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Vater unser im Himmel

Wir haben keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebräer 13,14). Wir haben in uns einen Schatz an Gewissheit, der nicht am Irdischen klebt. Wir durften das noch lernen, wir wurden noch in dieses Gebet genommen: “Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm.” Damit ist uns von Anfang an gesagt, dass wir hier auf großer Fahrt sind. Unser Personalausweis, unsere Identität, hat zwei Bürgerschaften: Bürger dieser Erde und Himmelsbürger!

Wir wissen unsere Toten uns voraus. Wo sind sie? Wir sagen: “im Himmel”. Wo ist Jesus? Wir sagen “aufgefahren gen Himmel”. Wo ist Gott? Wir sagen: “im Himmel”. Und unsere Seele weiß, wo das ist. Himmel ist die Heimat bei Gott, ist das Wahre, das Ziel von Mühe und Leid und Tränen und Tod.

“Der du von dem Himmel bist, alles Leid und Schmerzen stillest. Den, der doppelt elend ist, doppelt mit Erquickung füllest ...” (Johann Wolfgang Goethe). Unsere Seele weiß, von wem die Rede ist. Und es macht nichts, dass Astronomen und Astronauten uns die weiten Räume des Weltalls als ungeheuer riesig vermessen. Hunderte Millionen Sterne glitzern im Weltraum, und unser Auge nimmt diese Millionen glitzernde Sterne nur als Stäubchen wahr, wie etwas Milchiges, daher das Wort Milchstraße. Und Millionen solcher Gewebe von Sternen und Sonnen hängen wohl in endlosen Räumen.

Doch wir wissen: es ist für uns mehr bereitet als diese kleine Erde. Wir sind von Erde genommen, aber vom Himmel entworfen. Wir sind mit einer Sehnsucht geeicht, die weit hinaus will. “Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein” ist doch kein Lied für die Lufthansa, sondern es ist ein Sehnsuchtslied unserer Flugvogelseele nach Heimkehr und Ganzwerden.

Wenn wir in einer Sommernacht unter Sternen liegen, das Halbrund des Himmelsgewölbes wie eine große bergende Höhle über uns, die Sterne als funkelnde Diamanten an Gottes Hand, Stille, Wärme, Dunkel, Strahlen, dann ist Himmel uns eine Wiese, ein Friedensdach, ist uns Gottes Goldener Grund. Und wir gehören dazu. Kein Wunder, dass wir ins räumliche Denken gezwungene Menschen dort Gott wissen wollen und unsere geliebten Toten.

Dies Bild vom gestirnten Himmel über uns ist auch Spiegelbild unserer Seele. Wir schwimmen wie ein Stern am Himmel in Gott. Wir sehen uns im guten Ganzen geborgen. Himmel ist nicht über uns, sondern wir sind auf Erden im Himmel in Gottes Gewand, in Gottes Hand. Wir sind nicht nur irdische Materie, sondern haben viel Himmel im Kopf, sind viel Gottesschatz. Wir sind einander manchmal auch Himmelsspeise, Licht vom wahren Licht.

Predigt aus St. Severin, Keitum; veröffentlicht in: Traugott Giesen - Vater unser in Ewigkeit. Amen - Radius-Verlag, 1993, vergriffen.


 



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