L e b e n s m u t
 
Herzlich willkommen auf der Homepage von Traugott Giesen, ehem. Pastor in Keitum auf Sylt!

Aktuelles

Predigten
Kolumnen
Bibelenergie
Tägliche Losung
Gastpredigten
 

Archiv

Nachhören
Archiv Predigten
Archiv Kolumnen
Themenverzeichnis
Weitere Texte
Bibelstellen
Aufgelesenes
 

Informationen

Bücher
Links
 

Kontakt
Emailkontakt
Webmaster
Gästebuch
Impressum

Besucher seit
12.03.2001
0974339
Kolumne 15. Februar 2003 - <br>Krieg soll nicht sein

Traugott Giesen Kolumne 15.02.2003 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Krieg soll nicht sein

Wenn ein Diktator sein Volk mit Gefangenschaft überzieht, Teile davon vergast, ein Nachbarland angegriffen hat, zurückgeworfen und dann abgerüstet wurde, beziehungsweise seine Entwaffnung versprochen hat - und sich nicht an sein Versprechen hält, nicht die Vernichtung seiner Waffen beweist und stattdessen die als Kriegstreiber beschuldigt, die auf Einhaltung seiner Verpflichtungen pochen - die aber sehen sich als bewaffneter Arm der Völkerfamilie, sind bereit, die Abrüstung und Entmachtung des Diktators zu erzwingen - dann bleibt die Frage: Ist dem Diktator klar, die UNO wird die zum Krieg bereite Streitmacht beauftragen. Sie kommt in den nächsten Tagen mit vernichtender Bombenlast, wird die Waffen vernichten und den Diktator dazu. Da gilt das Wort der Bibel wohl: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen. Krieg soll nicht sein.

Von Albert Camus ist die Erkenntnis: „Die heuchlerische Ungerechtigkeit ruft die Kriege hervor. Die gewalttätige Gerechtigkeit überstürzt sie." Beides könnte gelten für die, die jetzt auf Krieg drängen.

Man kann nur beten um Einsicht auf allen Seiten. Vor allem um Einsicht, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, und Kain nicht Kain bleiben muss und Abel nicht Abel. Frieden schaffen heißt, den anderen verstehen wollen und ihm Anteil geben an den Früchten der Erde und des Geistes. Man kann nur heulen, wenn man die weinenden, schreienden Menschen bedenkt, und vor sich sieht die in den Feuerstürmen Verbrennenden, die Millionen Fliehenden und die vielleicht von Gas oder Pockenviren Zerstörten.

Es darf nicht sein, dass wir mit legalen Mitteln Krieg machen, um einen Krieg zu verhindern. Wer sind wir denn, die das Reich des Bösen ausrufen, als wären wir die Lichtgestalten, wir die Guten. Der Denkfehler ist offensichtlich: Erkläre welche zu Satan und du wirst heilig, wenn du den Kampf gegen sie aufnimmst. Es gibt Böses in der Welt, aber ganz selten ist es schwarz-weiß verteilt. Wir müssen unsere Anteile am Bösen erst mal wahrnehmen, müssen zu unserm Unterdrücken stehen, unserm Kaufen der Arbeit aus armen Ländern zum Hungerlohn, zum Verprassen des endlichen Erdöls, und zum Geschäftemachen mit Diktatoren. Der Terror gegen die westliche Welt ist auch aus Hass gegen unsere Lebensart, die andere für einen Ausfluss des Bösen halten.

Beten wir um Klugheit und Demut, um Befreundung und dass der Krieg nochmal vermieden wird. Krieg ist keine Chance, keine Möglichkeit, Frieden zu

sichern. Wer Krieg macht, wer Hunderttausende zu töten bereit ist, um den Übrigbleibenden ein besseres Leben zu besorgen,

der ist Mörder. Nazideutschland musste niedergerungen werden, weil die Nazis mit dem Morden nicht aufhören wollten. Aber muss der Irak niedergerungen werden? Will man ein Land, ganze Städte in Schutt und Asche legen, um einen Bösen zu treffen? Es wäre Sünde, es wäre Irrsinn.


 




Service

Startseite
Druckvorschau

Presse-Feed EKD

© 1996-2024 Evangelische Kirche in Deutschland
Weitere News...  

 
Online 2