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Traugott Giesen Kolumne 01.07.2000 aus "Die Welt" Ausgabe Hamburg

Glaube macht das Leben schön

Der Test: Fromme leben länger. Wer sich religiös betätigt, hat eine um 29 % höhere Chance länger zu leben als Nichtgläubige. Das hat die American Psychological Association ermittelt. Die 126.000 Teilnehmer mussten in der Erhebung nicht nur Fragen nach ihrem Verhältnis zu Gott und der Welt beschreiben, sondern auch angeben, welcher religiöser Gesellschaft sie angehören und wie viel Zeit sie darin verbringen. Ergebnis: wer glaubt, lebt länger. –
Das stand in der Zeitung. Was spricht dafür?
Glaube macht gemeinschaftslustig. Immer nur alleine beten geht nicht, es heisst ja auch: „Vater unser.“ Vielerorts ist Kirche und Gemeindehaus das soziale Zentrum des Quartiers. Hier wird Nachbarschaft gebaut. Wer was mitmacht, fast egal was, hat schon bessere Karten, länger hier zu bleiben.
Glaube hält auch gesünder. Im Idealfall lebt man mit der Schöpfung und nicht gegen sie an, lebt ziemlich im Mass. Gläubige könnten auch mit Krankheit besser zurechtkommen. Gesundheit ist Gabe und Wunder, aber jeder bekommt seine Mankos und Gebrechen, wir sind aus zerbrechlichem Material. Wenn man nur die Beschränkungen annehmen kann, bleibt noch viel Intensität und Chance. Mit Dank und Geschick hier zu sein, das verlängert Leben.
Aber lebt’s sich auch länger ohne Angst vor dem Tod? Christen könnten eigentlich gelassen über ihre eigene Lebenszeit nachdenken. Menschenbegabung sollte sein, sich nicht zu grämen wie lange, sondern sich drum zu kümmern, wie intensiv und bedachtsam man die Möglichkeiten ausschöpft. Auch hoffen die Gläubigen ja, dass die Ewigkeit noch viel vor hat mit uns. So ist das Schinden und Schachern auf Erden um noch ein paar mehr Wochen und Monate sicher nicht im Sinne des Erfinders. Die Gabe des Lebens soll ausgekostet werden, und Zeit ist ja die allerhöchste Gabe, aber irgendwann darf man auch lebenssatt sein und Abschied zulassen.
Aber wenn man nichts weiter hofft, nicht wenigstens Neugier hat, dann muss man um jeden weiteren Atemzug lechzen. Wenn mein Besitz und mein Bewusstsein von mir selbst mein Ein und Alles ist, könnte ich mich gezwungen wähnen, um jede Handbreit Leben zu kämpfen. – Aber das macht eben noch nicht älter. Wie schöne Hoffnung drüber hinaus auch nicht leichthin sterben lässt.
Eine Begabung des Glaubens verlängert Leben sicherlich: Jesus sagt: „Besorgt Eures aber zersorgt euch nicht.“ Stark ist auch das Wort des Paulus: „Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen“ – wenn, ja wenn sie die Geschehnisse sich zum Besten dienen lassen und kapieren, in welchen Grenzen sie für Heilung oder Aushalten oder Geniessen jetzt, an diesem Tag, zuständig sind.
Die Beute des Lebens soll Freude sein, Freude, die man selbst erfährt und Freude, die man andern macht. Nicht Böen von Gelächter sind gemeint, aber gerne Hiersein und eine sanfte Glorie Vertrauen helfen weiter.
 


 



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