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Traugott Giesen Kolumne 29.03.1997 Hamburger Morgenpost

Ostern: Auferstehung jetzt

An den auferstandenen Christus glauben, das hat viel Glück bei sich. Vorweg aber soll klar sein, daß es sich nicht um die Wiederbelebung eines Leichnams handelt. "Christus ist auferstanden!" - diese Freudenparole sagt Zukunft an für den Jesus von damals und für uns auch. Der Tod liefert zu Gott hin aus, Jesus ist der Erstgeborene der neuen Schöpfung: Weiter und weiter geht der liebende Grund aller Welt mit uns, wir werden an keinen Punkt kommen, da wir nichts mehr aufnehmen dürfen. Die Ausbreitung des Geistes wird nie enden; jedes Lebendige bleibt, durch wieviel Transformationen auch hindurch. Und alle werden wir zählen, werden uns alle kennen.

Die Behauptung des Glaubens ist: Die Liebe hört nie auf, sie fängt auf Erden ja nur knapp erst an, wir sind doch Hilfsschüler in Sachen Liebe hier - aber weil wir der Liebe gehören, werden wir nicht enden. Ein Kind will, daß sein Hund so lange lebt wie es selbst - das macht mir eine Vorstellung davon, daß Gott, was er liebt, auch bei sich behalten will. Darum sind wir unsterblich - weil das Geheimnis der Welt immer weiter will mit dir und mir. Wie das funktioniert ist mir völlig schleierhaft. Aber wie Fernsehen geht, ist mir auch unklar, dennoch lebe ich damit.

Ich lebe mit der Zuversicht, daß der Tod mich zu Gott hinträgt, daß im Sterben uns die Seele fortgeküßt wird ins Gute Ganze. Mein Leib wird dann ausgedient haben und wieder in seine Bestandteile zurücksinken, wie Jesu Körper wohl auch. Du, ich als Person aber haben wir Himmel vor, Fülle, In-Gott-sein.

Aber Ostern ist auch Start für Auferstehung jetzt! Laß Inspiration in dein Leben, es ist doch kein Beton. Du kannst umdenken, umdeuten, umlernen. Es ist nicht raus, was aus dir und dieser deiner Lage wird. Glück ist noch kein ganzes Glück, man muß sehen was draus wird; Unglück ist kein ganzes Unglück, man muß sehen was draus wird - vor dir Gutes, Gutwerdendes, glaub das.

Ostern heißt auch: Du bist an kein Schicksal geschmiedet - du kannst Leid wenden, Schmerz wird dir aus dem Mittelpunkt gerückt durch eine Vision über dich selbst, du kannst eine Entscheidung treffen, eine Reise antreten, eine Umschulung anfangen. Du kannst aufstehen, aus der Tür treten, den Nachbarn rechts oder links anklingeln und sagen: "Fröhliche Ostern", und vielleicht braucht er dich oder du ihn. Es wird sich was ergeben, wenn du dich bewegst, unter Menschen gehst, aufmerksam sie betrachtest, ein gutes Wort hast, dich anrühren läßt. Glaub, daß dir die Sünden vergeben sind und du siehst dich neu; such den auf, dem du was schuldig bist, versuch einen neuen Anfang. Überhaupt ist das der Kern von Ostern: Anfangende sind wir immer und ewig.


 



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