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Kolumne 2. August 2003 - <br>Über Liebesfreud und Liebesleid in der Bibel

Traugott Giesen Kolumne 02.08.2003 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Über Liebesfreud und Liebesleid in der Bibel

Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Das ist der Grundsatz der Bibel für alle Verhältnisse. Regeln und Gebote sollen dem Gehör verschaffen und die Ichsucht mildern. Die schönste Erfindung gegen die Selbstbesessenheit ist die Liebe, die Körper, Geist und Seele eint. Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde als Mann und Frau, heißt: Das wahre Eine, bildet sich ab im Menschen, der der Ergänzung bedürftig ist. Und der, wenn ihm die Augen aufgetan werden für die, den Richtigen, sagt: "Das ist ja Fleisch von meinem Fleisch", meine bessere Hälfte, das bin ich ja selber noch einmal anders.

Aber der Adam, der eben mit diesen begeisterten Worten seine Eva begrüßt, stößt sie dann von sich: "Das Weib, das du, Gott, mir zugeselltest, gab mir den Apfel, und ich aß." Es bleibt bis heute ein Kreuz mit der Liebe. Denn wenn zwei, die sich lieben, hassen, dann tun sie es auf ungeheure Art - hat das so ähnlich nicht Kästner gesagt? Kein Wunder, dass im menschlichsten Buch der Menschheit überhaupt, der Bibel, viel Freud und Leid mit der Liebe vorkommen.

Da gibt Abraham seine Frau Sarai in Ägypten als seine Schwester aus, "auf dass es mir wohl gehe um deinetwillen". Da hat Potiphars Frau Lust auf den schönen Sklaven Josef, der aber will gegen seinen Herrn loyal bleiben, das bringt ihn ins Gefängnis. König David begehrt Bathseba, die Frau seines Feldherrn Abners. David stellt den Abner in der nächsten Schlacht an die vorderste Front, damit er falle, und die Witwe sein wäre. Dieser Missetat verdanken wir das innige Bußgebet Psalm 51 "Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht..."

Gewichtig bleibt das sechste Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen" - Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, und alles, was sein ist." (M. Luther) - Die Frau zählte lange mit zum Besitz des Mannes, der konnte ruhig sich noch ein paar Frauen beilegen. Jesus erst sah Mann und Frau gleichwertig, gleichwürdig, und riet beiden, dass sie ihre Ehe halten, bis dass der Tod sie scheide. Lässt man alles Besitzdenken weg, so bleibt das Gebot: "Liebe! Und schütze Ehen!"

Aber nie hat Jesus die Liebe in die Ehe eingepfercht. Ehe ist im Wesen der Wunsch, miteinander alles zu teilen, auch Alter und Leid. So ist Ehe ein starkes Bild für die Liebe, aber nicht die Vorbedingung. Jesus war selbst nicht verheiratet, aber hat hoffentlich doch wohl herzlich geliebt. Der Jünger Johannes hatte den Beinamen "den der Herr lieb hatte". Und Maria Magdalena, salbte den Herrn so hingebungsvoll, dass ich gern mich bei ihr bedankte für alle Zuneigung.

Zwei Hohelieder der Liebe gibt es in der Bibel: 1. Korintherbrief 13: "Wenn ich mit Menschen und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nur ein misstönender Gong und eine klirrende Schelle... Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Denn (Hoheslied 8,6) "die Liebe ist stark wie der Tod; ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn". Jedenfalls, Lieben ist Segen und bessert uns.


 




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