Uhr
     
Lieber TG,
danke für die Zeilen von D. Bonhoeffer sie bedeuten mir sehr viel und ich habe sie schon oft verinnerlicht.
Sie geben soviel "Lebensmut" und lassen uns immer wieder hoffen.
 
TG
19.09.2010
16:31 Uhr
     
Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nichtvergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unsern vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet. -Bonhoeffer  
Dorothé, Erwin, Ingeborg u. v.a.
16.09.2010
22:11 Uhr
     
Lieber Pastor Giesen, wir, die Bewohner des Augustinums in Aumühle, die Ihre Predigt erlebten, möchten Ihnen von ganzem Herzen danken. Es war ein großartiges Erlebnis und hat uns viel Freude bereitet. Natürlich kannten einige von uns Sie aus Sylter Zeiten- sprich von Predigten in St.Severin. Sie haben nach Ihrer Pensionierung wirklich nichts verlernt, Ihre Gottesdienst sind nach wie vor mitreißend. Bleiben Sie gesund und uns erhalten. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch.  
tg
12.09.2010
22:24 Uhr
     
Predigt im Gottesdienst in Aumühle, 12.September 2010 anläßlich eines Familientreffens

Alle Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch. 1.Petrus 5,7
Jeder hat auf seine Weise Gott nah und fern erfahren. Darum feiern wir ja Gottesdienst, um unsere Erfahrungen zusammenzulegen. Und sie mit denen vorangegangener Christen zu vergleichen. Hoffentlich ist der Prediger durchlässig für Erfahrungen vieler. Und wie es biblischen Personen erging, das sollte er wissen.
Alle Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch. Wie ist das gemeint?
Vier Beispiele:
Abraham hört den Ruf: Geh aus deiner Heimat in ein Land, das ich dir zeigen werde. Und der Kerl packt mit Frau Sara seine Sachen zusammen. Nimmt Geld mit und Verpflegung und seine Tiere, Und bricht auf, weiß noch vor dem Gartentor nicht, ob er links oder rechts gehen wird, aber dann ziehts ihn nach Süden bis er in ein Land kommt, wo es ihm gut zu siedeln scheint. Abraham glaubt, dass Gott für ihn vorsorgt, aber Abraham besorgt auch die nötigen Schritte, dass Gott für ihn sorgen kann.
Josef –seine Brüder wollen den Träumer, den Angeber, das Vorzeigekind des Vaters, loswerden. Sie seilen ihn ab in einen leeren Brunnen - soll er doch umkommen. Josef sieht sich aus der Welt gefallen. Das Vertraute- die Elternliebe, die Familienbande- tragen nicht mehr. Doch des Nachts strahlen die Sterne- er sieht sie als Krone auf seinem Haupt. Ihm kommt die Gewissheit: Für die Grube, für den Tod bin ich noch nicht geschaffen, Gott muss noch mehr mit mir vorhaben. So hält er durch bis Kaufleute aus Midian vorbeikommen und ihn den Brüdern abkaufen- später wird er der Ernährer Ägyptens.
Dann Jesus, er hat als Kompass: „Gott liebt mich und braucht mich“. Er sagt den Menschen dies auch als Evangelium und tut ihnen auch handfest Gutes. Gegner hatte er zur Genüge: König Herodes und die Schriftgelehrten. Er suchte den Konflikt nicht, machte eher einen Bogen um die Hauptstadt Jerusalem, bis es zuletzt nicht anders ging. Und dann warf er alle Sorge um sich selbst auf Gott und nahm, was dann geschah als dunkle Fürsorge an.
Und die Montagsdemonstrationen in der DDR- Sie blieben gewaltlos aber wurden von den Zahlen her immer mächtiger. Die Menschen wussten Gott, bzw. den Geist der Geschichte auf ihrer Seite. Und weil sie gewaltlos blieben, konnte die Mauer fallen.

Alle Sorge werfet auf Gott- das sah bei Abraham so aus, dass er auf sein Wort hin, die Vergangenheit zurückließ ,
bei Josef: er nahm das Leuchten der Sterne als Verheißung: mit mir hat Gott noch viel vor.
Bei Jesus: In deine Hände befehle ich meine Seele.
Und bei den Montagdemonstranten: Vertrauen schaffen ohne Waffen. Wir müssen hoffen, dass eine Gute Macht uns durchbringt. Sonst geht gar nichts.
Und wie ist es bei uns?
Wir könnten ohne dies Gottvertrauen gar nicht morgens aus dem Bett. Wenn wir nicht glaubten, dass wir heil durch den Tag gebracht werden, könnten wir ihn gar nicht anfangen, blieben nur reglos liegen.
Natürlich ist Gottvertrauen ein Erziehungsprodukt: sowohl die Eltern von Heinrich u Wilhelm als auch die Eltern ihrer Frauen, unserer Mütter Dorkas und Irmgard, kamen aus kirchlich geprägten Häusern. Großvater Heinrich Abraham war Lehrer in Wanheim. Als die Zwillinge als 5. und 6. Kind ankamen, lernte er noch Organist um bei Hochzeiten 5Mark extra einzunehmen- er soll alle Menschen immer zuerst gegrüßt haben, klug dies Entgegenkommen. Eine herrliche Frömmigkeit strahlt uns aus folgendem Satz entgegen: Kommt nicht so oft zum Grab, wir sind nicht hier. Unsere Mütter haben wie viele andere auch mit Gottvertrauen und Tatkraft die Kriegszeit und die Hungerzeit danach bestanden.
Im Gebet zur Nacht gab man die Sorge ab, im Morgengebet bat man um Kraft und lud sich die Sorge des Tages wieder auf.
Ich vermute, die vor uns wußten, was Gottes Sorge war und was des Menschen Auftrag. Sie mühten sich um viele- aber „werdet nicht der Menschen Knechte“, das gab ihnen einen Rückhalt, nicht vor Menschen zu kuschen -aber machte auch, dass sie selber keine Kniefälle wollten. Ich meine, sie konnten gut vergeben, weil sie wussten, Richter ist der Herrgott und wir sollen nicht richten. Sie wussten auch von ihren dunklen Seiten, lebten die auch, im festen Wissen: Sündige zur Not, aber glaub um so tapferer an die Vergebung. Beide Brüder waren auch Gauner des lieben Gottes-
Alle Sorgen auf ihn werfen- unsere Mütter wie andere auch, waren oft Wochen und Monatelang ohne Nachricht, ob ihre Männer, unsere Väter noch am Leben waren- sie glaubten die in der Ferne in Gottes Hand und sich selber auch- und waren ansonsten völlig damit ausgelastet, Gottes Fürsorge, derer sie gewiss waren, in die Tat umzusetzen und die Kinder durchzubringen. Später wachte Mutter Dorkas am Krankenbett ihres Ältesten- und betete sich und ihren Peter vor Gott hin – dass er und sie zuletzt einverstanden waren, wie es auch werde.

Jede Situation ist gut für Weiteres, gut für Weiteres aus dem Schatz Gottes. Darum, alles was morgen ist, wenn es auch Sorge ist, lasst uns ja sagen. Wir sind doch im Werden, alles ist im Werden, auch durch Niederlagen und Kapitulation und Sterben und Abschiede hindurch-
Glück und Schmerz, Lachen und Traurigkeit sind die Wehen, in denen die Welt weiter ausgewickelt wird, um Reich Gottes zu werden. Und unser persönliches Freuen und Ängsten, das entwickelt dich und mich weiter zu dem hin, der wir werden sollen. Ach, wenn wir es so denken könnten: Und wäre dir auch was verloren, musst immer tun wie neugeboren(nach Goethe).
An Abraham und Jakob und Jesus kann man ablesen, dass Gottes Hände, die uns führen, oft rau sind. Bei den Montagsdemonstrationen stand es auf Messers Schneide, ob Schüsse losgehen.
Auch in unserm Leben gab es Augenblicke, wo Gott uns wie einen Handschuh packte und ganz langsam über seinen Fingern umstülpte (Robert Musil). Wir sagten gedankenlos „Zukunft“, aber auf einmal ging uns auf: Es ist doch Zugriff, was uns geschieht. Wir sind in Arbeit bei ihm, hat uns in der Mangel, sorgt für uns.
Und wie sorgt er für uns?
Gott sorgt für uns, indem er uns Zeit einräumt, uns Menschen zufügt, mit Begabungen betraut, mit Sehnsucht ausrüstet, uns gemeinschaftsfähig erzieht, sodaß wir uns zu anderen nicht als Zuschauer verhalten sondern als Mitliebende, Mitleidende, Mitschuldige. Er sorgt für uns, indem er uns lebenstüchtig macht, und mit Gespür versieht: Ja, ein Mensch ist manchmal wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt (nach Eugen Roth).
Er sorgt auch für uns, die wir jetzt hier sind, durch ein Geflecht von Leistungen und Schätzen und einander Nützen- Und statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen (Dieter Hildebrandt).
Wieviele Mitmenschen haben uns im Verkehr bewahrt, haben böses Gerede zerstreut, Verlorenes wiedergebracht, haben die Eltern stellvertretend für uns gepflegt, wie viel haben andere, was wir verdarben, wieder gut gemacht.
Und er sorgt doch auch für uns durch eine nicht klein zu kriegende Lebenslaune – die uns doch öfter singen lässt: Lobe den Herrn…der dich erhält, wie es dir selber gefällt. Hast du nicht dieses verspüret?
Sieh zurück:
Er befreite dich von dem, was dich immer wieder hinunterzog, weg von dir selbst.
Er befreite dich davon, immer recht haben zu wollen, so lerntest du, dich weniger zu irren.
und bist du nicht gut zurecht gekommen mit deiner Mischung aus Verstand und Herzenswärme, was dir doch half zu feindlosen Auskommen.
Sieh zurück- Du bist auch eingespannt in Gottes Sorgen- Gattensorge, Elternsorge, Kindersorge, Nächstensorge- da sind wir doch in seinen Diensten. Er wirft auch seine Mühen auf uns, dass wir ihm helfen, Last zu tragen.
Und sieh nach vorn: Er sorgt für uns. In den Sinnoasen des Daseins schimmert der freundliche Gott.

Amen
 
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