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:: lebensmut.de ::
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leise
13.11.2019
21:47 Uhr
     
Der Eintrag hätte von mir sein können, wenn ich ihn nicht doch ein wenig zu intensiv und traurig für lebensmut gefunden und mich selbst nicht getraut hätte, ihn hier reinzustellen. Hoffe, TG findet dieses Gedicht auch einfach nur so wunderschön und fühlt sich noch nicht vom Pfeil getroffen.  
tg
12.11.2019
18:13 Uhr
     
Beginn des Endes

Ein Punkt nur ist es, kaum ein Schmerz,
Nur ein Gefühl, empfunden eben;
Und dennoch spricht es stets darein,
und dennoch stört es dich zu leben.

Wenn du es andern klagen willst,
So kannst du`s nicht in Worte fassen
.Du sagst dir selber: “Es ist nichts!“
Und dennoch will es dich nicht lassen-

So seltsam fremd wird dir die Welt.
Und leis verlässt dich alles Hoffen,
Bis du es endlich, endlich weißt,
Dass dich des Todes Pfeil getroffen.

Theodor Storm
 
Ingolf Betsch
05.11.2019
13:36 Uhr
E-Mail    
Als 15jähriger sah ich den erschütternden Dokumentarfilm "Nacht und Nebel" von Alain Resnais. Er hat mich für mein Leben
geprägt. Der Schlussteil des von Paul Celan übersetzten französischen Kommentars klingt aus heutiger Sicht prophetisch.

"Während ich zu euch spreche, dringt das Wasser in die Totenkammern; es ist das Wasser der Sümpfe und Ruinen, es ist kalt und trübe - wie unser schlechtes Gedächtnis.
Der Krieg schlummert nur.
Auf den Appellplätzen und rings um die Blocks hat sich wieder Gras angesiedelt.
Ein verlassenes Dorf - noch unheilschwanger.
Das Krematorium ist außer Gebrauch,
die Nazimethoden sind aus der Mode.
Diese Landschaft, die Landschaft von neun Millionen Toten.
Wer von uns wacht hier und warnt uns, wenn die neuen Henker kommen ?
Haben sie wirklich ein anderes Gesicht als wir ?
Irgendwo gibt es noch Kapos, die Glück hatten,
Prominente, für die sich wieder Verwendung fand,
Denunzianten, die unbekannt blieben; gibt es noch all jene,
die nie daran glauben wollten - oder nur von Zeit zu Zeit.
Und es gibt uns, die wir beim Anblick dieser Trümmer aufrichtig glauben,
der Rassenwahn sei für immer darunter begraben,
uns, die wir tun, als schöpften wir neue Hoffnung,

als glaubten wir wirklich, das all das nur
einer Zeit und nur einem Land angehört,
uns, die wir vorbeisehen an den Dingen neben uns
und nicht hören, dass der Schrei nicht verstummt.

Dazu Bertolt Brecht: ... der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch ...
 
Dorothé
01.11.2019
20:45 Uhr
     
So ist es lieber Traugott. Vielleicht passt auch ein Ausspruch von dem türkischen Dichter Nazim Hikmets Ran dazu, den ich heute las:
Leben wie ein Baum,
einzeln und frei
und brüderlich wie ein Wald,
das ist unsere Sehnsucht.
 
tg
31.10.2019
10:12 Uhr
     
Was wir von Martin Luther immer noch frisch aufgetischt bekommen: Glaube, Liebe Freiheit, Hoffnung.
Allein, dass Gott Dich für gut und wichtig hält - nicht Dein Leisten und Kämpfen und Rechthaben trägt Dich.
Allein die Liebe zählt.
Du bist frei, in das Notwendige einzustimmen. Und verhilf anderen zu ihrer Freiheit.
Und die Hoffnung, es werde einmal noch gut, ja sehr gut werden und Gott seine Schöpfung vollendet- darum kann ich mich ganz Gott überlassen.
 
tg
29.10.2019
20:01 Uhr
     
Ich weiss, ich sollte Anderen das erste Wort lassen.
Aber der Schmerz von "Leise" fühlt sich auch von Weitem nah an. Schwester- Ihre Trauer möge zur stillen Kraft werden, die Sie zu neuer Lebenshoffnung führt.. Ja, es gibt nichts, was Ihnen die Abwesenheit des geliebten Menschen ersetzen kann. Und doch- Sie dürfen Schwester im Glück wissen, in einer Geborgenheit aus Gottes Freude. -
Jetz gehen Sie an Ihr Leben - eben mit Dank für alles Gelungene zwischen Euch. Das unbestimmte Empfinden des Vermissens wird bleiben. Aber Sie ist im Ffrieden und wir kommen nach.
 
leise
29.10.2019
11:53 Uhr
     
Vor sechs Monaten stand mein Schwager vor mir und sagte: Deine Schwester ist gestern gestorben.
Sie war kaum 60 und es war völlig unerwartet.
Sie war meine einzige Schwester, ein paar Jahre älter als ich und unser Verhältnis kompliziert. Als sie starb, hatten wir gerade eine unserer Sendepausen. Ich habe sie geliebt. Sie ist der Mensch,der mich am längsten kennt. Unsere Eltern leben nicht mehr, andere Geschwister gibt es nicht. Es hat mich unsagbar getroffen. Noch immer tut es so weh. Ich bin wie neben der Spur. Mein Schwager ging bereits wenige Tage nach der Trauerfeier auf Brautschau, schon längst geht eine andere Frau dort ein und aus, wo meine Schwester ihren letzten Atemzug tat. Ich komme gar nicht klar mit diesem Verlust. Auch damit nicht, dass wir uns gerade in einer Auszeit befanden.
TG, haben Sie einen Rat,einen Trost,eine Hilfe?
Und gibt es jemanden.der ähnliches erlebt hat?
Ich hatte noch nie eine tote Schwester und habe nicht geahnt, wie schwer das auszuhalten ist.
Liebe Grüße an alle, die hier lesen.
 
Monika Glässel
29.10.2019
10:32 Uhr
     
Verstehe das Schweigen auch nicht. Über den hohen Wahlsieg der AFD bin ich völlig depremiert, wie kann es in unserem schönen Land so weit kommen??? herzlichst Monika  
tg
28.10.2019
15:34 Uhr
     
Verstehe Euer Schweigen nicht.tg  
tg
23.10.2019
14:58 Uhr
     
Juckt es Dich nicht, auch mal was hier reinzuschreiben? Du bist so wunderbar, Dein Kopf ist voll von wichtigen Gedanken. Und Du behältst sie für Dich; das geht doch nicht. Schreiben ist Festhalten. Und wenn es hier ist.:Einer, Eine liest immer mit, denkt Deins mit. Das ist doch stark. Es ermöglicht Gedankenübertragung, es ist Mitteilen. Du bist nicht allein. Und Du musst nichts unbeantwortet lassen, Keine Gemeinheit, keine Schönheitserfahrung.
Notier hier was und Du bewegst was.
 
tg
18.10.2019
16:44 Uhr
     
Interessant ist, was wir selbst erfahren haben und was andere mit uns erfuhren- was wir davon zu wissen meinen.
Ich erinnere einen Jugenddiakon, der sich von einem Schläger schlagen ließ ohne zurückzuschlagen, und der Kerl ließ von ihm ab. Ich erinnere auch einen Jungen, der die frischgestrichene Kirche beschmierte. Ich fand heraus, wers war. Stellte ihn zur Rede. Er war mit 40 Stunden Hilfsdienst auf dem Friedhof als Strafe einverstanden. 15 Jahre später bedankte sich der inzwischen Lehrer gewordene, dass Eltern und Polizei da rausgehalten waren. Ob jemand unsere Milde honoriert, ist offen. Jesus jedenfalls macht uns Mut, noch einmal die andere Wange hinzuhalten.
 
Orbart
17.10.2019
21:24 Uhr
     
Die eigentlichen Fragen müssten doch lauten:
Werden Menschen, denen wir mit Toleranz begegnen, dadurch selber tolerant?
Oder empfinden sie unsere Toleranz als Schwäche, die es auszunutzen gilt?

Ich glaube, das ist die ein oder andere böse Überraschung vorprogrammiert................
 
tg
17.10.2019
11:56 Uhr
     
die einen kommen, die anderen gehen- und wie bleiben wir vor Ort? Sind wir gastfreundlich, empfänglich? Und lassen wir die Gehenden mit Segen ziehen? Die aufbrechen zu neuen Ufern locken doch, auch nochmal Neues zu erleben, an anderen Orten mit anderen Menschen. Und die Neuen, in Nachbarschaft oder Arbeit. Ihnen helfen hier Heimat zu finden - schön wärs.  
Monika Glässel
14.10.2019
18:59 Uhr
     
Wir hatten einen Freund, der war syrischer Muslim, Arzt und seit 30 Jahren in Deutschland. Als ich einen Juden (unseren sehr netten Reiseführer aus Jerusalem) in Facebook aufnahm, hat sich unser muslimischer Freund, verabschiedet. Ich war über diese Intoleranz, ziemlich schockiert und auch enttäuscht. Vielleicht hatte er auch Angst, weil er jetzt im Alter wieder nach Aleppo ziehen will und wir doch eine ziemlich demokratische Einstellung haben und das in Syrien gerade nicht so angesagt ist...., auch weil sich da ein Jsraeli in Facebook nicht so gut macht......Trotzdem hat es mich sehr geärgert. Na ja, die Einen kommen, die Anderen verabschieden sich, so ist das Leben! Alles Gute Euch Allen, herzlichst Monika  
tg
14.10.2019
15:39 Uhr
     
Hier mitschreiben- und Du vergewisserst Dich, dass Du noch Lust hast, verbunden zu leben.Das eigene Feuer darf nicht ausgehen.  
tg
14.10.2019
14:53 Uhr
     
Juckt es Dich nicht, auch mal was hier reinzuschreiben? Du bist so wunderbar, Dein Kopf ist voll von wichtigen Gedanken. Und Du behältst sie für Dich; das geht doch nicht. Schreiben ist Festhalten. Und wenn es hier ist.:Einer, Eine liest immer mit, denkt Deins mit. Das ist doch stark. Es ermöglicht Gedankenübertragung, es ist Mitteilen. Du bist nicht allein. Und Du musst nichts unbeantwortet lassen, Keine Gemeinheit, keine Schönheitserfahrung.
Notier hier was und Du bewegst was.
 
Menke
11.10.2019
14:25 Uhr
E-Mail    
Sehr geehrte Damen und Herren!


Das Attentat von Halle mal wieder eins von vielen, mit Toten macht alles noch ohmächtiger und schlimmer.
Das man aber bei den eigentlichen Opfern und deren hinterbliebenen, nach Aufmerksamkeit in der Berichterstattung sucht, ist mir jetzt einmal wieder aufgefallen.
Natürlich hatten die Juden in der Synagoge Angst um ihr Leben, wo der Attentäter mit Gewalt sich Zutritt verschaffen wollte.
Aber hier war weiterleben wichtiger, wie nicht mehr leben zu dürfen, weil in der Vorsehung, den anderen ihr Unglück sein kann.
 
TC
11.10.2019
08:39 Uhr
     
"Unser Herr Jesus" war Jude, ein Sohn aus dem Stamme Davids, nannte den G'tt "Abrahams, Isaaks & Jakobs" seinen Vater im Himmel (Abba) - mit weit-offenen Armen, über alle menschlichen Abgrenzungen & Feindschaften hinaus ... und im Land mit unserer Schuldgeschichte kann ich nur bitterlich weinen und verzweifeln.  
tg
10.10.2019
15:05 Uhr
     
Das Monsterunrecht von Halle tut weh. Menschen jüdischen Glaubens sind uns Christen besonders verbunden und anvertraut. Wir sollten dankbar sein, dass sie uns nicht meiden, uns nicht verlassen.  
tg
06.10.2019
10:18 Uhr
     
Konto

Brot für die Welt

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