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Traugott Giesen Kolumne 30.08.1997 aus Hamburger Morgenpost

Gut, daß Du da bist, Geburtstagskind!

Heute hast Du Geburtstag und ich bin in Gedanken bei Dir. Ich freue mich, daß Du geboren bist, und daß Du genau du bist und genau heute so alt und jung bist wie du es bist – wieder ein Jahr mehr durftest du Lebenszeit haben, wieder ein Jahr mehr Anwachs an Erfahrung und Weisheit und Dankbarkeit.

Du tust dem Leben gut, du gehst geschickt mit ihm um. Du gibst dem Leben, was es braucht, damit es dir geben kann, was du brauchst.

Du hast schöne Begabungen, vor allem die, sie auch zu nutzen. Du setzt selten zu, du gibst gern, nimmst gern, bekommst beim Geben und gibst beim Nehmen. – Du kannst Gutes tun und es Dir gut sein lassen, ohne daß deine rechte Hand weiß, was die Linke tut – so nennt Jesus diese wunderbare Gelassenheit.

Du bist viel bewahrt worden. Glückhaft sind die vielen Behütungen deines Lebens. Und die Wunder willst du nicht missen. Hinterher, aus dem Abstand des Überstandenhabens wußtest du, daß alles genau so fällig war; Du haderst nie. Das ist Zeichen von Demut – einfach wissen, daß einem nichts zusteht und alles Gnade ist, was jetzt Dein Eigen ist.

Wir wissen ja nie, wie weit sich der Lebensbogen spannt, darum nimm Heute als Erntedankfest. Was auch noch kommt, das Geschehene hast du schon sicher – und das war viel Arbeit, Kampf, Schmerz und viel Lachen – ja, was hast du gelacht und Freude gehabt. Kein Wunder, daß Du uralt werden willst, aber auch mit „Flügeln der Morgenröte“ könntest Du dich von hier wegtragen lassen – will sagen: Du klammerst nicht, Du hast bei aller Erdverbundenheit auch Himmelswurzeln. Der Glanz von einiger Leichtigkeit scheint bei dir zu sein und macht, daß du wenig lastet.

Du hast Freunde, bist freundschaftlich, du legst wert auf Wahrgenommen werden, gibst dafür aber auch viel Aufmerksamkeit. Du feierst heute wohl im schönen Kreis. obwohl Du auch im Wald still vor dich hin gehen könntest. Ich wünsche Dir immer so viel Nähe zu Menschen, wie Du Dir wünschst und soviel Kraft, auf Distanz zu halten und zu bleiben, wie Dir gut tut.

Du liebst das Gegenwärtige; laß diese Liebe Dir einen großen und sicheren Fallschirm sein, daß Du nie ins Bodenlose fällst. Ja bitte, lieb das Gegenwärtige – darin will sich doch Gott, oder wie du das Geheimnis des Lebens nennst, offenbaren. Du kannst auch das Vergangene schätzen, aber es sauge dir nicht die Kraft für Heute ab. Du kannst auch planen, aber es verstelle Dir nicht die Kostbarkeit des gegenwärtigen Tages.

Und heute genieße deinen Geburtstag! Es tut so gut, daß Menschen einen mögen. Laß Dich hochleben. Sei dankbar, daß Du gemocht wirst, und bedanke Dich nachher artig für die Aufmerksamkeit, die man Dir entgegenbrachte – sie ist so wenig selbstverständlich. Und bete um ein neues Jahr Zeit, Frist, Gelegenheit, noch zu wirken und zu wachsen und dem Leben Freude zu machen.


 



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