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Kolumne 18. Januar 2003 - <br>Der Irrtum von "Herr der Ringe" und "Harry Potter"

Traugott Giesen Kolumne 18.01.2003 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Der Irrtum von "Herr der Ringe" und "Harry Potter"

Jetzt ringen sie wieder: Die Kräfte des Guten und des Bösen hauen aufeinander ein, so technisch hochgerüstet und digital geschärft wie selten noch im Film: Die Kammer des Schreckens und die zwei Türme, düsterer noch als die jeweils ersten Teile beschreiben sie in grimmiger Fantasy und furchterregender Mystery die Lage der Welt. Natürlich wollen es geballte, aufgestylte Märchen sein, doch es ist kein Platz für Augenzwinkern und aufgeklärte Wachheit und Mitleid. Die Filme saugen in eine andere Welt, machen unseren banalen Alltag vergessen. Und doch ist hier alles nur schlimmer, lauter, bedrohlicher, vergiftender, noch mehr als in Wirklichkeit hängt die Rettung an dünnstem Faden. Es geht um den Sieg der Guten über die Bösen, wie immer im Märchen und im Western und wohl in allen schlicht gestrickten Krimis dieser Welt.

Es gibt einen großen Trick in der Menschheit, wie mit dem Bösen umzugehen sei: Du musst auf der Seite des Guten sein, du musst um alles in der Welt mit dem Guten im Bunde sein. Das ist ja richtig. Und dazu helfen gute Taten, aber die strengen auch an, die sind nur mit Güte und Hingabe zustande zu bringen. Und Vielen ist diese Mühe zu groß und ihre Begabungen zur Freundlichkeit karg, Viele sind zu nachlässig und ungeduldig, sie müssen sich den Anstrich des Guten irgendwie besorgen. Und der Trick ist eben, sich für gut zu erklären oder sich zu Gefolgsleuten guter Menschen ernennen, ihnen die Arbeit am Guten zu überlassen, aber die Früchte des Gutseins mitgenießen. Am mühelosesten aber ist, die andern für die Bösen zu erklären, ihnen die Kennzeichen des Bösen anzuhängen, und ihnen den Krieg zu erklären.

Gerade wieder soll es „Schurkenstaaten“ geben, eben wieder werden einige Länder zum Reich des Bösen erklärt und ihnen mit Krieg gedroht. Natürlich - die Feinde vom Reich des Bösen sind die Guten. Wieder wird die Menschheit aufgeteilt in Gute und Böse, in schwarz und weiß. Aber es gibt nur ganz wenig Gutgute und ganz wenig Bösböse. Allermeist gibt es Bösgute und Gutböse, so R. Musil. Selbst Jesus antwortete einem, der ihn “Guter Meister“ nannte: „Was heißest du mich gut? Niemand ist gut außer Gott“ - und vielleicht ist ja Gott noch mehr als gut, vielleicht ist er ganz, der Ganze, der Umfassende, zu dessen Allmacht auch die zum Bösen genutzte Energie gehört.

Einmal fragten die Jünger: „Das Feld ist voll Unkraut und Weizen. Sollen wir das Unkraut ausrotten“? Und Jesus, sagte in etwa "Müht ihr euch, guter Weizen zu sein, reift stark heran, so haltet das Unkraut in Schach." Also nicht das Böse ausrotten sondern das Gute vermehren! Auch das Böse in dir vernichte nicht, sondern lass es nebenbei, wie notgedrungen raus, auf dem Weg der guten Taten; Gott, das Leben kommt schon damit zurecht. Alle haben wir an der Verderbtheit teil, auch wenn in den einen der Hang zum Bösen mehr rumort. Gott liebt nicht die Sünde, aber die Sünder, es ist schmerzlich, ein Widerling zu sein; wir brauchen alle Erlösung.


 




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