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Traugott Giesen Kolumne 11.10.1997 aus Hamburger Morgenpost

Steuern zahlen ist fair, komm ran

Lediglich drei Viertel aller in der Bundesrepublik entstehenden Einkommen werden dem Fiskus gemeldet, und nur für die Hälfte werden hierzulande Steuern gezahlt. Obwohl die Wirtschaft wächst und die Steuerzahler wohlhabender geworden sind, hat die Einkommensteuer abgenommen.

Und es stimmt gar nicht, daß Deutschland ein Hochsteuerland ist; die Steuerquote liegt mit 23 Prozent der gesamtem Wirtschaftsleistung auf amerikanischem Niveau und deutlich unter der britischen, die 28 Prozent erreicht; – so Die Zeit 35/97 und weiter: „Die Steuerlast wird zunehmend den Bürgern aufgebürdet, die keine Nebeneinkünfte haben und auch nicht über Vermögen verfügen, das in professionell gestalteten Anlageformen steuerliche Verluste produzieren kann.“

Der Staat muß dafür sorgen, daß mehr Steuern bezahlt werden und zwar so, daß weniger Steuern legal vermieden werden können. Und wir Bürger müssen wieder illegale Steuervermeidung mies finden; bei uns selbst zu allererst aber auch untereinander. Es ist auch selbstzerstörerisch, die Staatsaufgaben möglichst nicht mitzufinanzieren. „Was nütze es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele“ – gibt Jesus zu bedenken und trifft damit unsern wunden Punkt: Mein Innerstes weiß um meine miese Tour. Das macht doch unsere Menschenwürde aus, daß wir Gewissen haben, also um uns selbst wissen.

Diese machtlose, unüberhörbare Stimme Gottes im Herzen (C. F. v Weizsäcker) ist Thermostat für unser inneres Gestimmtsein. Heiterkeit für seine Seele wird einer nur erreichen, wenn er ohne innere Vorwürfe lebt. Auf Zufriedenheit von innen her zielen nun mal all unserer Bemühungen. Darum: Ist einer geldgierig, und mästet diese Geilheit auf Kosten der Gemeinschaft, wird er Gründe brauchen, dies vor sich selber zu verbergen. Er wird versuchen, sich zu rechtfertigen: Andere tun es auch; oder: Ich werde den Staat erziehen, der mit „unsern“ Geldern aast; oder: Mir verdanken andere ihren Arbeitsplatz, meine Ideen machen Umsatz, die andern bekommen schon genug von mir. Aber die Einreden des Gewissens wird man so nicht los, man selbst weiß ja, daß man sich drückt und von der Zahlungs-Fairneß anderer lebt.

Natürlich muß der Staat auch besser unterrichten, müßte seinen Haushaltsplan so durchsichtig machen, wie es uns unser eigener ist. Aber was als unabweisbar von unsern demokratisch eingesetzten Politikern beschlossen ist, kann ich nicht selbstherrlich meiner eigenen Zensur unterwerfen. Genau das aber macht der Mensch, der andere für sich die Allgemeinkosten löhnen läßt. Er will nach eigenem Ermessen – was ja von Macht kommt – zahlen; was Faustrecht und Blutrache auch wieder folgerichtig machte. Sich von den Lehrern und Putzfrauen Staat – und Kirche – bezahlen zu lassen, letztlich um lachende Erben zu produzieren, ist unter Niveau.


 



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