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Traugott Giesen Kolumne 02.12.2000 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Advent ist ein starker Stoff

Weise eingerichtet ist die Wartezeit aufs Fest hin. Nicht Knall auf Fall taucht Weihnachten auf hinter irgendeinem Datum. Sondern vier Adventssonntage tragen die Erwartung an uns heran. Daß wir dieses Jahr nur drei Wochen von der ersten Kerze bis zum Baum haben, wird uns noch komisch vorkommen. Der Zug hin zum Heiligabend wird zuletzt rasant. Mit einem Schlag soll alles still stehen und fertig sein, die Familie friedlich, die Arbeit getan, die Geschenke verteilt. Da wären noch ein paar Adventstage mehr sehr willkommen, bis die Mischung aus Frieden und Müdigkeit und Erinnern uns alle gefangen nimmt. Und dazu wir neu gedeckt bekommen den Tisch des Lebens mit Sinn.
Advent hat was mit Aufräumen, Vorbereiten, Besorgen zu tun. Andere sollen bedacht werden, die Wohnung soll leuchten. Das alles ist aber äußere Verrichtung für ein hoffentlich innen passierendes Fest. In uns soll an Weihnachten eine Gewißheit aufgehen, nenn sie Christi Geburt oder Stern der Erleuchtung oder Gotteswissen. In uns wird Mut entflammt werden, doch auf Heilung der Welt zu setzen.
Die Nachrichten sind voll Bedrohung. Sie nicht löschen aber mit etwas anderem sie in Beziehung bringen und dadurch in ihrer Gültigkeit einschränken, dazu gehe ein heller Morgenstern auf in unsern Herzen. Den Meldungen vom Scheitern der Menschheit setz entgegen das Evangelium: Gott liebt die Welt, sie ist ihm Herzensbedürfnis, jedes Wesen spiegelt sein Sein. Und worin sich Gott gespiegelt und erkannt hat, das ist ewigkeitshaltig.
Das setzt die Schreckensmeldungen in ein anderes Licht. Wir werden aufhören, Schrecken zu produzieren. Wir werden den Glanz auf jeder Kreatur neu entdecken. Wir hören auf, uns und andere zu vergiften. Wir ehren neu die Gotteskarätigkeit aller Wesen. Wir werden vernünftig, weil wir in allem den Ruf vernehmen: „auch ich gehöre zum Sinn.“
„Die Leidhaftigkeit des Daseins“ stand in einem Buch über Buddha. „Die Liedhaftigkeit“ hatte ich gelesen, immer wieder „Die Liedhaftigkeit des Daseins von der Wiege bis zum Grab“ (Ralf Rothmann). Jesus-Menschensohn hat die wahre Qualität von Leben, die Freude, ermittelt. Die biologische, physikalische Bemessung ist nur eine Sorte Wahrnehmung. Jesus hat das Leben als lustvolle Verkörperung Gottes gesehen und sich selbst und alle Menschen auch. Darum steht in jedem Augenblick auf dem Spiel, ob wir das Wesentliche des Lebens – die Freude – treffen, hüten, fördern oder nicht.
Advent kann uns Kraft schaffen, wenn wir Jesus kommen lassen – das klingt wie vom andern Ufer – aber tatsächlich ist das die einzige Rettung für die (westliche) Welt: Die Maßstäbe für Gut und Böse, für „was sich lohnt, und was sich nicht lohnt“ neu eichen lassen an diesem Jesus.
 


 



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