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Keitumer Predigten   Traugott Giesen   10.12.2000&

2. Advent

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit

Die schönsten Tage des Jahres sind jetzt, und wir wissen nicht warum. Ja viel Machen und Tun und Besorgen. Aber das Eigentliche geschieht uns. Es geht was mit uns vor in diesen dunklen Tagen. Ein starkes Bild für diese Zeit: Maria durch den Dornwald ging, sie trug ein Kindlein unter ihrem Herzen � Maria eilt übers Gebirge zu Elisabeth, � zwei schwangere Frauen, die bald wunderbare Menschen gebären sollen, Johannes und Jesus. Der erste wird den Zweiten taufen mit dem Wort Gottes: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Ein starkes Bild für diese Zeit � schwanger sein. Dann geschieht das Lebendigste, das Wunderbarste, das Dramatischste überhaupt � es geschieht, in dir, Mensch, wächst wer. Und du brauchst nur zulassen, nur geschehen lassen. Adventszeit: Bei allem Vorbereiten, das Wichtigste geschieht innen, von selbst, geschieht dir. Du kannst nur weit, hoch aufmachen das Tor zum Empfang.
Es kommt der Herr der Herrlichkeit. � Pracht und Schönheit schwingen da mit. Von Ferne grüßen die Größen des Showgeschäftes. Wer ist das Model, dessen Auto, Handy, Süßes man auch haben will, weil er es auch hat? Welcher Sportler oder Charmebolzen bringt die meisten Menschen auf die Beine, dessen angesagte Klamotten zu kaufen? Das lässt sich auf Mark und Pfennig ermitteln, welche Gesichter Erfolg besorgen. Aber die Damen und Herren der Konsum-Herrlichkeit sind vergänglich. Und gut so. Wir sehnen uns ja nach dem, der alle Herrlichkeit mit uns teilt. Der uns herrlich macht.
Ein König aller Königreich. � Jeder hat ja ein kleines Reich, jeder hat über etwas zu sagen, und wer über etwas zu sagen hat, der hat auch welche, die ihn bitten müssen, und du kannst es erlauben und bekommst Dank oder Geld oder andere Vorteile. Der König aller Reiche, Herr aller Besitze soll es geben, der verkündet sein Kommen zu dir.
Ein Heiland aller Welt zugleich. � Der alle Welt heil macht, der das Böse aus uns raussaugt, das Ungeziefer uns von der Seele zieht.
Der Heil und Leben mit sich bringt. � Unter dessen Nähe wir aufblühen, der uns beatmet, uns Lust macht, gern du zu sein, der dein Lebndigsein anfeuert, dass du wieder jung wirst wie ein Adler; der kommt.
Mit Freuden singt! � Sein Kommen ist so unwahrscheinlich, sein Kommen zu mir/ dir fast absurd; � daß eine Düsternis über uns falle oder ein Wahn, all das scheint wahrscheinlicher. Darum ist Christi Kommen ganz Großes. Jauchzt, mit Freuden besingt das Wunder, Herrlichkeit geht über dir auf. Darum sing inbrünstig:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer. � Bist du gerne du? Dann ist das ein �Lobe den Herrn.� Jedes behagliche Strecken im Bett, ist ein �Gelobet sei mein Gott.� Bist du gern du, jetzt, gern am Leben, gern hier, dann lobst du doch deinen Gott, du sollst das wissen. Und Böses tun ist darum so gegen dich getan, weil du dich dann nicht leiden kannst und dann auch deinen Schöpfer nicht leiden kannst � und dann noch Gott schuldig sprichst, weil er dich gewähren lässt, statt sofort dich zu bestrafen. Aber jetzt du gern du, also lobst du Gott, deinen Schöpfer.
Der ist reich von Rat. � Also weise, das Wissen der Welt ist ja seins, auch dein Wissen, dein guter Rat, den nutz intensiv und bescheiden. Er ist nicht deine Erfindung. Aller guter Rat findet uns, ist Einfall von Oben. Und der uns das Gute einfallen lässt, und der das Leben mit sich bringt, und der Herkunft aller Macht ist und der Herr aller Schönheit, dem macht hoch die Tür.
Er ist gerecht, ein Helfer wert: � Das Gegenteil davon ist, wenn einer einen linkt. Aber der, der macht es uns recht � bringt uns zurecht, nicht auf anderer Kosten.
Sanftmütigkeit ist sein Gefährte. � König aller Reiche und sanftmütig. Stärke und Verzicht auf Drohung, also ohne Waffen, auf die Einsicht setzend, auf Beraten, Überzeugen, das Anliegen des Andern verstehen und darum eine Waage bauen, auf der die Interessen gewogen werden. Daß jeder das Seine gibt und bekommt. Sanftmütig � Mut zur Sanftheit, sanft auch aus Mut.
Sein Königskron ist Heiligkeit. � Ja, was ist an schlimmen Worten alles über Gott ausgeschüttet worden; �Gott� ist das besudeltste aller Menschenworte (M. Buber) � doch das hat dem Wort Gott die Heiligkeit nicht nehmen können � er bleibt die höchste, die letzte Adresse für Dank und Klage. Sein Königskron ist Heiligkeit, wir sind davon fasziniert und erschüttert � was wären wir ohne Gott? Dann wären wir doch wirklich nur mit den Affen zu vergleichen, den findigsten Tieren, oder mit den Computern, und könnten schon Angst haben, wir müssten uns bald hinter den Kästen verstecken. Aber sein Königskron ist Heiligkeit � davon nimmt auch unsere Menschenwürde ihr Strahlen. Entdecken wir nicht einer im andern Gottes Antlitz? Wenn dir einer sagt: Ich liebe dich. Du bist mir recht � dann ist er dir Gottes Stimme. So ist das, unsere Würde ist ein Flaum von Gottes Unantastbarkeit.
Sein Zepter ist Barmherzigkeit. � Seine Autorität ist sein Mitfühlen. Er weiß, was wir brauchen, jeder Baum und jedes Tier und jeder Mensch. Er ist die innerste Merkstelle von allen Empfindungen. Wie ein Kind mit dem Fühlen seiner Mutter innerlich verkabelt ist, so Gott mit seiner Welt. Darum geschieht so ungeheuer viel Barmherzigkeit, Großmut, Güte, darum opfern sich Menschen für andere, darum schinden sie sich tot, damit andere leben können. Und viel Liebe macht glücklich �die ist doch Abglanz der Liebe Gottes � die erfinden wir nicht, die geschieht uns.
All unsere Not zu End er bringt. � Das ist die Aussicht, die uns offen steht. Es soll nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Die große Verheißung über der Schöpfung: Daß am Ende alles sehr gut geworden sein wird � mit den Katastrophen unterwegs, mit den schweren Verletzungen, die Gott sich aufgeladen hat mit uns schwierigen Menschen. Daß alles gut geworden sein wird, weil Gott die Bitterkeit aus der Zukunft wegzuschöpfen vermochte, weil er sie schluckte! All unsre Not zu End er bringt. Darauf setzen, das mitbetreiben; und mit deiner kleinen Kraft üben gute Menschenschaft, bis das Vergehen selbst vergeht. � All unsre Not zu End er bringt.
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat. � So langsam wird�s doch klar, daß wir Gottes Kommen erwarten. Nicht gedenken wir eines liebenswürdigen Menschen namens Jesus von Nazareth, der vor 2000 Jahren in Judäa geboren ist und mit seiner Menschenfreundlichkeit vorbildlich war. Sondern gelobet sei mein Gott, der du eintauchtest in deine Schöpfung für immer, sichtbar an diesem Menschgewordensein in Jesus. Gott in seine Schöpfung eingetaucht. �
O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. � Also Gratulation denen, die an Gott glauben und ihn in ihre Geschäfte und Schulen, ihre Kirchen und Kneipen und Altenheime einziehen lassen.
Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. � Freude und Wonne als Gaben Gottes. Also erfreu, dich und andere. Und wo Freude verhindert wird, da wird Gott verdrängt; das denken, wie werden wir dankbarer noch denken von Freude, die gelingt.
Mein Tröster früh und spat. � Und er ist auch mein Tröster früh und spät. Sei ein Trost und laß dich trösten, laß dich aufrichten in deinem Leid. Es soll nicht dunkel bleiben über dir.
Komm o mein Heiland Jesu Christ. � Der große Gott kam damals in diesem Kind in der Krippe und kommt heute zu mir, zu dir als das Herz aller Dinge, als Sinn deines Lebens, Gott kommt zu dir im Bild des Jesus Christus, der leuchtende Mensch, der bürgt für das freudevolle Heilwerden aller Zustände. Aber lassen wir ihn ein? Wollen wir so beschäftigt sein mit dem Jesus-Projekt? � Viele sind einfach zu sehr mit sich beschäftigt oder sind überschuldet und die Sorge frisst sie auf, oder sie sind müde, nur müde; und kriegen gar nichts mit. �Was nützt aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen?� (Chr. Lichtenberg). Darum ja auch Glockenläuten, Orgelspiel, darum Adventskranz, die Kerzen, darum dies Lied, das wir unser Inneres singen lassen:
Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein. � Stark dies Bild: Der Christus zieht ein in mein Inneres. Und Freundliches, Freude, Befreundung blüht in mir auf. Ich werde gestimmt, mich zu mögen, und Freude nimmt von mir ihren Anfang.
Dein Heilger Geist uns führ und leit, den Weg zur ewgen Seligkeit. � Also diese Tage bewusst erleben als Hinreise zu Glückseligkeit. Ja auch Vorbereiten, Päckchen packen, Spendenbitten ausfüllen. Aber dies höre: du geleitet vom Heiligen Geist auf dem Weg zur Glückseligkeit. Du ganz bewusst laß dir Freude gefallen, tu dir das Weihnachtsoratorium in die Ohren des Herzens. Du, spüre auf die Zeichen von Glück, gib sie, nimm sie.
Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud. � Wir können uns innen schmücken, blöde Gedanken verbannen, nicht aufhalten uns mit Niederdrückendem, das wir im Augenblick nicht ändern können.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Amen.
 


 




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