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Kolumne 29. Oktober 2005 - <br>Die Frauenkirche steht wieder - ein gutes Zeichen

Traugott Giesen Kolumne 29.10.2005 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Die Frauenkirche steht wieder - ein gutes Zeichen

Himmel und Erde

von Traugott Giesen

800 Journalisten haben sich angesagt für die festliche Weihe am Sonntag, 1700 Plätze sind verlost worden unter den mehr als 100 000 Spendern über 250 Euro, 10 000 Posaunenbläser werden erwartet. 1722 hatte der Rat der Stadt Dresden den Baumeister Georg Bähr beauftragt mit dem Bau einer Kirche "von Größe und Ansehen". Ihre Kuppel aus Sandsteinquadern war ein Geniestreich, eine Steinglocke in Größe und Gewicht unerreicht.

Zwei Tage nach dem verheerenden Luftangriff auf Dresden im Februar 1945 stürzte die Kirche ein, nur ein riesiger Trümmerhaufen blieb zurück - er sollte liegenbleiben als "Mahnmal gegen Faschismus und Krieg", bis ein verwegener Haufen um den Trompeter Ludwig Güttler im Herbst 1989 eine Initiative für den Wiederaufbau ins Leben rief.

Heftiger Widerspruch wurde laut: Gerade nach dem Fall der Mauer solle die Kriegsermahnung nicht abgewickelt werden, auch brauche die Evangelische Kirche wenige hundert Meter neben der berühmten Kreuzkirche keinen Dom.

Denkmalspfleger stritten hin und her, warnten vor der Kopie. Doch dann wurde die Chance erkannt; das Auferstehen der Frauenkirche als Symbol für die Wiedervereinigung wurde ins Werk gesetzt.

Ein bespielloses Zusammenspiel begann aus Bürgertrotz (wollen doch mal sehen, was alles geht, auch wenn der Staat pleite ist) und Dresdenbegeisterung (die historische Stadtansicht soll wieder her), christlichem Patriotismus (wenn wir auch nicht Kirchgänger sind, soll doch Kirche Flagge zeigen) und Handwerkerstolz (viele Meisterstücke wurden aus ganz Deutschland gestiftet).

Eine Bank engagiert sich mit Millionen, Hunderttausende Armbanduhren zeigen die Zeit und das Frauenkirch-Emblem. Zu Jubiläen, Hochzeiten und Beerdigungen wurden Spenden eingeworben. Selbst die Queen soll was gegeben haben, aus New York kamen zwei Millionen. Einmalig ist die Rekonstruktion aus Tausenden von Unterlagen. Und die alten Sandsteine, soweit noch brauchbar, wurden mit elektronischer Vermessung im alten Bau lokalisiert und in den neuen Bau eingepaßt. Anfang 2000 begannen die Bauleute, die Kuppel hochzuziehen. Acht Glocken wurden feierlich eingeholt. Eine enorme Orgel wurde eingebaut, die Kirche nach alten Vorlagen ausgemalt, das vergoldete Turmkreuz kam aus England.

Jetzt wird die Kirche festlich eingenommen und mit vielen Friedensworten gesegnet. Gottesdienste und Konzerte, stille Andachten, Gesang und Familienfeiern, Gebete und Besichtigungen in Fülle werden hier stattfinden. Es wird ein guter Ort sein, sich zu vergewissern der Dankbarkeit und des Gottvertrauens.

Nicht alle Kirchen müssen überdauern, manche haben ihren Dienst getan und werden an ihrer Stelle nicht mehr gebraucht. Sie starben an Auszehrung, an ausgeglühter Mühe. Anderswo, zum Beispiel in Südamerika sprießen neue. Und manchmal brechen auch hier Menschen auf für einen Traum von Kirche.

Pastor Giesen ist zu erreichen unter: [email protected]


 




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