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Traugott Giesen Kolumne 13.02.1999 aus Hamburger Morgenpost

Mag dich! Einige gute Gründe

Wer, wenn nicht du, soll dich mögen? Ja Gott, das ist klar, er hat dich ja erfunden, hat dich in die Chromosomen deiner Eltern gerufen, hat dir Begabungen ohne Ende gegeben. Und wie unglücklich schauen Eltern ihrem Kind zu, wenn sich andere Kinder abwenden von ihm. So traurig ist auch der Weltgrund, wenn du dich nicht magst. Also mag dich, wenn du kannst.
Mag dich, weil du genießen kannst. Du kannst dir gute Gefühle machen. Du bist doch kompetent für dich. Du mußt nicht Mist dir reintun und antun. Du kannst gewählt mit dir umgehen, kannst entscheiden. Schände dich nicht.
Du kannst dich mögen, weil du Schönes schön findest. Wenn du Schönes wahrnehmen kannst, dann ist Schönes in dir. Du erkennst ja nur wieder, die Sonne, die Rosen, das Strahlen der Augen. Wir reden ja vom Augenlicht, das uns das Licht sehen macht. Also du bist wunderbar veranlagt.
Mag dich, auch weil du dich korrigieren kannst. Du mußt nicht endlos denselben Holzweg nehmen. Du kannst einen neuen Weg einschlagen. Du kannst um Verzeihung bitten oder Brücken bauen zu denen, die mit dir zerstritten sind. Du bist ja Leben, nicht Beton.
Ja, und mag dich – du kannst dir zu ganz vielem eine neue Meinung bilden. Darum ist doch unser Kopf rund, damit unser Denken öfter die Richtung wechselt, sagte mal einer. Wenn du siehst, dein Meinen isoliert dich, dann probier doch mal ein anderes Denken: Nichts ist wahr, was Freude verneint – das ist ein guter Test.
Mag dich auch, weil andere dich auch mögen. Laß die Lust an der Selbstzerstörung. Tu dir mal wieder wohl. Die Idee, du könntest welchen weh tun, wenn du dir weh tust – setzt voraus, daß sie dich lieben. Denen Schmerz zufügen, die einen lieben, das macht dich böse. Dann bestrafst du dich zu Recht mit Selbstzerfleischung. Aber was quälst du, die dich mögen? Laß sie wenigstens in Ruhe, schon das mildert deinen Selbsthaß. Du bist es wert, dich zu mögen.
Mag dich, laß sie reden und geh deiner Wege. Keiner kann dir die Würde absprechen, wenn du dich der Ehre wert hältst. “Auf keinerlei Kämpfe einlassen! Die Diktatur existiert nicht wirklich, weil die Menschen prinzipiell frei sind“ (G. Konrad).
Mag dich, auch gerade mit deiner Behinderung. Du kannst einiges nicht, dafür anderes. Die Kraft deiner Behinderung, bitte, entdecke sie. Frag andere mit dem gleichen Handikap, zusammen habt ihr Power.
Du sprichst so viele gute Sätze nach innen und nach außen schweigst du oft widerwärtig oder redest sogar mies über dich. Denunzier dich nie mehr. Halte viel von dir, bitte.
 


 



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