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Wochenlosung mit kurzer Auslegung (T. G.)

1. Advent 29.11.1998
Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Sacharja 9. 9
Ein Versprechen voller Kraft, für dich, ohne Wenn und Aber. Dein König kommt. Innen hast du längst die Sehnsucht, daß dir dein Christus-Ich aufgeht, du die Krone der Söhne und Töchter bekommst – oder ganz schlicht: daß du jetzt okay wirst; fromm gesagt: der Gerechte, der Helfer, der Leitstern der Menschheit geht in dir auf. Statt Wirrwarr oder Leere wächst in dir der/das Heilige. Geh die vier Wochen bis Weihnachten schwanger mit dem Versprechen: In dir schlägt Christus seine Krippe auf.
 
 

Keitumer Predigten   Traugott Giesen   29.11.1998 1. Advent

1. Advent – Dich neu denken
Es ist eine Verheißung von weither, sie reicht bis zu uns, sie redet uns an mit einem starken Titel, der das Volk Israel meint und dann alle Kinder Gottes: Tochter Zion. – Ja, sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, sanftmütig kommt er. Und er zieht bei dir ein wie Jesus einst in Jerusalem, und will empfangen werden so herzlich wie damals:
Jesus ritt ein auf einem Esel und eine Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie aus.
Die Menschen jubelten: „Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ (Matthäus 21, 1 - 9 in Auswahl)
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“ – dies Lied von Aufbruch und Neubeginn haben wir eben gesungen. Das Lied erzählt von Ankunft eines Wegbereiters in die Zukunft – wir sollen unser Herz aufmachen für Jesus, Anfänger und Vollender unseres Glaubens. –
Und dieser Jesus ist wie ein Zugpferd durch die Mühen, wie ein Leuchtturm in der Nacht, der uns an den Klippen der Mutlosigkeit vorbeiführt, und ist uns ein Leitstern, der uns im unklaren Gelände von Gut und Böse auf der Bahn hält, und ist ein Vorbild für die Kraft der gewaltlosen Liebe. –
Jesus zieht in Jerusalem ein damals, vor 2000 Jahren, und dies Bild ist bis heute ein Traumbild von Aufbruch und Mut und Überredung: Komm, auch du, aus deiner Schwermutshöhle – brich mit Christus auf zu neuen Ufern. Rechne ab heute neu mit dir, mach eine neue Zeitrechnung auf. Mit dem 1. Advent fängt ja ein neues Kirchenjahr an, nimm das als Ruck für Lebensmut. Als Schubs des Jesus: Mensch komm mit, dein Leben braucht noch eine Mütze Mumm. Du kommst jetzt zu deiner besten Form: Du bist kein Hänger. Du machst Lust zu leben.
Christlicher Glaube ist die Energie, mit Gottvertrauen und Liebe hierzusein. Es ist nicht Kopfwissen sondern eher eine Haltung, eine Art zu bestehen. Dieser Glaube hat einen Helden: Jesus Christus, und ihm nach unzählbar viele aufrichtige, aufgerichtete Menschen. Jesus hat schlicht den Alltag als Helfer Gottes gelebt, und da gab es so viel zu tun, unter Lachen, auch mit Stöhnen – und immer richtete ihn eine Kraft in ihm auf. Wir sind nicht da, um den Jesus von damals zu bewundern oder um in Krippenspielen seine Geburt damals nachzustellen. Wir sind Leute, die auch ein Quantum Glaubensmut haben und ganz schön gebraucht werden. Gestern stand in einer Sterbeanzeige ein Satz, als wäre er von Jesus geflüstert: „Uns holt nicht der Tod sondern der gute Gott.“
Wir sind heute hier, um uns wieder eine Scheibe Alltagsglauben mitzunehmen. Das Bild vom Einzug in Jerusalem, gut, daß es noch nicht vergessen ist: das nehm ich mir als Bild für meine Verknüpfung mit dem Jesus – er zieht in mich ein, ich will mit ihm Lust haben zu leben und will andern Lust machen, auch das Leben zu bestehen.
Jesus nimm als dein inneres Paßbild voll leuchtender Lust, gern du zu sein. Diese Lust kannst du nicht machen. Die Lust zieht in dich ein. Eine starke Gewißheit nimmt von dir Besitz: Zuversicht wächst in dir – anfangs ist sie nur ein Samenkorn. Aber daraus wächst ein Keim, ein Sproß, ein Baum an Gewißheit: Du gut, du wichtig, du freudefähig, du nicht mehr verschüchtert, auch nicht mehr frech – du ein Bruder, eine Schwester des Christus.
Advent – das ist die Ankunft des Heiligen Geistes bei dir; wie nach Trauerliedern jetzt „Tochter Zion“ erklingt – nach den dunklen Tagen jetzt die Kerzen brennen. Freudenfeuer – dir zu sagen: Fürchte dich nicht – vor dir ist Freundesland, vor dir Projekte des Friedens mit dir.
Ich weiß, wir haben Mühe, uns gerade zu halten. Oft können wir uns nicht leiden, stehen uns selbst im Weg, beneiden andere, fahren ihnen vielleicht auch über den Mund, um sie zu stutzen, daß wir uns nicht zu klein vorkommen, reden auch einfach weiter, damit nicht Leere um uns entstehe. – Ach wenn doch einer wäre, der uns auf den Leuchter stellt und uns für wichtig hält: Und genau das macht der Christus in dir: Du hörst in dir sagen: Du bist auch Kind Gottes. Erheb dein Haupt. Du bist wer.
Es gibt dazu einige Vorbereitungen. Wir räumen auch zu Hause auf, schmücken, machen es schön, wollen unserm inneren Auge Anlaß geben, uns innen auch aufgeräumt zu sehen. Tatsächlich gibt es diese Verbindung: außen Ordnung machen, innen Klarheit schaffen. –
Ich habe einen Schrank voll Zeitungsausschnitte, Artikel zu wichtigen Themen, gesammelt seit 20 Jahren – immer in der Hoffnung, da ständ die gute Nachricht für heute drin. – Ich hab die Stapel nie benutzt, ich kam nicht dazu, das Aktuelle war immer mehr, als ich wahrnehmen konnte – jetzt habe ich alles weggeworfen. Ich will wieder vertrauen, daß das Nötige mir einfällt, zufällt, wenn es nötig ist.
Wo mußt du entrümpeln, um Platz zu haben für neues Fühlen?
Wie wäre es, wenn du deinen Pessimismus mal ausräumst? Hast du eine Anhänglichkeit an negative Schlagzeilen; sind dir Horror-Prophezeiungen frische Losungen? Ob Nostradamus oder ein Komet, ob herrischer Islam oder vergiftetes Wasser oder der Sidney-Virus – eigentlich egal, dein Pessimismus kann sich daran laben, deine Angst sich nähren. Irgendwas in dir sammelt dauernd Belege, daß wir schlecht sind, und das Leben tödlich bedroht ist, und wir in einer Endzeit leben, unentrinnbar.
Aber mit diesem Advent lern dich anders denken. Sieh dich im Konvoi mit Jesus, dem Freund des Lebens. Gib niemanden auf, vor allem dich nicht. Und schau den Kindern ab, wie sie immer wieder aufstehen und weiter rennen. Und unterstütz das bedrohte Leben. – Legen wir heute Brot für die Welt zusammen. Und gönn dir die Vision: du glücklich – mit mehr Nase, was Freude macht und nicht beschädigt.
Wenn du aufräumst, innen, dann geleite die Angstmacher hinaus. Entthrone die Herrschaften, die dich mit den Augen zensieren und mit herrischen Gesten zurechtweisen. Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter, ein Helfer, sanft kommt er. – Das schiebt die Befehlshaber aus dir raus. Die einschüchternden Sätze belachst du nur noch. Den Freispruch nimmst du dir zu Herzen: Du bist niemandem untertan, du hast nur einen Herren und der ist nicht von hier.
Du, denk dich neu. Du kannst soviel, du bist zäh und hinreichend intelligent. Und wie hast du Kraft, was hinzukriegen. Wen hast du schon alles besorgt und bedient und bestärkt. Siehe dein König kommt zu dir – heißt auch: Ab jetzt sortierst du besser, was deiner Mühe wert ist. Du mühst dich nur noch, wenn du es willst.
Und schon hast du ganz neue Perspektiven. Du weißt, was du mußt. Bis Weihnachten hast du einiges klar gezogen, hast das Nötige entschieden, hast dich deinem Wissen gestellt, hast einiges bereinigt, Terrain deinen Kräften angepaßt. Du, dir ist viel zugetraut. Dein König kommt zu dir – dein Selbstbewußtsein wird königlich, freudevoller, großmütig, gelassener. Du, nimm mehr teil am Tatsächlichen; so reichhaltig ist die Wirklichkeit, auch deine eigene. Du wirst mehr du im Advent. Amen.
 
 

Schlußgebet
 

Wochenlosung mit kurzer Auslegung /T. G.)

Wochenlosung mit kurzer Auslegung /T. G.)


 



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