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Kolumne 10. Dezember 2005 - <br>Spring ´┐Żber deinen Schatten und lade ein

Traugott Giesen Kolumne 10.12.2005 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Spring ´┐Żber deinen Schatten und lade ein

Himmel und Erde

von Traugott Giesen

Das kann doch nicht wahr sein, daß du Weihnachten wegläufst, nur um den Streß mit der Familie los zu sein. Wie weit du auch enteilst, du nimmst dich mit. Und zu dir gehören Nächste, sie bleiben dir nah. Wohin du auch gehst, die Wichtigsten sind auch schon da - es sind die, die dich brauchen. Und du brauchst, die dich brauchen. Ihr Erwarten macht dich wichtig. Willst du keinen mehr, der was von dir will, wirst du zu einem, der nirgendwo hingehört.

Sicher, man kann mal Urlaub von allen nehmen, aber Weihnachten ist ein Kristall für die wahren Beziehungen. Da wird offenbar, zu wem man gehört. Darum ja klärt dieser Tag auch den familiären Stand: Liebesgeschichten müssen dann in die zweite Reihe. Bei den jungen Erwachsenen klärt sich, ob die Liebe schon was mit Zukunft ist: der Mensch darf mitkommen. Oder ob noch jeder mit seinen Eltern feiert, zeigt die Prioritäten. Und irgendwann wird man verantwortlich für seine alten Eltern - die sollen es Weihnachten schön haben. Und die Alleinstehende nebenan? Was willst du, wenn du mal übergeblieben bist?

An vielen Tagen kann man seiner Wege gehen, aber Heilig Abend bitte nicht. Da muß man zueinander finden. Denn Liebe ist der Kern von Christi Geburt. Wenn Du also deine Flucht oder Dein Schweigen als lieblos verstehen mußt, dann gingest du auch gegen den Kern deines Wesens an.

Das Krippenkind ist ja kein Abziehbild für warme jedoch beliebige Gefühle. Den Grund auch deines Wesens bildet das Christkind ab: Du, Kind Gottes, wir Schwestern und Brüder einander. Du würdest dich selbst verlassen, würdest gegen dich selbst angehen, wenn du gerade an Heilig Abend Menschen verstößt.

Die Familie ist, wovon man ein Teil ist. Auch wenn man sich mal nicht ausstehen kann, steht man doch zueinander. Und wenn eine Schuld euch trennt, kannst du dir denken, es zu bereinigen, also deinen Anteil daran zu benennen. Und Vergebung zu erbitten und zu gewähren?

Weihnachten ist der Festtag für Heilwerden überhaupt. Gott gibt sich in diesem Jesus zu erkennen als Retter aller Menschen - natürlich findest du solche frommen Argumente befremdlich. Aber du weißt sie ja innen. Schuld und Versagen und daraus folgende Feindschaft sind gerade in diesen Tagen wie scharfe Messer.

Wozu also fliehen? Nimm doch das Telefon und ruf die Schwiegereltern an, mit denen du im Clinch liegst: "Eltern, gleich ist Weihnachten, was sollen wir uns weiter krachen. Kommt, wir feiern gemeinsam." Es ist doch letztlich Hühnerkram, was euch trennt, ein böses Wort, eine Unwahrheit, eine Ungerechtigkeit, aber sie wurden so gewichtig durch die Reaktionen. Und da gab ein Wort das andere. Nimm noch mal Anlauf.

Und die zerrissenen Paare, was wird da gelitten. Allein die Absurditäten um das Besuchsrecht. Kann man nicht aus Weihnachten Funken schlagen für eine Versöhnung? Wenigstens für eine Befreundung? Oder doch wenigstens für Schritte zur Fairneß. Es liegt an jedem einzelnen, ob ihm Weihnachten wird.

Der Autor war Pastor in Keitum auf Sylt. Sie erreichen ihn unter: [email protected]


 



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