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Traugott Giesen Kolumne 12.09.1998 aus Hamburger Morgenpost

Lebt länger, wer an Gott glaubt?

Viertausend Testpersonen wurde acht Jahre lang regelmäßig der Blutdruck gemessen. Es sollte herausgefunden werden, ob Gottvertrauen lebensverlängernd wirkt. Und man fand: Wer sonntags zum Gottesdienst geht oder regelmäßig die Bibel liest, hat um 40 Prozent niedrigeren Blutdruck. "Geborgenheit des Glaubens" baut also Streß ab, senkt den Blutdruck, schont das Herz.
Oder ist es so, daß die mit niedrigem Blutdruck einfach lieber zur Kirche gehen? Daß die auch recht gern in der Bibel lesen, weil sie nachdenkliche Lektüre der atemberaubenden vorziehen? Sicher haben die mit niedrigem Blutdruck mehr Harmoniesucht. Sie streiten weniger. Aber wohl nicht, weil sie mehr Gottesglauben haben, sondern weil sie dem Streit gern ausweichen, lieber ihre Ruhe haben.
Gerade aus Frömmigkeit kann man kämpferisch sein. Es gibt wahrlich genug Skandalöses, um rund um die Uhr Menschen aus der Patsche zu helfen. Christen müßten sich viel mehr fertigmachen, um Haß zu entschärfen oder Obdachlosen zu Wohnraum zu verhelfen. � Hungernde Albaner, nicht mal ein Hemd auf dem Leibe, kamen auf verrosteten Schiffen an der italienischen Küste an und suchten Zuflucht. � Meine doch keiner, wir könnten die Hungernden als "Wirtschaftsasylanten" zurückjagen. Wer so redet, der muß jedem Christen hohen Blutdruck machen � damit er dem mit solch gewissenverharzendem Geschwafel in die Parade fährt. Oder den endgültigen Leserbrief schreibt.
Ob Jesus niedrigen Blutdruck hatte, ist sehr offen. Er hat sich gerne angelegt mit Priestern und Herrschaften, die die Liebe verrieten. Außerdem: Er ist nicht alt geworden, trotz seines Gottvertrauens. Oder gerade wegen?
Gottvertrauen ist ja zuerst mal Abschied von der Angst, weil man sich in Gottes Händen weiß, egal was kommt. Und dann ist gutes, richtiges, liebevolles, sinngeladenes Leben wichtiger als ein langes. Fromm lebt man intensiv, auch ein Stück auf der Grenze. Wer für Menschen da ist, hat keinen Leib mehr für sich allein. Wer Menschen oft eine neue Chance gibt, wird auch enttäuscht. Siebenmal siebzigmal vergeben � heißt auch, für dumm verkauft werden. Also ruhig ist das Leben nicht, zu dem einem Kirchgang und Bibel verhelfen. � Eher wird man zum Kompagnon Gottes.
Was jedenfalls Kirchgang und Bibellesen beschaffen, ist Lust auf Gemeinschaft und Danksinn. Jesu Gefährten lachen viel und packen kräftig mit an. Sie lassen aber Schicksalhaftes höheren Ortes gut aufgehoben sein, zergrübeln sich nicht die Nächte, sie halten sich an die Engel. Gefragt, warum sie fliegen können sagen sie: Wir nehmen uns leicht, wir wissen, es trägt uns einer. � Mit so einer Gelassenheit kann man alt werden, wenn es gewährt ist.
 


 



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