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Traugott Giesen Kolumne 21.08.1999 aus Hamburger Morgenpost

Schulanfang – ein Fest

Heute sind die Kinder ja schon vorgebildet, wenn sie in die Schule kommen. Im Kindergarten gab es die großen Buchstaben schon vorab. Zählen können die lieben Kleinen, seit sie resolut die Kaufentscheidungen mitbestimmen. Geprägt ist ihr Logo-Bewußtsein – viel wird in der Schule auch verlernt werden müssen.
Für die Prinzen und die Queens kommt die Schule als Erlösung vom oft verwöhnten herrischen Solostatus zu Hause. Manchen Kinder bricht eine neue Welt an: Ihr Wort ist nicht mehr Gesetz, mit Geknatsche lassen sich die andern Kinder nicht beeindrucken. Vielen wird der rauhe Wind der Konkurrenz gehörig das Gemüt zerzausen. Lehrerinnen und Lehrer haben aber Mittel, diesen Kulturschock bei den Kleinen abzufedern. Sie werden es lernen, erst dran zu kommen, wenn sie an der Reihe sind. Und werden kapieren, daß der liebe Mensch da vorn ihnen nicht allein gehört.
Schulanfang ist ein wunderbarer Einschnitt im Leben. Jetzt spätestens fängt das Leben mit der Uhr an und die Bürde und die Würde der Pflichten. Jetzt wird der, die Kleine das Nötige zum Überleben lernen. Die wichtigsten Schritte sind ja schon getan: laufen lernen auf eigenen Füßen, handhaben, sprechen, radfahren vielleicht auch schon. Und die ersten Tasten am Computer kennen sie auch schon. Sie wachsen ja mit Elektronik auf, sie sind die Eingeborenen der Moderne; Eltern, Großeltern erst recht, werden später von ihnen lernen.
Aber erst mal darf jetzt der Nachwuchs die Kulturtechniken sich aneignen, lesen lernen und dann hoffentlich mit viel Zeit auch lesen die vielen Erfahrungen anderer, die Abenteuer und die Gefahren. Gespeichert im Wissensschatz der Menschheit sind ja all die Schleichwege und die Rezepte, die Alarme, die Irrtümer – wenn wir lesen können, können wir vorher wissen, wo’s lang geht. Wir nutzen die, die vor uns gelebt haben als Pfadfinder, wie man richtig lebe.
Und was wir an Mathematik alles lernen können. Wieviel Wissen steckt in den Maschinen. Die Kinder werden später ja neue Autos mit sparsameren Motoren bauen und Häuser, die wärmegedämmter sind. Sie werden fehlerfreundlichere Geräte konstruieren, damit man sich nicht so weh tut. Und wie man die vielen Menschen besser satt bekommt, dafür werden sie Chemie lernen und Biologie. Aber erst mal werden sie die Gegend hier erfahren und das Wunderland Heimat erobern. Sie werden vor allem lernen, sich mit andern Menschen zu vertragen, sie werden hoffentlich fähiger werden, gewaltfrei die Konflikte zu lösen.
Schulanfang ist ein großer Tag für die Eltern – es zeichnet sich ab der selbstbestimmte Mensch, der sich auch selbst ernähren kann. Und Großeltern sind glücklich, daß es weiter geht.
 


 



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