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tg
25.02.2024
09:33 Uhr
     
Sonntag- eine der ältesten sozialen Errungenschaften: Dass nach sechs Tagen Arbeit, Mensch und Vieh ruhen dürfen und sollen. Und wir sind dazu aufgerufen, unsere Seele neu zu laden mit Wesensbestimmung und Zuversicht.
Im Hin und Her des Alltags sind wir meist ausgelastet mit Nötigem und Nützlichen. Und dann, erschöpft, lassen wir Unterhaltsames, Unnützes uns durch den Kopf fließen bis wir einschlafen um dann wieder ans Werk zu gehen.
Aber den siebten Tag dürfen wir zur Rekreation nehmen: Uns wahrzuzunehmen als Gemeinte, als Gesehene und Erkannte, als Gewollte, Geliebte und Gebrauchte.
Sonntags soll unsere Seele erweckt und gestärkt werden , soll ruhig werden und das Hiersein und Ichsein wieder liebgewinnen: Ich lass mich erinnern dass ich vom Universalen Ich geliebt, gewollt, gebraucht bin. Nehmen wir den Sonntag für Zärtlichkeit und Nachdenken, dass uns eine Unterströmung von Bedeutsamkeit trägt.
 
tg
22.02.2024
19:47 Uhr
     
"Die Menschen haben Angst vor Krieg, vor Verarmung, vor Arbeitslosigkeit, vor sozialer Isolation und Ächtung, weil sie nicht so reden, wie sie reden sollten." Davon soll hier nie die Rede gewesen sein?
"Angst essen Seele auf"-Die Seele aufzubauen war, ist der Sinn von "lebensmut.de". Wenn das Ich im Schmerz ist, bitte, lasst uns Erwartung und Erfahrung stärken mit Zuversicht. Lasst uns in der Fülle von Sachen unsere Innenwelt pflegen. Dazu hilft mir Augustins Wort: "Die Seele ernährt sich von dem, an dem sie sich freut." -Dies bedenken lässt uns Informationsschrott von uns fernhalten. Das wäre schon mal ein Anfang, in den Defiziten des Lebens zu bestehen.
 
Kallisto
22.02.2024
19:26 Uhr
     
Grünkohl. Köstliche Speise.

Um darauf zurückzukommen: Die Gestalt die er im Arm hält, ist noch jung, veilleicht 13 -14 Jahre alt, keine Mammae, und hält selbst den linken Arm ausgestreckt. Vor ihrem Arm befindet sich ein molliges, vielleicht ein bis zwei Jahre altes Kind, so mollig, wie er es auch in späteren Darstellungen von Madonna und Kind zeigte. Auf der Schulter dieses Kindes liegt Gottes Zeigefinger und über seinem Kopf befindet sich eine heiligenscheinförmige Falte im Tuch.
Er wäre nicht Michelangelo, wenn er es uns hätte einfach machen wollen.
 
do
21.02.2024
18:29 Uhr
     
Danke, lieber TG, für die lebensermutigenden Worte!
Augustinus beruhigte meine Seele, die seit dem Tod von Alexeij Navalny und all den anderen Grausamkeiten der letzten Jahre so sehr schmerzt ...
Heute Abend aber freue ich mich an der Erinnerung ans Sylter Biikefeuer (das traditionell eben entzündet wurde) und auf den Grünkohl, der mir auch in der Ferne schmeckt und sowohl dem Gaumen als auch der Seele wohl tut.
Und fröhliche Flammen erleuchten den dunklen Himmel ...
 
tg
20.02.2024
16:21 Uhr
     
"Die Menschen haben Angst vor Krieg, vor Verarmung, vor Arbeitslosigkeit, vor sozialer Isolation und Ächtung, weil sie nicht so reden, wie sie reden sollten." Davon soll hier nie die Rede gewesen sein?
"Angst essen Seele auf"-Die Seele aufzubauen war, ist der Sinn von "lebensmut.de". Wenn das Ich im Schmerz ist, bitte, lasst uns Erwartung und Erfahrung stärken mit Zuversicht. Lasst uns in der Fülle von Sachen unsere Innenwelt pflegen. Dazu hilft mir Augustins Wort: "Die Seele ernährt sich von dem, an dem sie sich freut." -Dies bedenken lässt uns Informationsschrott von uns fernhalten. Das wäre schon mal ein Anfang, in den Defiziten des Lebens zu bestehen.
 
Kallisto
19.02.2024
18:19 Uhr
     
Na ja, Orbart, das war ja ich. Aber wenn ich das nicht geschrieben hätte, wären auch nicht mehr über die von Ihnen genannten Probleme am Schreiben, weil das hier nie so war.
Im Prinzip ist das doch hier nicht politisch und nie gewesen. Dafür gibt es doch ganz andere Anlaufstellen.

Das mit Maria als Vorschau ist sehr wichtig, nicht etwa in einem kunsthistorischen Zusammenhang, sondern in einem theologischen. Maria, die Stellvertreterin der Sophia - die Lösung bereits präsent, weil Gott alles vorhersieht. Gott als alles überragende Weisheit, so stellt er ihn dar.
 
Orbart
19.02.2024
10:17 Uhr
     
Vor einiger Zeit wurde hier die Frage gestellt,
warum zwar viele Menschen diese Seite besuchen, aber nur so wenige sich aufraffen können, hier mitzuschreiben und sich zu beteiligen.

Vielleicht liefert die Debatte, die hier seit sechs Tagen geführt wird, eine Erklärung :
Kunsthistorische Interpretationen brennen den Menschen in diesem Land zur Zeit nicht auf den Nägeln. Selten war diese Gesellschaft so gespalten, selten herrschte soviel Unfrieden, selten waren Politiker so inkompentet, selten war den Medien sowenig zu trauen.

Die Menschen haben Angst vor Krieg, vor Verarmung, vor Arbeitslosigkeit, vor sozialer Isolation und Ächtung, weil sie nicht so reden, wie sie reden sollten.
Stattdessen wird hier über Detailfragen im Werk eines Renaissancekünstlers gerätselt.

Natürlich ist das vollkommen legitim.

Aber dann darf man sich auch nicht über mangelnde Teilnahme beschweren.
 
Kallisto
19.02.2024
09:53 Uhr
     
Circa acht Jahre später malt Titian für die Basilica di Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig die Himmelfahrt der Maria. Es stellt eine sehr schöne Frau dar mit einem hingebungsvollen, unschuldigen Gesicht mit roten, allerdings dunkelroten Haaren und weit zu einem Kelch geöffneten Armen.
Ich fürchte, das Einzige, das Michelangelo über sein Werk sagte, war, dass er keine Lust dazu habe, kein Maler sei, sondern ein Bildhauer und sich lieber weiter mit dem Grabmal des Papstes beschäftigen wolle, und dass er Schmerzen habe.
Sein berühmtestes Werk ist eher die Pietà. Maria hält den (toten) Körper ihres Sohnes im Arm und sieht genauso aus wie die Figur in Gottes Arm, sehr junges mädchenhaftes ebenmäßiges Gesicht, hier aber erfüllt von stiller Trauer. Die Pietà, die sich im Petersdom befindet, entstand acht bis zehn Jahre vor dem Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle.
 
Kallisto
19.02.2024
09:04 Uhr
     
Ja, Julius, das ist die Interpretation von TG, dieselbe. Ich biete nur eine andere an. Kunst lebt von unterschiedlichen Interpretationen und nicht nur Kunst, sondern alle Wissenschaften im Sinne von Falsifizierbarkeit.
Die Gestalt guckt nicht argwöhnisch, sondern neugierig. Sie ist noch nicht da, denn Eva kommt erst als nächstes. Ganz gleich, wie man es dreht und wendet, die Künstler haben dargestellt, was in den Testamenten stand und i.d.R. nichts daran verdreht.
Ob Michelangelo etwas dazu schriftlich hinterlassen hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ist die Gestalt viel zu schön und viel zu unschuldig, um Eva zu sein. Allenfalls könnte sie Maria darstellen, die Vorschau. Gott schafft die Sünde und hat die Erlösung davon bereits im Arm. Das wäre genial.
Übrigens ist das schon die dritte Interpretation hier.
 
tg
18.02.2024
17:50 Uhr
     
Corinna, Dank für den Dank an Julius.  
Corinna
18.02.2024
17:16 Uhr
     
Hallo Julius
Eine tolle Idee, dass Du anfängst Traugotts Predigten zu digitalisieren. Habe gerade den Anfang der Weihnachtspredigt von 1999 gehört. So kann ich die Predigten hören , wenn ich unterwegs bin ( Auto, zu Fuß etc.). Traugott ,du kannst einfach so unglaublich gut predigen . Und so positiv … Ich freue mich gleich Deine Weihnachtspredigt weiter zu hören.
Ich weiß noch , dass Du mal sagtest die Weihnachtsgeschichte ist die schönste Liebesgeschichte überhaupt ,
Und ich finde der Geist von Weihnachten darf nicht am 6. Januar vorbei sein , sondern man kann ihn sich immer im Herzen behalten , bis wir am 24.12. dieses unfassbar schöne Fest wieder feiern.
 
Julius
18.02.2024
00:11 Uhr
     
Die Person in Gottes Arm ist eindeutig eine Frau. Man schaue sich nur mal das Gesicht an. Spannend, dass in Michelangelos Gemälde Eva und Adam gleichzeitig vorhanden sind. Aber Eva ist noch bei Gott. Sie guckt wahrscheinlich so argwöhnisch, weil sie ahnt, was sie alles mit Adam durchmachen wird. Wäre sie besser bei Gott geblieben? Aber Adam kann ihr etwas bieten, was Gott ihr nicht bieten kann.  
Kallisto
17.02.2024
23:23 Uhr
     
So einfach finde ich das nicht, weil sie beide rote Haare haben, Eva und der Engel, der sie später vertreibt. Da Gott von Engeln umgeben ist, glaube ich, dass er den Engel im Arm hat und Michelangelo damit die Vertreibung antizipieren will. Er, der Engel, ist auch schmal und androgyn gebaut, im Gegensatz zu Eva, die nach dem Sündenfall und der Vertreibung voll zu sehen ist. Außerdem wird Eva erst nach Adam erschaffen.
Die Person in Gottes Arm sieht aus wie ein Engel.
Es ist aber schwer zu sagen, was Künstler sich bei ihren Werken denken.

Gucken Sie mal Bellinis Erzengel Gabriel in der Verkündigung aus der Accademia an. Das Werk war ein paar Jahre zuvor geschaffen worden. Michelangelo wird als jung und unsicher beschrieben, als er den Auftrag erhielt. Bellini war ein großer Meister. Und Botticelli. Sein Erzengel hat aber dunklere Haare.
 
tg
13.02.2024
16:07 Uhr
     
Mal was Anderes:
Immer mal wieder das Bild aus der Sixtinischen Kapelle:
Erschaffung Adams: Hinter Gott, ihm im Arm, hervorlugend- Eva.
Die schaut argwöhnisch gespannt, was der geliebte Gottvater seiner geliebten Tochter für einen Gehilfen backt- weil Er nicht alles allein tun kann.
 
tg
09.02.2024
10:20 Uhr
     
Noch einmal
Aber ja, nur Trauer, Schmerz über den Wahnsinn, sich an jungen, anvertrauten Menschen zu vergreifen. Klar, auch unterm Talar bleibt Mann noch Mann. Um so wichtiger ist die Wachsamkeit für einander, wenn unsereins die Gier übermannt. Dann muss Frau, Kollege, Freund einen zurückreißen. Wenn die Schwäche stärker wird als ich und ich Vertrauen ausnutze
und mißbrauche- verrate ich den Auftrag, der mir heilig ist: Dass ich dem Nächsten zu gut und zu seinem Schutz bestellt bin. Als Seelsorger die Seele des Nächsten schänden- dann zieh lieber den schwarzen Kittel aus und geh mit weißer Schürze Pizza backen.
 
Kallisto
08.02.2024
18:17 Uhr
     
Meine Mutter dagegen, Herr Freude, die ca. 50-100 Gedichte auswendig konnte, brachte in gewissen Situationen dies hier:

Die Nächte sind nicht für die Menge gemacht.
Von deinem Nachbar trennt dich die Nacht,
und du sollst ihn nicht suchen trotzdem.
Und machst du nachts deine Stube licht,
um Menschen zu schauen ins Angesicht,
so mußt du bedenken: wem.

Die Menschen sind furchtbar vom Licht entstellt,
das von ihren Gesichtern träuft,
und haben sie nachts sich zusammengesellt,
so schaust du eine wankende Welt
durcheinandergehäuft.
Auf ihren Stirnen hat gelber Schein
alle Gedanken verdrängt,
in ihren Blicken flackert der Wein,
an ihren Händen hängt
die schwere Gebärde, mit der sie sich
bei ihren Gesprächen verstehn;
und dabei sagen sie: Ich und Ich
und meinen: Irgendwen.

Menschen Bei Nacht, Rainer Maria Rilke
 
Kallisto
08.02.2024
08:44 Uhr
     
Traugott, nicht dafür.

Im Gegensatz zu den Männern habe ich die alle Männer in meinem Leben relativ unbeschadet hinterlassen. Relativ ist wichtig, weil man mal Differenzen hat und Fehler macht.
Mein Bruder hatte die wenigsten Probleme mit dem Vater und klagt am meisten. Von uns Kindern - horcht - der Einzige ohne Religion. Verzeih ihm doch einfach, sage ich, Zitat Traugott Giesen.

Danke dafür. Und für Jesus.
 
Freude
07.02.2024
20:32 Uhr
     
Wenn ich hier die letzten Einträge im Gästebuch lese, erinnere ich mich noch an meinen Vater der sagte, lange Rede kurzer Sinn, neige nicht zur
Selbstdarstellung.
 
tg
07.02.2024
17:47 Uhr
     
Dank, Dank für ihre persönlichen Beiträge.tg  
Kallisto
07.02.2024
11:14 Uhr
     
Da ich selbst davon betroffen war - ging jedes Mal gut aus - hatte ich eine abgrundtiefe Angst davor, nicht aber vor Priestern und Pastoren, da, wie gesagt, keiner dabei war. Auch nicht vor Lehrern, denn unser Klassenlehrer, 35 Jahre, hatte einen ganzen Hühnerstall - alle himmelten ihn an - und gab keinerlei Vorschub, im Gegenteil. Als er umzog, ließ er sich vorsichtshalber an ein Jungengymnasium versetzen.
Ich mssute wegen dieser wohl begründeten Angst zu einem Shrink gehen, und das half. Niemand kennt sich so gut mit Sexualität und ihren Abwegen aus wie Psychoanalytiker.
Ich habe sicherlich keinen Grund, das Problem in den Kirchen verkleinern zu wollen, nicht einmal Mitglied seiend, doch ich finde, es muss ganz nüchtern in Relation gesetzt werden gegenüber dem Ubiquitären, das daraus resultiert, dass die Täter zig, wenn nicht hunderte von Frauen und Kindern anmachen, bis sie fündig werden oder aus Frust sowas wie die Natalie Astner, sechs Jahre, auf dem Schulweg in einem Dorf missbrauchen und in den Lech werfen.

Und da sind die Medien zurückhaltend wegen der Leute, die sich dann die Todesstrafe zurückwünschen, und ebenso zurückhaltend sind sie bei den Eingeladenen. Aber die Kirchen, die kann man ungestraft und ohne Folgen prügeln und denen alles aufhalsen, was schlecht ist an der menschlichen Chemie.

Also bitte nicht zu sehr anziehen, wenn es Einzelfälle sind.
 
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