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Traugott Giesen Kolumne 17.07.19 aus Hamburger Morgenpost

Mit dem Nachbarn Frieden machen

Ja, es gibt Erbfeindschaft in Familien, bei Nachbarn und Völkern. Der Streit zwischen Israelis und Palästinensern reicht 3500 Jahre zurück. In Nordirland feiern Protestanten immer noch mit Triumphmärschen einen Sieg ihrer Vorfahren von vor 300 Jahren. Und wie lange waren die Nachbarvölker Franzosen und Deutsche einander verhaßt. Da ist es kein Wunder, wenn manchmal Streit ist zwischen Anliegern oder Flur- und Hausnachbarn. Viel Stoff gibt es für Reibereien. Aber daß man sich bekriegt über Jahre und Generationen, das kann man ändern, es ist ja eine Denkgewohnheit. Haß ist kein Naturgesetz.
Liegst du im Streit mit deinem Nachbarn, dann denke mal tief und lange nach. Willst du das ändern? Willst du Ruhe, sowas wie Frieden? Selbstverständlich ist das nicht.
Es kann sein, du nährst den Streit, du weißt dessen Verletzbarkeit, du kannst ihn leicht zum Heulen bringen oder zum Jähzorn. Vielleicht quälst du ihn mit lautem Fernsehen, steckst dir Stöpsel in die Ohren und freust dich hämisch beim Gedanken, wie der hilflos wieder gegen die Wand wummert. Du, es kann sein, daß du Schadenfreude genießt und in Kauf nimmst, dich selbst zu beschädigen, wenn du nur bestrafen kannst. – Dann bist du arm dran. Es hat dich einer bös gemacht und du brauchst Hilfe. Sprich mit einem Fachmann für die Seele. Es kann sein, du bist dir und andern so schwierig, daß man als dein Nachbar was zu leiden hat.
Wahrscheinlich aber bist du durchschnittlich friedlich wie andere auch. Und es ist trotzdem Stunk mit dem Nachbarn? Dann ist wohl dein Nachbar seelisch krank. Und dir ist nur zu raten, dich in Sicherheit zu bringen. Aber die dritte Möglichkeit liegt näher:
Nach langem Nachdenken kannst du davon ausgehen, daß weder du noch der Nachbar sehr neben sich stehen. Ihr wünscht euch also beide gutes Auskommen, habt eigentlich guten Willen. Habt Ihr euch das schon mal gesagt?
Also sag ihm, schreib ihm/ihr: „Sehr geehrte(r) ... Gern hätte ich Frieden; mir tut leid, was zwischen uns Nachbarn bisher schief lief. Eins gab das andere. Ich habe auch Mist gebaut. Machen wir doch, daß bessere Zeiten anbrechen. Ich will mich bemühen, zu unterlassen was Ihnen Verdruß bereitet. Streit klug beenden ist eine starke Leistung. Wir werden es schaffen. Ich grüße Sie.“ Oder so ähnlich. Wetten, daß es besser wird?
Einfach nur weiter leiden und fies werden und dickeres Fell sich zulegen ist keine schöne Aussicht. Die Lebensqualität hängt entscheidend ab von friedlicher Heimat. Die Nachbarschaft braucht was jeder Ehe gut tut: Auch mal eine Bösartigkeit überhören, sich in den andern reinversetzen, ihm die Vorfahrt anbieten, die Kinder beschenken, Wände schallisolieren, guten Weg wünschen.
 


 



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