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Traugott Giesen Kolumne 05.04.1997 aus "Hamburger Morgenpost"

Konfirmation brauchten wir öfter

Ein Triumph für das Leben ist die Konfirmation. Wir wollen die Jungen anfeuern, gern zu leben, gerne hierzusein, gerne ich oder du zu sein. Die älteste Gemeinschaft der Menschheit verspricht es jedem einzelnen Jungen und Mädchen in die Hand; sie wagt, im Namen Gottes, die Jungen zu segnen für ihren Lebenslauf. Und alle feiern mit, die Großeltern und Tanten, die Geschwister, wenn vorhanden – auch getrennt lebende Eltern überwinden sich und kommen. Einmal soll der junge Mensch im Mittelpunkt stehen und ein Fest bekommen. Beim Abschied vom Kindsein und im großen Tempo aufs Erwachsenwerden hin, mal Einhalt und Rast und Andacht – das festigt den Zusammenhalt. Und hält unsern Lebenszunder frisch.

Die jungen Leuten wollen dies Erhobenwerden. Und sie haben ein Recht darauf. Wer je konfirmiert wurde, wird diese Erfahrung nie missen wollen. Unbedacht wäre es, wenn wir unsern Kindern das Fest ausreden. Die Jungen brauchen Gebet und Mutmachworte und den Freispruch zum eigenen Gewissen. Sie brauchen unsere Anerkennung, auch unsern Dank für ihr Verzeihen.

Natürlich nehmen die Jungen zu ihrem Fest auch ein Geschenk an, wie ja Hochzeitspaare auch – denen würde man nie unterstellen, wegen Materiellem zu heiraten. Wir sollten das auch bei Konfirmanden nicht tun. Denn die Jungen wollen das Fest, den Segen, die Ehre – nur wir Großen haben ihnen Geld als Maß für Wichtiges aufgeredet, in ihrer Seele wissen sie alle es besser.

Manchmal haben wir ja nur ein dünnes Fädchen Mut. Dann meinen wir, nur Pflicht und Schuldigkeit hielten uns zusammen. Es ist wichtig, daß wir uns konfirmieren – lateinisch befestigen in dem Wissen: Es ist ein Herz der Welt da, das uns Lebenslust mitteilt aus mindestens drei Quellen: 1. Genuß, 2. Liebe und 3. sinnvolles Tun. Lebenslust aus Genuß aller Art: Lecker essen, viel zum Lachen haben, Spaß eben. Und Lebenslust aus Freundschaft und Liebe – daß wir gemocht werden und mögen – lieben und geliebt werden. Und die dritte Kraftquelle für Lebenslust ist ja, daß wir Sinnvolles mittun: Menschen nützen, sie stützen, schmücken, beraten, trainieren, sie bilden, unterhalten, schützen, nähren, pflegen, ihnen Nützliches herstellen.

Unermeßlich wichtig ist es, den Jungen das Selbstbewußtsein zu stärken, auch ihnen Hilfe zu versprechen, daß sie ihren Platz finden werden. Auch soll ihnen geschärft bleiben das Gefühl für Gut und Böse und was ihnen nicht bekommt. Ihre Ich-Sphäre soll niemand ohne Einladung betreten.

Feiern wir, laßt uns Zuversicht teilen und die Liebe hochleben. Sagen wir ihnen: Lebt gern, schmust gern, arbeitet gern, beschützt gern, seid gerne ihr selber. Liebe gut, lache gut, mache deine Sache gut, du, wunderbarer Mensch. –

Was man mit vierzehn gesagt bekommt, ist: Gut, daß du da bist, daß du du bist, daß du jeweils hier und jetzt bist. Das besiegelt dir Kirche, der älteste menschliche Zusammenschluß. Du bist gewollt vom Herz aller Dinge.


 



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